Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

Glossar: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z 

Chronische Kopfschmerzen

 

Spannungskopfschmerzen

Migräne

Cluster Kopfschmerzen
cervikogener (von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz.
sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerz.
Arteriitis temporalis,
Tabellarischer Überblick über verschiedene Kopfschmerzsyndrome
Wann Sie unbedingt sofort einen Neurologen aufsuchen sollten!

Kopfschmerztagebuch zum ausdrucken als pdf

Schmerzen und insbesondere Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen, einen Arzt aufzusuchen. Andauernde oder oft wiederkehrende (das heißt: chronische) Kopfschmerzen sind in der Bevölkerung sehr verbreitet. Allein an Migräne leiden 15 Prozent der Frauen und sieben Prozent der Männer. In Deutschland sind dies umgerechnet über 7 Millionen Menschen.
In einer amerikanischen Untersuchung wurde bei 1663 Patienten mit Migräne untersucht, wieviele Arbeisttage (Lost workday equivalents (LWDE)) durchschnittlich im Jahr durch Migräne verloren gehen.  51.1% der Frauen und 38.1% der Männer verloren 6 oder mehr  LWDE pro Jahr. Diese Untergruppe war für 90% der Ausfälle verantwortlich. Ausschlaggebend war die Dauer der Kopfschmerzen, die Anzahl der Symptome und die Intensität der Schmerzen. Die Ausfälle waren bei Jüngeren mit besserer Ausbildung und besserem Einkommen geringer unabhängig von der Intensität der Schmerzen. Work-related disability: results from the American migraine study. Stewart WF, Lipton RB, Simon D PMID: 8792034, UI: 96384137
Chronische Kopfschmerzen stören das körperliche und seelische Gleichgewicht und können die Lebensqualität sehr stark beeinträchtigen. Sie tragen darüber hinaus zu einem großenvolkswirtschaftlichen Schaden bei. Krankheitsbedingte Fehltage und Produktivitätsverlust verursachen Jahr für Jahr Kosten in Milliardenhöhe. Mehr als 95% der Patienten, die einen Arzt wegen Kopfschmerzen aufsuchen, haben einen nicht gefährlichen chronischen Kopfschmerz.

Bis eine  Diagnose sicher steht, ist Kopfschmerz wie jeder Schmerz als Warnsymptom des Körpers zu verstehen. Dieses macht deutlich, warum die Abklärung und Behandlung von Kopfschmerzen grundsätzlich in die Hand des für den Kopf zuständigen Spezialisten, des Neurologen , gehört. Ein übersehene Gefäßmißbildung, die später (nach wenigen "Migräne-Attacken") platzt, ein übersehener Hirntumor oder eine falsch interpretierte TIA oder auch nur ein progredientes subdurales Hämatom bedeuten zwangsläufig für den Patienten gefährliche Situationen, die oft nicht mehr behebbare lebenslange Folgen hinterlassen können. Auch die falsche Behandlung "einfacher oder gewöhnlicher  Kopfschmerzen" ist leider nicht immer ohne Folgen. Eine gründliche Diagnostik beim Spezialisten und eine richtige Beratung erspart oft viel Leid.

 

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Kopfschmerztabletten sind frei verkäuflich. Sie oft gut wirksam, leider aber nicht ohne Nebenwirkungen. Eine relativ große Anzahl von Kopfschmerzpatienten entwickelt unter zu häufiger Einnahme von Schmerz- und/oder Migränemitteln einen sogenannten medikamenteninduzierten Kopfschmerz. Es handelt sich dabei meist um einen dumpf-drückenden Dauerkopfschmerz. Einzig sinnvolle Therapie ist die Durchführung einer Entgiftung, die nach ca. 10 - 14 Tagen abgeschlossen ist.  Zur Vermeidung eines medikamentös chronifizierte oder induzierte Kopfschmerzes, sollten Kopfschmerzpatienten höchstens an 10 Tagen/Monat und an höchstens 3 Tagen hintereinander Kopfschmerz- und/oder Migränemittel einnehmen. Die möglichen Komplikationen ohne Entzug sind neben den chronsichen Kopfschmerzen erhebliche organische Schäden und nicht selten auch eine Depression. Wissenschaftliche Erkenntnisse (Limmroth V, Kazarawa Z, Fritsche G, Diener H-C (1999). Headache after frequent use of serotonin agonists zolmitriptan and naratriptan. Lancet 353:378-381.)zeigen, daß Sumatriptan (und dies gilt wahrscheilich für alle Triptane in der Migränebehandlung), wenn es regelmäßig eingenommen wird, seinerseits Migräneattacken und medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz induziert und dies wahrscheinlich schneller als normale Schmerzmittel, nicht-steroidale Antirheumatika oder Opioide. Genaue Erhebungen über den medikamentös induzierten Dauerkopfschmerz liegen nicht vor, Schätzungen ergeben Zahlen von 0,3 bis 1,0 %, während von den spezialisierten Kopfschmerzzentren Zahlen bis zu 40 % angegeben werden. Komplikationen und Folgekosten medikamentös induzierter Kopfschmerzen führen zu erheblichen medizinischen und volkswirtschaftlichen Problemen.. In einer Metaanalyse, die 29 Studien mit insgesamt 2612 Patienten mit medikamenteninduziertem Dauerkopfschmerz umfaßte, zeigte sich, daß Frauen im Verhältnis von 3,5 : 1 überrepräsentiert sind (4). Patienten, bei denen ursprünglich eine Migräne bestand, beschreiben zum einen einen konstanten dumpf-drückenden, diffusen Kopfschmerz. Patienten mit chronischem Kopfschmerz vom Spannungstyp und posttraumatischem Kopfschmerz können nach klinischen Kriterien nicht zwischen dem ursprünglichen Kopfschmerz und dem medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz unterscheiden. Hier ergibt sich die Unterscheidung erst nach einem Medikamentenentzug.  Kombinationspräparte wie die Dreierkombination aus ASS, Paracetamol und Koffein (Thomapyrin®) sind möglicherweise besser als ihr Ruf. es ist inzwischen umstritten, ob sie häufiger als Monopräparate zu Abhängigkeit (Analgetika indzuierten Kopfschmerzen) führen. Das Risiko hängt vermutlich nicht an der Kombination sondern einzig an der regelmäßigen Einnahme.

Die Therapie der Wahl ist der Medikamentenentzug.  Die typischen Entzugserscheinungen nach der Beendigung der symptomatischen Medikation dauern im Schnitt nur 3,5 Tage und umfassen den Entzugskopfschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckregulationsstörungen, Herzklopfen, Schlafstörungen, Unruhe, Angst und Nervosität Erfolgsquote nach 6 Monaten bei etwa 73% liegt und im Langzeitverlauf zwischen 60 und 70%. Als Erfolg ist hier definiert, wenn eine Reduktion der Kopfschmerztage um 50% und mehr/Monat erreicht wird.

Der Verbrauch von Schmerzmitteln in der Selbstmedikation ist sicherlich auch beeinflußt durch Laienwerbung, wobei die Fernsehwerbung aufgrund vieler Untersuchungen den höchsten Effekt aufweist. Etwa 1 Millarde DM haben sich pharmazeutische Hersteller die Werbung für rezeptfreie Arzneimittel 1996 kosten lassen, davon entfielen 140 Mio. DM auf die Werbung für rezeptfreie Schmerzmittel. Eine besonders große Bedeutung für die zukünftige Entwicklung kommt der Einnahme von Arzneimitteln bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu. Besonders auffällig ist der steigende Schmerzmittekonsum bei Kindern und Jugendlichen. Unter den Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GVK) bekommen Kinder bis zum 5. Lebensjahr im Durchschnitt eine Tablettenmenge verordnet, die genauso hoch ist wie die Verordnungsmenge für die 45 - 49jährigen Versicherten. Darunter werden Schmerzmittel so häufig verordnet wie niemals mehr sonst im späteren Leben.  

Etwa 70% der Patienten sind nach dem Medikamentenentzug frei von Dauerkopfschmerzen oder leiden nur noch unter gelegentlichen Migräneattacken; 30% werden rückfällig.   Günstige Voraussetzungen für einen Therapieerfolg sind:

• Migräne als primärer Kopfschmerz,

• Dauer des täglichen Kopfschmerzes weniger als 5 Jahre,

• Isolierte Einnahme von Ergotamin, Dihydroergotamin oder Sumatriptan

c Prädiktoren für Therapieversager sind:

• Mangelnde Einsichtsfähigkeit,

• Kombination von Analgetika mit Benzodiazepinen,

• Dauer der täglichen Kopfschmerzen mehr als 5 Jahre

• chronischer Spannungskopfschmerz als primärer Kopfschmerz,

• sekundärer Krankheitsgewinn,

• mehrfache erfolglose Selbstentzüge,

• mangelnde Unterstützung durch die Familie,

• nicht abgeschlossene Renten- oder Versicherungsverfahren bei posttraumatischen Kopfschmerzen. Nach   Göbel, Kiel, T. Graf-Baumann,M.Zenz, G. Haag,  H. Baar, K.-H. Grotemeyer, V. Pfaffenrath, M.-J. Ribbat, H.-C. Diener, Prophylaxe und Therapie des medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzes Therapieempfehlung der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Schmerz 1999 · 13:52–57 © Springer-Verlag 1999

Aspirin z.B. ist in manchen Lebenslagen für viele berechtigterweise fast ein Vitamin geworden. Bei Kindern, Allergikern, Asthmatikern und Patienten mit einem empfindlichen Magen kann es schwerwiegende Komplikationen machen. Der Beipackzettel ist bei freiverkäuflichen Medikamenten wichtiger als bei ärztlich verordneten. Sie tragen hier selbst die Verantwortung. Nehmen sie die Werbung wörtlich, fragen Sie Ihren Arzt!!!

Medikamente die besonders häufig akute Kopfschmerzen auslösen sind z.B.

  • Nitroglycerin, Indomethacin, Reserpin, Viagra
Cluster Kopfschmerzen

Clusterattacken haben eine spontane Dauer von 15 bis 180 Minuten. Am häufigsten sind die Attacken nachts zwischen 1 Uhr und 2 Uhr zu beobachten. Bei über 50 % der Patienten beginnen die Attacken aus dem Schlaf heraus Bei über 90 % der Patienten beginnt der Schmerz in der Augenregion. Der Schmerz kann auch zur Stirn, zum Kiefer, zum Rachen, zum Ohr, zum Hinterhaupt oder in seltenen Fällen auch zum Nacken und zur Schulter ausstrahlen. Der Anstieg der Schmerzintensität ist sehr schnell. Aus dem Wohlbefinden heraus kommt es innerhalb von zehn Minuten zu einem extrem schweren, oft als vernichtend erlebten Schmerz. Die Patienten beschreiben den Schmerz als ein glühendes Messer, das in das Auge gestochen wird, oder als einen brennenden Dorn, der in die Schläfe gerammt wird  Die Begleitstörungen treten ausschließlich auf der vom Schmerz betroffenen Seite auf. Am häufigsten findet sich mit einer Frequenz von ca. 80 % ein Tränenfluß am betroffenen Auge. Bindehautrötung zeigt sich als zweithäufigstes Begleitsymptom mit einer Häufigkeit zwischen 50 und 80 %. Ein hängendes Augenlied mit Pupillenverengung während  der Attacke kann bei nahezu bis zu 70 % der Patienten beobachtet werden. Bei ca. 60 bis 80 % zeigt sich eine Schnupfen auf der betroffenen Seite. Gesichtsschwitzen und Gesichtsröten läßt sich ebenfalls auf der betroffenen Seite finden, allerdings tritt diese Störung mit deutlich geringerer Häufigkeit als die vorgenannten Beschwerden auf.Ein differentialdiagnostisch wichtiges Merkmal des Clusterkopfschmerzes in der Abgrenzung zur Migräne ist der Bewegungsdrang der Patienten während der Attacke. Im typischen Fall schildern die Patienten, daß sie während der Schmerzattacken ruhelos umher laufen; sie schlagen schmerzgeplagt mit der Faust auf den Tisch oder mit dem Kopf gegen die Wand. Bettruhe wird selten eingehalten Im Gegesatz zu anderen primären Kopfschmerzerkrankungen wird der Clusterkopfschmerz nur minimal durch psychische Mechanismen beeinflußt wird. Entspannungsverfahren, Streßbewältigungstechniken und ähnliche Maßnahmen, die eine wichtige Rolle in der Therapie der Migräne und des Kopfschmerzes vom Spannungstyp spielen, können den Clusterkopfschmerzverlauf nicht bedeutsam verändern. Der Einsatz alternativer nichtmedikamentöser Therapiemaßnahmen, wie Akupunktur, Neuraltherapie, Biofeedback, Massagen, Manualtherapie, transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) etc. ist beim Clusterkopfschmerz sinnlos und verzögert die Aufnahme einer effektiven Therapie. Im Hinblick auf die mögliche Provokation von Attacken durch Alkohol, vasodilatorische Substanzen wie Nitrate oder Histamin sollte der Patient angehalten werden, solche Stoffe zu vermeiden. Dazu ist auch eine genaue Medikamentenanamnese erforderlich. Bei einigen Patienten kann auch Nikotin Clusterkopfschmerzattacken provozieren. Als Therapiemethode der ersten Wahl zur Kupierung einer akuten Cluster-Attacke gilt die Inhalation von 100-%igem Sauerstoff. Daneben stehen bestimmte Medikamente für die Akutbehandlung und Vorbeugung zur Verfügung.

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Ähnlich dem Clusterkopfschmerz ist die Chronisch paroxysmale Hemicranie(CPH)
Definition:

  1. mindestens 50 Attacken, im Durchschnitt >5 pro Tag
  2. einseitiger, orbitaler, temporaler Schmerz (Dauer 2-45 Minuten)
  3. Begleitsymptome (mindestens 1): Tränenfluß, hängendes Augenlid, Nasenlaufen, Lidschwellung, Augenrötung
  4. Sistieren der Schmerzen unter maximal 150mg Indometazin tgl.
  5. Ausschluß symptomatischer Ursachen
  6. Im Gegensatz zum Clusterkopfschmerz sistiert die CPH unter Indometazin (maximal 150mg/Tag).

Neu definiert wurde das SUNCT-Syndrom
Definition:

  1. einseitige um das Auge herum lokalisierte Schmerzattacken von 10-120sec Dauer mit stechendem Charakter
  2. begleitend: Augenrötung, Gesichtsschwitzen, hängendes Lid, enge Pupille, Lidödem
  3. Triggerbarkeit z.B. durch Gähnen, Laufen
  4. Auschluß einer symptomatischen Ursache
  5. bisher keine wirksame Therapie bekannt da erst 1998 definiert


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Unterscheidung Spannungskopfschmerz und Migräne

Symptom Spannungskopfschmerz Migräne
Intensität and Art des Schmerzes
Mild-bis-mäßig x x
Mäßig -bis schwer x x
Intensiv, pochend und stark beeinträchtigend . x
Störend aber nicht stark beeinträchtigend x .
Dauerschmerz x .
Wo es weh tut
Eine Seite des Kopfes . x
Beide Seiten des Kopfes x x
Begleitsymptome
Übelkeit und Erbrechen . x
Licht- und Lärmempfindlichkeit . x
Aura vor den Kopfschmerzen wie Lichtblitze vor den augen . x
Medikamenten induzierte Kopfschmerzen können beide Kopfschmerzarten immitieren.
Bei der Migräne fangen Übelkeit und Kopfschmerz meist gleichzeitig an oft geht die Übelkeit den Kopfschmerzen vorraus. Wer Kopfschmerzen aufwacht und wem dann  gegen Mittag übel wird, hat eher einen Spannungskopfschmerz Übelkeit ist aber bei Spannungskopfschmerzen selten.

 

 

  Migräne chron. Spannungskopfschmerz Kombination Migräne und Spannungskopfschmerz Cluster- Kopfschmerz Tumor
Frequenz 2 bis 8x /Monat Täglich oder fast täglich Dauerschmerz + 2 bis 8x /Monat typische Migräneattacken 1 bis 8x /Tag während der Serie Unterschiedlich
Dauer 4 Stunden bis 2 Tage meist 12 bis18 Stunden Konstant Konstant mit 30 min bis 2 Tage dauernden Attacken der Verschlimmerung 30 bis 90 Minuten Unterschiedlich
Beginn Allmählich Allmählich Allmählich Plötzlich, erreicht das Maximum der Intensität in 1 bis 3 Minuten Unterschiedlich,
Schmerz- Lokalisation Einseitig, kann die Seite wechseln und beidseitig werden Schraubstock oder Helmgefühl, beidseitig Schraubstock oder Helmgefühl, ständig dazu oft einseitige Attacken Einseitig, meist hinter dem Auge Meist einseitig
Schmerz- Charakteristik Pulsierend; mäßig bis schwer Ständiger dumpfer Schmerz, als ob der Kopf zusammengedrückt wird Ständiger dumpfer Schmerz in den Attacken Pulsierend; mäßig bis schwer Anhaltend, schwer, wie mit einem Messer, stechend, zur Verzweiflung treibend Unterschiedlich
Begleitende Symptome Systemisch-Meist Übelkeit und Erbrechen, Prodrome bei Migräne mit Aura, Vorsymptome bei Migräne ohne Aura, Lichtscheu Keine, meist auch keine Zunahme durch körperliche Aktivität Nur in den Attacken wie bei Migräne, oft von Depressionen begleitet Auf der Schmerzseite:  partielles  Horner- Syndrom, Tränenfluß, verstopfte Nase Augenrötung Unterschiedlich
Trigger Stress, Menses, Alkohol, Schlafrhytmusveränderung Stress Stress, Depression, Während der Serien kann Alkohol die Attacken auslösen Keine bekannt
Geschlechtsverteilung 3:1 weiblich Gleichmäßig verteilt Frauen etwas häufiger 10:1 männlich Gleichmäßig verteilt

 

 

Strategien gegen Medikamenten- Missbrauch nach Elkind AH. Drug abuse and headache. Med Clin N Amer. 1991;75:717-731.
Prinzip Kommentar
Koffein Konsum einschränken Eine Tasse Kaffee Pro Tag (umstrittenes Prinzip)
Begrenzung des Gebrauchs von Schmerzmitteln, Opiaten, und Opiatabkömmlingen Ausführliche Patienten- Aufklärung
Wenn möglich Monosubstanzen keine Mischarzneimittel Mischarzneimittel werden häufiger missbraucht
Ergotamine allerhöchstens 2x wöchentlich Ausführliche Patienten- Aufklärung über Reboundkopfschmerzen
Frühzeitig  an eine medikamentöse Prophylaxe denken Ab 2x wöchentlich Schmerzmittelbedarf oder bei schwerer Beeinträchtigung

 

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Spannungskopfschmerzen

 

Rund 35% der bundesdeutschen Bevölkerung leidet gelegentlich unter diesem Kopfschmerztypus. Die Inzidenz des chron. Spannungskopfschmerzes liegt zwischen 2 und 3% der Bevölkerung.

Nach der IHS-Klassifikation wird zwischen einem episodischen und einem chronischen Kopfschmerz vom Spannungstyp unterschieden:

Episodischer Spannungskopfschmerz < 180 Tage / Jahr

Chronischer Spannungskopfschmerz > 180 Tage / Jahr

Fast alle Patienten klagen über einen täglichen Kopfschmerz. In den meisten Fällen bestand ursprünglich ein episodischer Kopfschmerz und im Laufe der Zeit nahm die Zahl der Kopfschmerztage zu. Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft unterscheidet einen Spannungskopfschmerz mit und ohne Beteiligung der pericraniellen Muskulatur.  Fast alle Patienten haben zumindest einen erhöhten Tonus der Nackenmuskulatur. Etwa 30% der Patienten mit chron. Spannungskopfschmerz haben aufgepropft einen medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerz. Hier kann der relative Anteil des ursprünglichen Kopfschmerzes und des medikamenteninduzierten Dauerkopfschmerzes nur ermessen werden, nachdem ein Medikamentenentzug erfolgt ist. Etwa die Häfte der Patienten verspürt nach dem Medikamentenentzug eine signifikante Besserung der Kopfschmerzen.

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Zitat nach Migräne und Kopfschmerzen ein Gesundheitsratgeber der Stiftung Warentest. Der ,,angespannte Kopf' ist die häufigste Kopfschmerzform überhaupt. Jüngsten Untersuchungen zufolge leiden über 70 (!) Prozent der Deutschen gelegentlich oder häufiger unter einem Schmerzsyndrom, das die Betroffenen als ,,dumpf-drückend" schildern. Bei zirka fünf Prozent von ihnen meldet sich der Schmerz sogar täglich oder fast täglich. Anders als die Migräne tritt der Spannungskopfschmerz beidseitig auf. Er beginnt häufig im Hinterhaupt- oder Stirnbereich und breitet sich von dort allmählich über den ganzen Kopf aus. Viele Patienten spüren einen starken Druck um die Augen und hinter den Augen oder haben das Gefühl, eine schwere Last auf der Schädeldecke zu tragen. Andere beschreiben den schmerzhaften Zustand als ,,Schraubstockgefühl"   beziehungsweise  als einen zu engen Hut oder Reif um den Kopf herum. Wieder andere beklagen, nicht mehr frei denken zu können und fühlen sich, als hätten sie - im wahrsten Sinne - ,,ein Brett vor dem Kopf'". Diese Kopfschmerzerkrankung entwickelt sich langsam. Zu Beginn sind die Schmerzen oft morgens stärker und lassen im Laufe des Tages wieder nach. Sie treten meistens im Zusammenhang mit Konflikt- und Streßsituationen au{ aber auch nach anatomisch belastenden und falschen Körperhaltungen (zum Beispiel bei der Arbeit am Computer). Im späteren Verlauf, wenn das Leiden chronisch geworden ist, gibt es keine besondere Tagesrhythmik und keine Abhängigkeit von äußeren Faktoren mehr. Die Schmerzen können sich jederzeit melden und bleiben dann über einen längeren Zeitraum (auch am Wochenende oder während des Urlaubs) bestehen. Spätestens zu diesem Zeitpunkt fühlen sich die Betroffenen nachhaltig in ihrem alltäglichen Leben beeinträchtigt. Konzentrations- und Aufnahmefähigkeit sind verringert. Darüber hinaus berichten viele Patienten über Antriebs- und Konzentrationsstörungen, die auf eine depressive Verstimmung hinweisen können. Solche Symptome sind allerdings häufig eine Folge der Kopfschmerzen und nicht deren Ursache. Spätestens mit Anfang Vierzig leiden viele Betroffene bereits unter chronischen  Beschwerden.   Die  Spannungskopfschmerzen bestehen dann oft schon seit Monaten, in manchen Fällen sogar seit Jahren oder Jahrzehnten.Treten die Schmerzen durchschnittlich an mehr als 15 Tagen pro Monat auf, dann handelt es sich um ein chronisches Leiden, das manchmal auch durch die regelmäßige Einnahme von Schmerz-mitteln (vor allem von Mischpräparaten) verstärkt und unterhalten wird. Die Grenze zwischen Spannungs- und medikamentenbedingtem Dauerkopfschmerz ist in solchen Fällen fließend. Spannungskopfschmerzen sind zwar häufig von starken Verspannungen der Kopfmuskulatur sowie der Muskeln im Bereich der Schultern, des Nackens oder auch der Halswirbelsäule begleitet - diese erhöhte Muskelanspannung ist jedoch nicht zwangsläufig gegeben.

Außerdem haben Spannungskopfschmerzpatienten im Vergleich zu anderen Menschen keine stärkeren Abnutzungserscheinungen an der Halswirbelsäule oder irgendwelche typischen Organschäden. Begleitsymptome wie Licht- und Lärmempfindlichkeit, Übelkeit oder Erbrechen, die typisch für die Migräne sind, treten bei Spannungskopfschmerzen nur selten auf. Darüber hinaus setzen Spannungskopfschmerzen nie - wie die Migräne - nachts ein. Die Betroffenen werden auch nicht in den frühen Morgenstunden mit Beschwerden aus dem Schlaf geweckt. Kommt es zu Begleitsymptomen wie Brechreiz' Sehstörungen oder ausgeprägter Lärm- und Lichtempfindlichkeit, dann handelt es sich in der Regel um eine begleitende Migräne, das heißt um Migräne und Spannungskopfschmerzen' also um einen ,,Kombinationskopfschmerz"" Nur in einem Teil der Fälle von Spannungskopfschmerz handelt es sich im engeren Sinne um psychsomatische Zusammenhänge.Angesichts der sehr unterschiedlichen Entstehungsbedingungen des Spannungskopfscherzes können testpsychologischen Befunde im Einzelfall auch durchaus im Normbereich liegen.   Das Therapiekonzept ergibt sich aus der genauen Analyse der individuellen Entstehungsbedingungen (Soyka D. Psychosomatische Aspekte bei idiopathischen Kopfschmerzsyndromen. Nervenheilkunde 1997; 16: 250-256)

Während eine kurzfristige Gabe peripher wirksamer Monoanalgetika (keine Kombinationspräparate) im anfänglichen Akutstadium sinnvoll sein kann, sollte eine längere Gabe z.B. länger als 4 Wochen unbedingt vermieden werden, da sich nicht selten aus einem ursprünglichen Sapnnungskopfschmerz ein Medikamenten induzierter Dauerkopfschmerz mit entsprechender Chronifizierung entwickelt.

Therapie zuerst: Bewußtmachung ursächlicher Einflüsse, Korrektur des Lebensstils,Entspannungsübungen (Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson, Autogenes Training, EMG-Biofeedback)Streßbewältigungsstrategien.  Vegetative Stabilisierung (Wechselduschen, Bürstenmassagen, Sport, geregelter Tagesablauf, ausreichend Nachtschlaf, Meidung von Genußmitteln wie Alkohol, Nikotin, Koffein),Schmerzpsychologische Behandlungskonzepte.

Wenn das nicht hilft: Medikamente bei chronischer Verlauf: Trizyklische Antidepressiva (1. Wahl: Amitriptylin oder Doxepin, 2. Wahl: Imipramin, Clomipramin) eventuell Psychotherapie. Trizyklische Antidepressiva Amitriptylin (z.B. Saroten ret) 5 - 100 mg/Tag Gesamtdosis zur Nacht etwa 1-2 Stunden vor dem Schlafen. Amitriptylin-N-Oxid 30 - 90 mg/Tag Gesamtdosis zur Nacht etwa 1-2 Stunden vor dem Schlafen. Alternativ Doxepin 50 - 100 mg/Tag (Max. 150 mg/Tag) Gesamtdosis zur Nacht etwa 1-2 Stunden vor dem Schlafen. Imipramin 75 - 100 mg/Tag (Max. 150 ) Nortriptylin 25 - 100 mg/Tag (Max. 150 Mg/Die) Clomipramin 50 - 100 mg/Tag

Immer falsch: Analgetikamischpräparate, Ergotaminpräparate,Benzodiazepinderivate

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Migräne (Definition)
IHS 1.1 Migräne ohne Aura
Mindestens 5 Attacken, die B - D erfüllen.
Kopfschmerzattacken dauern 2 - 48 Stunden.
Mindestens 2 der folgenden Charakteristika:
1. Einseitige Lokalisation
2. Pulsierender Charakter
3. Mäßige bis schwere Intensität
4. Verstärkung durch körperliche Routinetätigkeit.
Mindestens eines der folgenden Begleitsymptome
1. Übelkeit und/oder Erbrechen
2. Licht- und Lärmempfindlichkeit..
Organische Schmerzursache ausgeschlossen.
IHS 1.2 Migräne mit Aura
Mindestens 2 Attacken, die B erfüllen
Mindestens 3 der folgenden Charakteristika:
1. Ein oder mehrere voll reversible Aurasymptome.
2. Aurasymptome entwickeln sich allmählich über mindestens 4 Minuten.
3. Kein Aurasymptom dauert länger als 60 Minuten
4. Kopfschmerz folgt der Aura nach maximal 60 Minuten.
Organische (Schmerz)ursache ausgeschlossen.

 

IHS 1.7 Migränischer Kopfschmerz, der nicht alle Kriterien erfüllt Erfüllt alle bis auf ein Kriterium einer oder mehrerer Migräneformen.Erfüllt nicht die Kriterien des Spannungskopfschmerzes

 

Aus den Therapieempfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft" Hrsg.: Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Redaktion Dr. med. Volker Pfaffenrath, München

  Die Diagnose einer Migräne beruht allein auf der Anamneseerhebung und dem Erheben eines unauffälligen neurologischen Befundes.

Damit die Diagnose einer Migräne ohne Aura gestellt werden kann, müssen folgende diagnostische Kriterien erfüllt sein:

1. Es müssen insgesamt mindestens fünf Attacken eines Kopfschmerzes aufgetreten sein, die unbehandelt vier bis 24 Stunden dauerten und mindestens zwei der folgenden Kriterien erfüllten:

2. Halbseitige Lokalisation, pulsierende Qualität, mittlere bis starke Intensität und Verstärkung durchkörperliche Aktivität.wpe4.jpg (1967 Byte)

3. Darüber hinaus müssen wenigstens entweder Übelkeit und/oder Erbrechen und/oder Licht- und Lärmempfindlichkeit vorgelegen haben.

4. Des weiteren müssen symptomatische Ursachen durch körperliche neurologische Untersuchungen und gegebenenfalls durch Zusatzdiagnostik ausgeschlossen sein.

Für die Diagnose einer Migräne mit Aura werden mindestens zwei Attacken mit einer Aura-Symptomatik, die voll reversibel ist, gefordert. Die Aurasymptomatik entwickelt sich in aller Regel über mehrere Minuten und hält bis zu 60 Minuten an. Meist besteht eine visuelle Aura in Form von Flimmerskotomen, die sich von der Fovea nach peripher ausbreiten. Des weiteren können Szintillationsphosphene bzw. seltener Skotome auftreten. Daneben beobachtet man deutlich seltener eine sich langsam ausbreitende somatosensible Aura oder aphasische Auren. Motorische Paresen sind eine Rarität. Neben typischen Kopfschmerzattacken mit Aura können auch isolierte Auren auftreten. Nach:  Migräne Klinik und Therapie                      Prof.Dr.med.A.Straube,Dr.med.S.Förderreuther,Neurologische Klinik (Direktor:Prof.Dr.med. Th.Brandt),Klinikum Großhadern,München. MMW-Fortschr.Med.141 (1999),930 –932)

 Migräne ist eine organische Erkrankung, unabhängig davon, daß sowohl positiver wie auch negativer Streß und Emotionen eine Migräneattacke auslösen können.  Die Migräne kommt gleich häufig in verschiedenen sozialen Schichten vor, ist unabhängig von Iintelligenz, Rasse oder Persönlichkeitsstruktur. Diese psychischen Auffälligkeiten sind nicht die Ursache der Migräne, können aber die Folge der chronischen Schmerzerkrankung sein , insbesondere dann, wenn sie ungenügend behandelt ist.

Die Migräneerkrankung kann ein erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall bedeuten, wenn bei Frauen über 30 Lebensjahren weitere Risikofaktoren wie medikamentöse Empfängnisverhütung, übermäßiger Nikotingenuß und hoher Blutdruck hinzukommen. Auf jeden Fall kann aber der Schluß gezogen werden, daß Frauen, die unter einer Migräne leiden und hormonelle Kontrazeptiva einnehmen, mit dem Rauchen aufhören sollten und daß eine bestehende Hypertonie konsequent behandelt werden sollte. (Merikangas KR, Fenton BT, Cheng SH, Stolar MJ, Risch N. Association between migraine and stroke in a large-scale epidemiological study of the United States. Arch Neurol 54;1997:362­8)

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Sehr viele Migränepatienten erleben den Schmerz anfangs im Nacken einsetzend und dann halbseitig zur Stirn ausstrahlend. Viele geben zusätzlich eine Nackenverspannung an. Die Ursache der Migräne ist nicht eine Erkrankung der Halswirbelsäule. Die Migräne projiziert Schmerz in den Nacken, d. h. Nackenverspannungen sind Folge der Attacke und nicht umgekehrt. Das häufige "Einrenken" der Halswirbelsäule ist also eine sinnlose Therapie.

Oder wie es in amerikanischen Leitlinien heißt
  • The value and cost-effectiveness of physiotherapy, osteopathy and chiropractic in the management of migraine have not yet been determined. It is therefore inappropriate for a physician to refer patients for such treatments, but patients who are strongly motivated to seek such help need not be dissuaded as long as they are made aware of the uncertain benefits so far recorded (class C recommendation). Transcutaneous electrical stimulation and acupuncture Transcutaneous electrical stimulation72 (level II-2 evidence) and acupuncture73-76 (level I evidence, class B recommendation) have been claimed in small series to provide some relief from migraine.
  • Patients who enquire about transcutaneous electrical stimulation and acupuncture should be made aware of the lack of firm evidence as to the benefits and cost-effectiveness of these treatments in the management of migraine (class C recommendation). (Guidelines for the nonpharmacologic management of migraine in clinical practice CMAJ 1998;159:47-54 )
 Nach Zwillingsstudien ist das Auftreten von Migräne zu 30 bis 50 % genetisch mitbestimmt. Es besteht also eine eindeutige erbliche Bereitschaft, an Migräne zu erkranken

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Nahrungsmittel wie bestimmte Käsesorten, Schokolade, chinesisches Essen und der Genuß von Rotwein können selten ein Auslöser für eine Attacke sein, Auslöser sind immer individuell, es sind üblicherweise Kombinationen verschiedener Triggerfaktoren, die eine Migräneattacke auslösen, die Auslösung durch Nahrungsmittel bleibt strittig, wird aber von vielen Patienten berichtet. Noch schlechter belegt ist eine "allergische Auslösung" durch Nahrungsmittel.
Versuche einer Behandlung der Migräne mit Hormonen schlagen jedoch meist fehl. Manche Frauen haben unter der Pille weniger, andere mehr Attacken. Die Migräne ist also keinesfalls ein Grund für eine Hormonbehandlung.
 

Kann die Migräne geheilt werden?

Die vielleicht häufigste Frage. Die klare Antwort heißt: Nein. Sie läßt sich jedoch in 60-80 % mit adäquaten Therapien so positiv beeinflussen, daß die Lebensqualität des Patienten deutlich gesteigert ist. Die drei Faktoren, die eine deutliche Besserung der Migräne bestimmen, sind 1. eine effektive Attackentherapie, 2. eine konsequente Migräneprophylaxe und 3. eine unterstützende Verhaltenstherapie.

Eine allgemein akzeptierte Bedingung, die den Verlauf einer Migräne längerfristig negativ verändern kann, ist chronischer beruflicher oder privater Streß, wobei der Begriff hier mehr für eine emotionale als für eine körperliche Überforderung steht. Umgekehrt gibt es ausreichend Hinweise darauf, daß positiv empfundene Lebensperioden den Migräneverlauf günstig beeinflussen können.

Zu alternativen Therapieverfahren existieren nur wenige kontrollierte Studien. Es ist bekannt, daß das Muskelrelaxationstraining nach Jacobson einen signifikanten positiven Effekt hat. Dies gilt aber nicht für Psychotherapie, Hypnose, Neuraltherapie, Akupunktur o.ä. Andererseits wäre es anmaßend zu behaupten, daß alternative Therapieansätze grundsätzlich nicht helfen können. Strikt abgelehnt werden sollte jedoch alles, was dem Patienten schaden oder ihn unnötig Geld kosten kann.
Patienten können durch allgemeine Verhaltensmaßnahmen selbst sehr viel gegen ihre Migräne tun.

Wichtig ist zum Beispiel, daß der Tagesablauf regelmäßig geplant wird. Denn ein unregelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus sowie unregelmäßige Mahlzeiten zählen zu den Migräneauslösern.

Sinnvoll ist es ebenfalls, Entspannungsverfahren zu lernen und zu paktizieren. Diese helfen nämlich, Streßsituationen zu meistern und damit effektiv Migräneattacken vorzubeugen.

Bei einem primären Kopfschmerz, dessen Symptomatik schon seit Jahren immer gleich ist, ist eine bildgebende Untersuchung nicht erforderlich. In den seltenen Fällen, in denen Patienten eine direkte Tumorangst verspüren, kann man, um eine Tumorerkrankung auszuschließen, eine Computertomographie ohne Kontrastmittel durchführen. Diese Untersuchung wird nicht zur Diagnosestellung benötigt, sondern nur um den Patienten zu beruhigen. In einer Übersichtarbeit wurde untersucht wie oft sich bei unauffälligem neurologischem Befund in der Kernspintomographie eine Auffälligkeit findet. dabei wurden alle verfügbaren Studien ausgewertet, von 897 Migränepatienten hatten 3 einen Tumor, allerdings hatten 2 dieser Patienten, gleichzeitig eine neu hinzugekommene Epilepsie, die eine häufige Folge von Hirntumoren ist( nicht umgekehrt). Die Arbeit können sie unter  Headache in Patients with Normal Neurological Examinations, Utility of Neuroimaging in Evaluation of (July 1994) herunterladen. Nach Entfernung eines gutartigen Tumors in dieser Studie besserte sich der Kopfschmerz nicht. Er hatte vermutlich nichts mit den Schmerzen zu tun. Zusammenfassend weist eine eindeutige Migräne mit unauffälligem Neurologischem Befund nicht auf einen Hirntumor hin. Radiologische Untersuchungen sind hier unötig, auch eine unnötige Belastung für Sie. Entscheidend bleibt, daß ein Arzt, der in der Kopfschmerzdiagnostik erfahren ist, sich ausführlich Ihre Vorgeschichte angehört hat (eine Anamnese erhoben hat), und sie neurologisch untersucht hat.

In der Therapie der Migräne spielt der Plazebofaktor bekanntlich eine beträchtliche Rolle und wird von vielen Autoren nahezu übereinstimmend in einer Größenordnung von etwa 40% eingeschätzt. (Diener HC, Brune K, Gerber WD, Göbel H, Pfaffenrath, V. Behandlung der Migräneattacke und Migräneprophylaxe. Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft. Nervenheilkunde 1997; 16: 500-10. )
Bei leichten bis mittelschweren Attacken: Kombination von Antiemetika also Medikamenten gegen Übelkeit (z. B. Metoclopramid 10–20 mg als Supp. oder p. o., z. B. Paspertin®, bzw. Domperidon 10 mg p. o., z. B. Motilium®) mit 1000–1500 mg Azetylsalizylsäure (als Brause- oder Kautablette), oder Paracetamol 1000mg, alternativ 400–800 mg Ibuprofen oder 250 mg Naproxen. Ausweichmedikation: 500–1000 mg Metamizol p. o.  Die Vorbehandlung mit einem Antiemtikum wie Metoclopramid oder Domperidon ist nötig, um die im Migräneanfall erlahmte Magen- und Darmperistaltik anzuregen und damit die Resorption des Analgetikums zu fördern.

Die Kombination der ersten Wahl bei leichten bis mittelschweren Migäne Attacken:
Wirksamkeit nur bei fühzeitiger Einnahme
Medikament gegen Übelkeit (auch wenn keine empfunden wird) Metoclopramid 10–20 mg als Supp. oder p. o., z. B. Paspertin®, bzw. Domperidon 10 mg p. o., z. B. Motilium®
Einfaches Analgetikum kein Mischpäparat, ausreichende Dosis 1000–1500 mg Azetylsalizylsäure (als Brause- oder Kautablette), oder Paracetamol 1000mg, alternativ 400–800 mg Ibuprofen oder 250 mg Naproxen.

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Auch Rezeptfreie Kopfschmerztabletten können schwerste Nebenwirkungen haben, sie sollten gerade bei den Arzneimitteln die Sie selbst frei kaufen können den Beipackzettel besonders sorgfältig lesen und wie es die Werbung empfiehlt Ihren Arzt fragen. Wer weiß schon, daß Aspirin Asthmaanfälle auslösen kann oder bei Kindern eine lebensgefährliche Hautkrankheit auslösen kann. Paracetamol kann bei Überdosierung eine akutes Leberversagen auslösen.....

UAWAspirin: Magen-Darm-Trakt: Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen, Ulzera, Blutungen; Analgetika-Intoleranz (Rhinitis, Bronchospasmus), insbes. bei Patienten mit Asthma, Nasenpolypen; Urtikaria, Leber- und Nierenfunktionsstörungen

IA Aspirin: Erhöhtes Blutungsrisiko mit Antikoagulanzien, erhöhte Gefahr von Magen-Darm-Ulzera mit Glucocorticosteroiden, Wirkungsabschwächung von Antihypertensiva/Diuretika, Toxizitätserhöhung von Methotrexat, Wirkungsverminderung von Probenecid, Sulfinpyrazon,

.... Wichtig ist also auch hier vorher Ihr spezielles Nebenwirkungsrisiko abzuschätzen und das Medikament hiernach auszuwählen.

Risikoprofil für Magenblutungen (Wann besonderer Magenschutz besonders bei Älteren)
Aspirin oder nichtsteroidalen Antirheumatika sind für über 80 Prozent aller Ulkusblutungen des älteren Menschen verantwortlich.
Andere Risikofaktoren
orale Antikoagulantien 7,8
Ulkusanamnese 3,8
Herzinsuffizienz 5,9
orale Corticosteroide 2,7
Diabetes mellitus 3,l
Raucheranamnese 1,6
Weil 5, Langmann MJS, Wainwright P et al.: Peptic ulcer bleeding: accessory risk, factors and interactions with non-steroid atiinflammatory drugs. Gut 2000; 46:[Abstract].
Zu den Nebenwirkungen von Ass siehe auch: The Dutch TIA Trial Study Group. A comparison of two doses of aspirin (30 mg vs 283 mg a day) in patients after a transient ischemic attack or minor ischemic stroke.N Engl J Med. 1991;325:1261-1266.MEDLINE und UK-TIA Study Group.The United Kingdom transient ischaemic attack (UK-TIA) aspirin trial: final results.J Neurol Neurosurg Psychiatry.1991;54:1044-1054.MEDLINE

"Endlich Migräne-Stopper da!" Es ist kein wesentlich anderer Effekt als mit bisherigem Acetylsalizylsäure -Präparaten zu erwarten. In der  Aspirin®Migräne Studie mit 374 Migräne-Patienten, wurde bestätigt, daß Acetylsalicylsäure (ASS) in einer magenfreundlichen Brauseformulierung bei Migräne-Kopfschmerz wirksamer ist als Placebo. Obwohl kein Antiemetikum gegeben wurde, sprachen 55 Prozent der Patienten auf die Therapie mit zwei Tabletten Aspirin® Migräne mit je 500 Milligramm ASS an.  Auf Placebo haben mit 36,8 Prozent signifikant weniger angesprochen. Als Therapie-Erfolg galt: Rückgang der Kopfschmerzen vom Schweregrad stark oder mäßig stark auf leichte oder keine Schmerzen zwei Stunden nach Präparat-Einnahme. Nebeneffekte wie Übelkeit, Erbrechen oder Licht- und Lärmempfindlichkeit seien zum Teil um mehr als 50 Prozent reduziert worden. "

Kombinationspräparte wie die Dreierkombination aus ASS, Paracetamol und Koffein (Thomapyrin®) sind möglicherweise besser als ihr Ruf. es ist inzwischen umstritten, ob sie häufiger als Monopräparate zu Abhängigkeit (Analgetika indzuierten Kopfschmerzen) führen. (US-Headache Consortium 7/2000ein von der US-amerikanischen neurologischen Gesellschaft zusammengestelltes interdisziplinäres Gremium. In dieses Gremium sind Experten aus sieben medizinischen Organisationen, zum Beispiel aus der American Headache Society und der National Headache Foundation berufen worden. Große Studien sind allerdings noch im Gange endgültige Ergenisse werden erst in 2 Jhren vorliegen. )

Bei schweren Migräneattacken oder bei Versagen dieser Therapieoptionen: (Nur bei sieben Prozent der Migräne-Attacken sind Triptane notwendig.) Behandlung mit den sog. Triptanen, die neben der Hemmung der neurovaskulären Entzündung auch eine vasokonstriktorische Wirkung haben. Zur Zeit sind mit Sumatriptan (Imigran®), Naratriptan (Naramig®), Zolmitriptan (AscoTop®) und Rizatriptan (Maxalt®) vier Triptane im Handel; im nächsten Jahr soll noch Eletriptan dazukommen. Hauptproblem der Triptane ist neben dem hohen Preis häufig das Wiederauftreten der Kopfschmerzen (im Durchschnitt zwischen 20 und 40% der Patienten) nach zwölf bis 24 Stunden. Daneben gelten für die Triptane einige Kontraindikationen wie Co-Medikation mit Ergotaminen, koronare Herzkrankheit, Herzinfarktanamnese, Herzrhythmusstörungen, schwere Leber- und Niereninsuffizienz sowie schwere unbehandelte arterielle Hypertonie.  Im Vergleich zwischen 10 mg Rizatriptan und 50 mg Sumatriptan zeigen sich eine etwas raschere Wirkung und eine etwas bessere Wirkung von Rizatriptan im Verhältnis zu Sumatriptan. Bei den Nebenwirkungen bestehen lediglich geringe Unterschiede. Da Rizatriptan seltener zu einem Engegefühl im Bereich der Brust führt, sollte es Patienten gegeben werden, die unter diesen Nebenwirkungen nach Sumatriptan leiden. Rizatriptan hat eine höhere Durchgängigkeit durch die Blut-Hirn-Schranke, was erklärt, warum es häufiger zu Müdigkeit und unsystematischem Schwindel führt.(Goldstein J, Ryan R, Jian K, et al., and the Rizatriptan Protocol 046 Study Group. Crossover comparison of rizatriptan 5 mg and 10 mg versus sumatriptan 25 mg and 50 mg in migraine. Headache 1998;38:737­47.)   Naratriptan ist als einziges Triptan weniger wirksam als die anderen Triptane und hat auch einen langsameren Wirkungseintritt (Goadsby PJ. A triptan too far? J Neurol Neurosurg Psychiatry 1998;64:143­7. ). Bei Prophylaxe mit einem Betablocker sollte die halbe Dosis der Triptane gegeben werden.

Sie dürfen das Triptan nicht schon nehmen, wenn sie die ersten Anzeichen einer Migräne zu verspüren glauben (im Gegensatz zur Einnahme von normalen Schmerzmitteln) und auch nicht bei einer beginnenden Aura. Eine solche prophylaktische Einnahme zählt zu den häufigen Fehlern der Migränetherapie, und damit wird die Wirkung der Triptane verspielt. Erst wenn die Migräneattacke sicher beginnt, ist das Triptan am Platz. Eine zu späte Einnahme beeinträchtigt ebenfalls die Wirkung. Der Patient muß also den optimalen Einnahmezeitpunkt herausfinden. Dies gelingt meist nach zwei bis drei Attacken.

Wenn einfache Schmerzmittel mit Antiemetikum nicht ausreichen.

Substanz Dosis Nebenwirkungen Kontraindikationen
Sumatriptan
(Imigran®)
25 - 100 mg
25 - 100 mg p.o.
6 mg s.c.
25 mg Supp
10 - 20 mg nasal
Druck-, Wärme-, Schwere-
Druck-, Wärme-,Schweregefühl,
"Brustschmerzen", Kältegefühl, Lokalreaktion an der Injektionsstelle, Atemnot, allgemeines Schwächegefühl
Hypertonie, KHK, Angina
Hypertonie, KHK, Angina pectoris, Myokardinfarkt, M. Raynaud, AVK, Schwangerschaft, Stillzeit, <18 und >65 J.
Prophylaxe mit DHE oder Methysergid, Ergotaminmißbrauch, Migräneaura (Kein Patient sollte sowohl Ergotamine als auch Triptane im Arzneischrank haben)
Zolmitriptan
(Ascotop®)
2,5 - 5 mg p.o. Schwindel, Benommenheit Wärmegefühl, Schwäche, Mundtrockenheit, Schweregefühl, "Brustschmerzen", Engegefühl im Hals wie Sumatriptan
WPW-Syndrom
Naratriptan
(Naramig®)
2,5 - 5 mg p.o. Müdigkeit, Parästhesien, Engegefühl der Brust wie Zolmitriptan
Rizatriptan
(Maxalt®)
5 - 10 mg p.o. bzw. Maxalt lingua wie Sumatriptan wie Sumatriptan;
bei Propanolol-Medikation
nur 5 mg Rizatriptan
  Nach: Gibt es eine differentielle Indikation für Triptane bei der Migräneattacke?
Volker Pfaffenrath

Neben den schon unter den nicht-medikamentösen Maßnahmen aufgeführten Möglichkeiten bestehen verschiedene pharmakologische Möglichkeiten zur Prophylaxe von Migräneattacken. In der Regel wird man diese aber erst bei Patienten mit mehr als drei Attacken pro Monat oder besonders schweren und langanhaltenden Attacken diskutieren. Am besten untersucht und in der Regel erste Wahl ist die Gabe eines Betablockers (Propranolol, Metoprolol oder seltener eingesetzt Atenolol). Die Therapie sollte nur einschleichend langsam steigernd begonnen werden, wobei für Metoprolol eine Dosierung von 100–200 mg täglich anzustreben ist. Mit einer Wirkung ist frühestens nach vier bis sechs Wochen zu rechnen; etwa 70% der Patienten zeigen eine 50%ige Reduktion ihrer Attackenfrequenz. Nach etwa neunmonatiger Therapie sollte die Indikation für eine Prophylaxe durch einen ausschleichenden Absetzversuch kontrolliert werden. Es gibt keinen Zweifel, daß bei der Migräne serotonerge Mechanismen eine wichtige Rolle spielen. Trizyklische Antidepressiva wie Amitriptylin haben eine gewisse migräneprophylaktische Wirkung. Die meisten anderen modernen selektiven Serotoninwiederaufnahmehemmer zeigen keine nachweisbare Wirksamkeit in der Migräneprophylaxe.
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  Zur nicht-medikamentösen Migränetherapie gehören u.a.das Meiden von Alkohol, Ausdauertraining und Entspannungsübungen. Nach: Migräne Klinik und Therapie  Prof.Dr.med.A.Straube,Dr.med.S.Förderreuther,Neurologische Klinik (Direktor:Prof.Dr.med. Th.Brandt),Klinikum Großhadern,München. MMW-Fortschr.Med.141 (1999),930 –932)

In der Schwangerschaft sollte in der Regel eine sachliche ärztliche Aufklärung in Kombination mit nicht-medikamentösen Maßnahmen (Schlafen, Massage, Biofeedback, Eis) eine ausreichende Koupierung der Migräneattacke bewirken. Medikamentöse Maßnahmen sollten auf die Migränikerinnen beschränkt bleiben, die über die ersten 3 Monate  hinaus häufige und schwere Attacken mit Erbrechen und Wasserverlußt. Die Migräne stellt keine Bedrohung für die Schwangerschaft, den Foeten oder den Geburtsvorgang dar . Jede Pharmakotherapie sollte dementsprechend eine Gefährdung der Frucht vermeiden. Paracetamol  als Suppositorium (1000mg) gilt als Mittel der ersten Wahl zur Attackenbehandlung. Teratogene Effekte sind nicht beschrieben. Im Gegensatz zu ASS wird die Thrombozytenfunktion perinatal durch Paracetamol nicht beeinflußt  Aspirin kann dieBlutungsneigung bei Mutter und Kind verstärken, zu einem Verschluß des Ductus arteriosus botalli führen und darüberhinaus eine Verlängerung der Schwangerschaft und des Geburtsvorganges bewirken .Ergotamintartrat und Dihydroergotamintartrat sind absolut kontraindiziert wegen ihrer uterotonischen Effekte.Für Metoclopramid gibt es keine Hinweis auf teratogene Effekte oder kongenitale Mißbildungen. Aufgrund theoretischer Bedenken erscheint es sinnvoll, Metoclopramid nicht im ersten Triminon einzusetzen. Quelle : Die Behandlung der Migräne während der Schwangerschaft Volker Pfaffenrath und Matthias Rehm

Bei menstrueller Migräne und  einer Attackendauer von maximal 3 Tagen können die Attacken mit einer Kombination von Metoclopramid und 1000mg Aspirin Brause behandelt werden. Selten kann auch Migrexa bei kurzer Dauer und beachtung der Nebenwirkungen erwogen werden. Bei fehlendem Effekt ist der Einsatz von Sumatriptan (Imigran) oral in einer Dosierung von 50-100mg oft nicht zu umgehen. Eine Gesamtdosis von 300mg Imigran pro Attacke sollte nicht überschritten werden. Bei Attacken, die kontinuierlich oder diskontinuierlich mehr als 3 Tage anhalten, ist eine Kurzzeitprophylaxe angebracht, üblicherweise mit dem Antirheumatikum Naproxen (z.B. Proxen) in einer Dosis von 2x500mg pro Tag, beginnend zwei Tage vor dem erwarteten Kopfschmerz bis zum Ende der Blutung. Auch weibliche Geschlechtshormone in Form von Östrogenpflastern (z. B. Estraderm TTS) können über eine Dauer von 7 Tagen zur Anwendung kommen. (Zur Therapie der menstruellen Migräne Dr. Volker Pfaffenrath, Neurologe, München )

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Migräne und Schlaganfall
Für die Untergruppe der Frauen im gebährfähigen Alter stellt Migräne einen unabhängigen Risikofaktor für Schlaganfälle dar. Verschiedene Studien zeigten für diese Gruppe ein um den Faktor drei bis vier erhöhtes Risiko. Kontrovers sind die Ergebnisse hinsichtlich der Frage, ob bei klassischer Migräne mit Aura ein höheres Hirninfarktrisiko besteht, als bei der einfachen Migräne ohne Aura. Bei gebährfähigen  Migränepatientinnen hatten begleitende Risikofaktoren, insbesondere Rauchen oder die Einnahme der Pille, einen mehr als multiplikativen Einfluss auf das Schlaganfallrisiko, das unter diesen Randbedingungen auf das mehr als siebenfache anstieg. Dies galt insbesondere auch für die Kontrazeptiva neuerer Generation mit einem Östrogengehalt von weniger als 50 mg/die. Für junge Frauen mit Migräne in der Anamnese ist eine umfassende Aufklärung und Beratung über Schlaganfallrisiken und mögliche Modifikationen der Lebensführung unabdingbar.

 

Migräne ist keine psychiatrische Erkrankung, aber mit solchen etwas überzufällig vergesellschaftet als Beispiel hier eine Grafik

 

migraine.gif (7423 Byte)

 

Differentialdiagnose Migräne- Aura

TIA

crescendo apoplektiform
seitenwechselnd meist gleichseitig
kein Dopplerbefund meist Dopplerbefund
häufig rezidivierend selten rezidivierend
meist jüngerer Patient meist älterer Patient

 

Kontraindikationen gegen  Ergotamine Davidoff RA. Migraine: Manifestation, Pathogenesis, and Management. Philadelphia, PA: FA Davis; 1995.
  • Periphere Arteriosklerose
  • Koronare Herzerkrankung
  • Thrombophlebitis
  • Hypertonus 
  • Bradykardie
  • Hohe Dosen Betablocker
  • Leberfunktionsstörungen
  • Hyperthyreose
  • Mangelernährung
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • Infektionen und Fieber
  • Alter über 60 Jahre (relative KI)

 

Evidence-Based Guidelines for Migraine Headache in the Primary Care Setting: Pharmacological Management for Prevention of Migraine, US Headache Consortium:American Academy of Family Physicians,American Academy of Neurology, American Headache Society, American College of Emergency Physicians,American College of Physicians-American Society of Internal Medicine, American Osteopathic Association, National Headache Foundation. The AHCPR Technical Review included controlled trials indexed in MEDLINE January 1966 through December 1996. Several additional randomized controlled trials for migraine prevention were published after this date and are individually reviewed. Newly published materials not included in the evidence analysis are incorporated into treatment recommendations as appropriate, and these recommendations are based on consensus.
Gruppe 1:
Mittlere bis hohe Effizienz in der Migräne- Prophylaxe gute Beweislage (evidence based medicine), tolerable oder seltenen Nebenwirkungen
Amitriptylin, Valproinsäure, Lisurid, Propranolol, Timolol
Gruppe 2:
Niedrigere Effizienz in der Migräne- Prophylaxe oder schlechtere Beweislage (evidence based medicine), eher mehr oder häufigere Nebenwirkungen
Aspirin, Atenolol, Cyclandelate, Fenoprofen, Teufelskralle, Flurbiprofen, Fluoxetine, Gabapentin, Guanfacine, Indobufen, Ketoprofen, Lornoxicam, Magnesium, Mefenamic acid, Metoprolol, Nadolol, Naproxen, Naproxen sodium, Nimodipine, Tolfenamic acid, Verapamil, Vitamin B2
Gruppe 3:
Klinisch für wirksam erachtet in der Migräne- Prophylaxe, aber kein wissenschaftlicher Beweis der Wirksamkeit (evidence based medicine),mit vertretbaren Nebenwirkungen
Cyproheptadine, Bupropion, Diltiazem, Doxepin, Fluvoxamine, Ibuprofen, Imipramine, Mirtazepine, Nortriptyline, Paroxetine, Protriptyline , Sertraline, Tiagabine, Topiramate, Trazodone, Venlafaxine
mit nicht vertretbaren Nebenwirkungen (incl. Gruppe 4)
Methylergonovine (methylergometrine), Phenelzine, Methysergide, Flunarizine, Pizotifen, TR-DHE.
Gruppe 5:
Klinisch nicht wirksamer als Placebo in der Migräne- Prophylaxe
Acebutolol, Alprenolol, Carbamazepine, Clomipramine, Clonazepam, Clonidine DEK, Femoxetine, Flumedroxone, Indomethacin, Iprazochrome, Lamotrigine, Mianserin, Nabumetone, Nicardipine, Nifedipine, Oxprenolol, Oxitriptan, Pindolol, Tropisetron, Vigabatrin,

 

 

Medikamenten Kombinationen bei der  Migräne Prophylaxe Nach: Silberstein SD. Migraine: Diagnosis and Treatment. In: Silberstein SD, Lipton RB, Goadsby PJ, eds. Headache in Clinical Practice. Oxford, UK: Isis Medical Media; 1998.
Empfohlen/ Suggested Antidepressiva Betablocker
Kalzium- Kanalblocker (Sibelium, Flunarizin, Verapamil, Nifedipine, Diltiazem,...
Valproinsäure,
Methysergid
Methysergid Kalzium- Kanalblocker (Sibelium, Flunarizin,...
SSRIs Tricyclische Antidepressiva
Vorsicht /Use with caution Betablocker Kalzium- Kanalblocker (Sibelium, Flunarizin,.Verapamil, Nifedipine, Diltiazem,..
Methysergide
MAOIs± Amitriptylin oder Nortriptylin
Kontraindiziert MAOIs SSRIs
Die meisten Tricyclische Antidepressiva außer Amitriptylin oder Nortriptylin)
Carbamazepin

 

 

Effektivität der Prophylaktischen Medikamente bei Migräne Silberstein SD. Migraine: Diagnosis and Treatment. In: Silberstein SD, Lipton RB, Goadsby PJ, eds. Headache in Clinical Practice. Oxford, UK: Isis Medical Media; 1998
  Effektivität
Hoch Nieder fehlender Nachweis
First-line Beta- Blocker
trizyklische Antidepressiva,
Valproinsäure,
Verapamil
NSAIDs
SSRIs ±
 
Second-line Methysergid
Flunarizin
MAOIs
  Cyproheptadin
Gabapentin
Lamotrigin

 

 

Interaktion (Wechselwirkung) zwischen  Prophylaktischer und akute Schmerzmedikation Silberstein SD. Migraine: Diagnosis and Treatment. In: Silberstein SD, Lipton RB, Goadsby PJ, eds. Headache in Clinical Practice. Oxford, UK: Isis Medical Media; 1998.
Prophylaktisches Medikament Vorsicht bei Kontraindiziert mit
Methysergid Ergotamine  
Dihydroergotamine (DHE)
5-HT1 (selective serotonin)-agonists (eg, Sumatriptan)
Monoamine oxidase Hemmer (MAOIs)   Meperidin
Sympathomimetika
5-HT1-Agonisten,Sumatriptan usw.
Nichtsteroidale Entzündungshemmer andere NSAIDs oder Aspirin-enthaltende Med.  
Valproinsäure Mißbrauch kurz wirkender Barbiturate  

 

 

Beta- Blocker in der Migräne-Prophylaxe Start- Dosierung Maximal- Dosis
Propranolol 60-80 mg/d 240-320 mg/d
Timolol 20 mg/d 60 mg/d
Nadolol 40 mg/d 240 mg/d
Metoprolol 100 mg/d 250 mg/d
Atenolol 100 mg/d 200 mg/d

 

 

Kontraindikationen prophylaktischer Medikamente bei Migräne nach:Davidoff RA. Migraine: Manifestation, Pathogenesis, and Management. Philadelphia, PA: FA Davis; 1995.
Krankheit Kontraindiziertes Medikament
Hypotension (niedriger Blutdruck) Betablocker, Kalzium- Kanalblocker (Sibelium, Flunarizin,
Magenbeschwerden Nichtsteroidale Entzündungshemmer (Aspirin, Ibuprofen, Naproxen usw.)
Asthma Betablocker
Artheriosklerotische Herzerkrankung Ergotamine, Methysergid
Epilepsie trizyklische Antidepressiva,
Hypertonus (Bluthochdruck) Monoamine oxidase (MAO) Hemmer
Depression Betablocker
Übergewicht Betablocker, trizyklische Antidepressiva, Valproinsäure, Cyproheptadin, Pizotifen

 

 

trizyklische Antidepressiva - Nebenwirkungen- Dosierung
Medikament Marken-Name Anticholinergisch Sedation Orthostatische Hypotension Dosis- Bereich
Amitriptylin* Saroten ++++ +++ ++ 50-150 mg/d
Doxepin Sinquan, Aponal ++ +++ ++ 50-150 mg/d
Imipramin Tofranil ++ ++ ++ 50-150 mg/d
Nortriptylin Nortrilen ++ ++ + 50-150 mg/d
Desipramin Pertofran + + + 50-150 mg/d
Maprotilin Ludiomil + ++ + 75-150 mg/d
Trazodon Thombran + ++ + 50-300 mg/d

*für Amitriptylin am ehesten gesicherte Wirksamkeit generell bei Schmerzen und auch in der Migräneprophylaxe, besonders aber bei Spannungskopfschmerzen.

 

Kalzium-Kanalblocker in der  Migräne Prophylaxe
Generik Marke Start Dosis Maximale Dosis
Verapamil Isoptin 120-240 mg/d 480 mg/d
Nifedipine Adalat 30 mg/d 90 mg/d
Diltiazem   120 mg/d 360 mg/d
Flunarizine Sibelium 10 mg/d 10 mg/d

 

Migränemittel zur Einnahme bei der Attacke mit typischer Dosierung (Beispiele) (Keine Haftung, informieren Sie sich bei dem Arzt der Sie und ihre gesundlheitlichen Probleme kennt über das für Sie geeigneste Medikament und Ihre speziellen Risiken.) Paracetamol +  Metoclopramid 500 -1000 mg + 30 mg M. (absolutes Maximum 3000mg Paracetamol/Tag bei einem gesunden Erwachsenen)
Ibuprofen 400 -1200 mg
ASS + Metoclopramid 1000 mg +10 mg (Vorsicht Aspirin ist für Asthmatiker, Kinder und Magenemfpindliche nicht geeignet.)
Naproxen 750 mg
Diclofenac 50 mg
Sumatriptan 25-100 mg Vorsicht bei vorheriger Ergotamineinenahme verboten, Vorsicht bei Herzkrankheiten.
Warum Ergotamine heute nicht mehr oder nur noch sehr selten und überwacht eingesetzt werden:. Bei der Therapie mit Ergotalkaloiden war größte Vorsicht geboten! Die zu häufige Einnahme von Ergotalkaloiden konnte sehr schnell die Migräneattacken in ihrer Häufigkeit und Intensität verschlimmern! Sehr leicht konnte ein ständiger, täglicher Kopfschmerz entstehen, ein sogenannter medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz.

Bei Absetzen entsteht ein sogenannter Entzugskopfschmerz und die Betroffenen müssen deshalb ständig weiter und mit der Zeit mehr und mehr Ergotalkaloide einnehmen, um nicht einen Entzugskopfschmerz zu erleiden. Bei Dauertherapie konnten auch sehr schwere Durchblutungsstörungen in den verschiedenen Körperorganen auftreten, meist zunächst in den Armen und Beinen. Die Durchblutungsstörungen konnten sogar sehr ernste Folgen haben, bis hin zum tödlichen Verlauf mit Herzinfarkt oder Absterben von Teilen des Darmes aufgrund mangelnder Durchblutung, weil eine dauernde Gefäßverengung verursacht wurde. Nach : Forschungsergebnisse der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Ergotamine und Triptane — pro und contra Prof. Dr.med. Hartmut Göbel

Die neuen Triptane sind besser verträglich aber:

sie dürfen nicht eingesetzt werden wenn- keine ausreichende ärztliche Voruntersuchung einschließlich Blutdruckmessung und Elektrokardiogramm, sowie individueller Beratung vorgenommen wurde. Dies gilt auch gerade für den erstmaligen Einsatz in der Notfallsituation bei schweren Migräneattacken.

-andere Therapiemöglichkeiten zur Vorbeugung und Akutbehandlung von Migräneattacken noch nicht systematisch, individuell ausprobiert worden sind.

-ein medikamenteninduzierter Dauerkopfschmerz besteht.

-Gegenanzeigen bestehen, wie zum Beispiel ein Zustand nach Herzinfarkt, Zustand nach Schlaganfall, andere Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Leber- oder Nierenerkrankungen Nach : Forschungsergebnisse der Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft Ergotamine und Triptane — pro und contra Prof. Dr.med. Hartmut Göbel

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Die Behandlungsstrategien für Migräne werden sich möglicherweise ändern.

Mindestens 3 Behandlungsstrategien werden bisher für akute Migräneattacken vorgeschlagen:  stufenweise Behandlung von einer Attacke zur nächsten mit steigernder analgetischer Potenz,  stufenweise Behandlung innerhalb einer Attacke mit steigernder analgetischer Potenz, und eine von vornherein an den Schweregrad angepaßte Therapie. 

Die Ergebnisse einer neuen internationalen Studie mit  835 Migränepatienten sprechen für eine von Anfang an besser angepaßte Behandlung. In der Studie wurden 3 Behandlungsverfahren für jeweils 6 Migräneattacken pro Patient verglichen.

Bei stufenweise Behandlung von einer Attacke zur nächsten fangen die Patienten mit nicht spezifischer Therapie an  (einfaches oder Kombinationsanalgetikum wie Aspirin oder Paracetamol). Falls bei mehreren Attacken dies zu unbefriedigenden Ergebnissen führt, geht er wieder zum Arzt und es wird eine Steigerung zu einem wirksameren Schmerzmittel oder Vorgehen besprochen. Dieser Prozess wird wiederholt bis sich befriedigende Ergebnisse einstellen. Dieses Konzept wird bisher in den meisten Behandlungsrichtlinen empfohlen. Es hat Vor- und Nachteile. 

Bei der stufenweisen Behandlung innerhalb einer Attacke mit steigernder analgetischer Potenz und Spezifität wird zunächst während der Attacke mit einem einfachen Analgetikum angefangen. Es wird besprochen, daß wenn dieses nach einer festgelegten Zeit (meist 2 Stunden) nicht wirkt zur nächsten Stufe übergegangen wird- meist spezifischen Migränemedikamenten. Bei dieser Strategie haben die Patienten von vorneherein eine Handhabe für einen unzureichenden Behandlungserfolg.

Bei von vornherein an den Schweregrad angepaßter Therapie wird bereits bei der ersten Einnahme je nach Schweregrad aus der gesamten Palette selektiert.

In einer neuen Studie wurden die 3 Verfahren verglichen.

bei an den Schweregrad angepaßter Therapie erhielten die Patienten
mit Grad II Kopfschmerzen Aspirin, 800 bis 1000 mg (je nach Land), plus Metoclopramid, 10 mg, als Akutbehandlung für die Migräneattacken. Bei  Grad III oder IV Kopfschmerzen erhielten sie Zolmitriptan, 2,5 mg,  als sofortige Akutbehandlung.  

Bei stufenweise Behandlung von einer Attacke zur nächsten
behandleten die Patienten ihre Kopfschmerzen während der ersten 3 Attacken   mit Aspirin, 800 bis 1000 mg (je nach Land), plus Metoclopramid, 10 mg . Die die keinen befriedigenden Behandlungserfolg erzielten wurden angewiesen zu nächsten Schritt Zolmitriptan, 2,5 mg,  als sofortige Akutbehandlung für die nächsten Attacken überzugehen. Die anderen sollten bei Aspirin und Metoclopramid bleiben.  

Bei der stufenweisen Behandlung innerhalb einer Attacke
behandleten die Patienten ihre Kopfschmerzen zunächst mit  mit Aspirin, 800 bis 1000 mg (je nach Land), plus Metoclopramid, 10 mg . Die die nach 2 Stunden keinen befriedigenden Behandlungserfolg erzielten wurden angewiesen zu nächsten Schritt Zolmitriptan, 2,5 mg, zusätzlich einzunehmen. . Die anderen sollten bei Aspirin und Metoclopramid bleiben.  

Resultat der Studie:  Der Erfolg bei von vorneherein bei an den Schweregrad angepaßter Therapie war nach 2 Stunden (wie eigentlich zu erwarten) signifikant besser,(52.7%) gegenüber den beiden anderen Gruppen  (40.6%; P<.001) oder   (36.4%; P<.001).  Die Ausfallzeiten waren ebenfalls bei diesen 6 Attacken in dieser Gruppe signifikant geringer. Allerdings waren auch die Nebenwirkungen signifikant häufiger (321 Ereignisse)gegenüber  (159 oder  217 in den beiden anderen Gruppen), die meisten Nebenwirkungen wurden als mild bis mäßig in ihrer Intensität beschrieben.

Eine von vorneherein an den Schweregrad angepaßte Therapie erwies sich damit den anderen Verfahren als überlegen.

Hinweis statt Zolmitriptan sind sicherlich auch alle anderen Triptane ähnlich verwendbar. Stratified Care vs Step Care Strategies for Migraine  The Disability in Strategies of Care (DISC) Study: A Randomized Trial   Richard B. Lipton, MD; Walter F. Stewart, PhD, MPH; Andrew M. Stone, MSc; Miguel J. A. Láinez, MD; James P. C. Sawyer, MB, ChB JAMA. 2000;284:2599-2605 - November 22/29, 2000Vol 284, No. 20, pp 2551-2672

 

Wann zum Kernspin oder CT

Radiologische Untersuchungen sind indiziert bei jedem der folgenden Symptome:
  • Einschränkungen der Psychomotorik, der Wachheit, und der Kognition
  • Beginn bei Anstrengung, Koitus, Husten oder Schneuzen
  • Verschlimmerung im Verlauf
  • Nackensteifigkeit
  • Fokale neurologische Zeichen
  • Erster Kopfschmerz bei patienten über 50 Jahren
  • Schlimmster Kopfschmerz den der Patient je hatte
  • Kopfschmerzen die nicht zu einem typischen Syndrom passen.

Radiologische Untersuchungen sind nicht indiziert wenn alle der   folgenden Kriterien zutreffen:

  • Vorgeschichte ähnlicher Kopfschmerzen
  • Normale vitale Zeichen
  • Psychomotorik, der Wachheit, und der Kognition intakt
  • keine Nackensteifigkeit
  • keine fokalen neurologische Zeichen
  • Besserung des Kopfschmerzes ohne Medikamente.
National Headache Foundation. Standards of Care for Headache Diagnosis and Treatment. Chicago, Ill: National Headache Foundation; 1996:6-7.

 

 

Wann Sie unbedingt sofort einen Neurologen aufsuchen sollten!
3 oder mehr Tage pro Woche Kopfschmerzen
 
Sie nehmen fast täglich Kopfwehtabletten.
 
Sie brauchen davon mehr als die Packungsbeilage empfiehlt.
 
Ihr Nacken ist steif, Sie haben Fieber
 
Ihnen ist schwindlig, Sie sind unsicher, sprechen verwaschen, sehen schlecht, bemerken eine Schwäche der Gliedmaßen oder eine Taubheitsgefühl zusätzlich zum Kopfschmerz.
Sie sind durcheinander
Der Schmerz  nach dem Sie den Kopf gestoßen haben bleibt
 
Der Schmerz verstärkt sich bei Husten, Anstrengung, sexueller Aktivität
 
Die Schmerzen nehmen zu und bleiben lange
 
Sie haben andere Kopfschmerzen als sonst
 
Erbrechen vorallem an mehreren Tagen begleitet die Kopfschmerzen
 
Sie haben Ihre ersten und schlimmsten Kopfschmerzen
 
Die folgende Tabelle gibt einen kleinen Überblick, mit Beispielen vom Kopfschmerzcharakter her, wie man von den Beschwerden her zur Verdachtsdiagnose kommen kann. -Selbstverständlich können nicht alle hier Kopfschmerzsyndrome dargestellt werden. Bedenken Sie aber immer, in Selbstdiagnose ist dies meist nicht möglich. Gehen Sie zu Ihrem Facharzt für Neurologie. Die Tabelle oreintiert sich an der internationalen Kopfschmerzkalssifikation (. Headache Classification Committee of the International Headache Society. Classification and diagnostic criteria for headache disorders, cranial neuralgias and facial pain. Cephalalgia 1988;8, Suppl.7:1-93 )Jeder sich ändernde Kopfschmerz bedarf einer neuen Abklärung durch einen Facharzt.

 

Art der Schmerzen Mögliche Diagnose Andere Zeichen
ganz andersartige Kopfschmerzen als gewohnt s.u. s.u.
Über Wochen zunehmend - bevorzugt an den Schläfen Arteriitis temporalis, Bevorzugt bei älteren Patienten, Schmerz der A temporalis, BlutSenkungsGeschwindkeit erhöht, unbedingt behandlungsbedürftig, da sonst erhebliche Komplikationen
Innerhalb von Stunden, sehr stark ,aber diffus Hirnhautentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Hirnvenenthrombose, Blutung   im hinteren Hirnkreislauf, Hirndrucksteigerung Erbrechen, Fieber, Nackensteife, Druckschmerz über NasenNebenHöhlen, Schmerzen bei schnellem Aufrichten, Pille + Rauchen,  Erbrechen, Schläfrigkeit, neurologische Ausfälle
Über Wochen zunehmend, aber diffus Tumor, Verschleppte Meningitis, Chronische Nebenhöhlenenzündung, Chronisch subdurales Hämatom(besonders wenn im letzten halben Jahr eine Kopfverletzung vorrausging, Hirnabzess,Hirndrucksteigerung, Schmerzmittelmißbrauch  neurologische Ausfälle, morgendliches Erbrechen,  Nackensteife,Klopfschmerz der NasenNebenHöhlen. Unfall in der Vorgeschichte,  Infektionsquelle am Kopf (Furunkel, Abszess), Blasenstörungen, geistiger Abbau
Schlagartig (oft wie ein Blitz) einsetzender  Kopfschmerz Intrakranielle Blutung (SAB), plötzliche Hirndrucksteigerung, Gefäßwandeinriß mit Verstopfung des Gefäßes und eventuellem Schlaganfall(sehr selten) Nackensteife, Erbrechen, Schläfrigkeit, neurologische Ausfälle wie Lähmungen usw. chiropraktische Behandlung voraussgegangen.
Mit Husten auftretend kann Tumorverdacht begründen s.o  zurück zum Seitenanfang  
Mit zunehmenden neurologischen Symptomen wie Lähmungen, Sehstörungen, Sprachstörungen oder Gefühlsstörungen +/- epileptischen Anfällen, Kopfschmerz + Epileptische Anfälle gehören umgehend abgeklärt Tumorverdacht s.o.
zunehmender, als tief empfundener Kopfdruck wechselnder Intensität, oft beim Pressen oder Beugen verstärkt Tumorverdacht, aber auch raumfordernde entzündliche ZNS-Prozesse wie Hirnabszeß, ZNS-Parasitosen, embolische Herdenzephalitis, Granulomleiden, septische Sinusthrombose s.o.
heftiger halbseitiger Kopfschmerz,  oft mehrfach hintereinander zur selben Tageszeit (oft in der Nacht ,Episodenweise   Häufung=Cluster) Clusterkopfschmerz Drang umherzulaufen, Horner-Syndrom (hängendes Augenlid enge Pupille), einseitige Gesichtsrötung, Naselaufen, Ursache unklar, gut behandelbar, HWS- Manipulationen unwirksam
Diffuse Dauerschmerzen, meist im Gesicht, über der Wange mit Ausstrahlung ins Ohr, aber auch in den Hals- uns Armbereich, meist einseitig.Er ist täglich und über den größten Teil des Tages vorhanden, dumpf und schlecht lokalisierbar. Anfangs oft in einem begrenzten Gebiet einer Gesichtsseite kann er sich evtl. auf Ober-und Unterkiefer, Gesicht und Hals ausbreiten. Klinisch fehlen sensible Defizite oder andere körperliche Befunde, apparative Untersuchungen einschließlich Röntgendiagnostik von Gesicht und Kiefer zeigen keine relevanten Befunde. Dem Schmerz kann eine Operation oder Verletzung von Gesicht, Zähnen oder Zahnfleisch vorangehen, er persistiert jedoch ohne nachweisbaren relevanten Lokalfaktor. atypischer Gesichtsschmerz, ATGS Der Zahnarzt und der HNO- Arzt wurden zuerst konsultiert und haben nichts gefunden. Oft dennoch viele Eingriffe, die die Schmerzen verschlimmert haben. Oft Depressionen und Schlafstörungen dabei. Besserung durch bestimmte Antidepressiva häufig.Schmerzmittel meist unwirksam. Literatur z.B.: Pfaffenrath V, Dieterich M. Diagnostik und Therapie des atypischen Gesichtsschmerzes — eine Übersicht. Der Schmerz 1995; 9: 235-241
Einseitige nur Sekunden (max 2 min)dauernde heftige Attacken. Meist ausgelöst durch Essen, Sprechen, Trinken, Berührung, meist nur ein Teil einer Gesichtshälte (Versorgungsgebiet eines Trigeminusastes betroffen), Trigeminusneuralgie

 

Das Kranheitsbild wird von Nichtneurologen oft fälschlich diagnostiziert, die eindeutigen Kriterien oft nicht beachtet. Schmerzmittel meist unwirksam. Bestimmte Antiepileptika und bestimmte operative Eingriffe helfen, Behandlung immer durch den Facharzt. Operative Methode der ersten Wahl ist heute die mikrochirurgische vaskuläre Dekompression nach Jannetta.
Lokalisation vorwiegend im Versorgungsgebiet des ersten Trigeminusastes. Als ein einzelner Stich oder in Serien auftretender, jeweils nur für Sekundenbruchteile anhaltender stechender Schmerz.Intervalle unregelmäßig von 1mal im Jahr bis zu 100x pro Tag.Ausschluß einer symptomatischen Ursache Idiopathischer gutartiger stechender Kopfschmerz
Indometazin in einer Dosierung von 2x25-50mg

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quälende, dumpfe, oft über Jahrzehnte gehende, Kopfschmerzen bei langfristiger, regelmäßiger  Einnahme verschiedener Schmerzmedikamente Schmerzmittelkopfschmerz (analgetika- induzierte Kopfschmerzen) Hören bei Entzug oft schon nach wenigen Tagen bis 3 Wochen auf. Es drohen schwere Nierenschäden, Depressionen und auch vermehrt Schmerzen an anderen Körperteilen, wenn der Schmerzmittelmißbrauch weitergeführt wird. Unterstüzung des Entzuges durch bestimmte Antidepressiva möglich.
Häufige, sehr kurze einseitige   Kopfschmerzattacken. Mindestens 50 Attacken, im Durchschnitt >5 pro Tag, einseitiger, orbitaler, temporaler Schmerz (Dauer 2-45 Minuten) ,Begleitsymptome (mindestens 1): hängendes Augenlid,Lidschwellung, Augenrötung, Naselaufen, Tränenfluß. Sistieren der Schmerzen unter maximal 150mg Indometazin tgl. Ausschluß symptomatischer Ursachen chronsich paroxysmale Hemicranie (sehr selten) Indomethacin ist 1. Wahl, in der Regel gutes Ansprechen. Wenn dies nicht zutrifft, handelt es sich um ein anderes Syndrom.  Ausreichende Ulcusprophylaxe bei längerer Behandlung beachten, Literatur:
· Goadsby PJ, Lipton RB. A review of paroxysmal hemicranias, SUNCT syndrome and other short-lasting headaches with autonomic features, including new cases. Brain 1997;120:193-209. +
Gelenkgeräusche bei Kieferbewegungen,. eingeschränkte oder ruckartige Kieferbewegungen, Schmerz bei Kieferbewegungen, Sperre beim Kieferöffnen, Zusammenpressen oder Knirschen der Zähne, orale Fehlfunktionen wie Beißen oder Pressen im Bereich von Zunge, Lippen, Wange Oromandibuläre Dysfunktion nach IHS-Kriterien dem Kopfschmerz vom Spannungstyp zugeordnet (IHS 2.3), früher bekannt als Kiefergelenkssyndrom, myofasziales Schmerzsyndrom, Costen-Syndrom, cranio-mandibulare Dysfunktion, Temporomandibulargelenkssyndrom (TMJDS) oder temporo-mandibular joint pain.
permanent ein streng einseitiger Kopfschmerz mittlerer bis hoher Intensität besteht. Gelegentlich kommen auch migräneähnliche vegetative Erscheinungen wie Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Augentränen und Schwitzen hinzu. Hemicrania continua Extrem selten, ein Teil der Patienten spricht auf Indometacin an.   Ein Teil der Patienten spricht auf die Gabe von retadierten Opioiden an. (Newman LC, Lipton RB, Solomon S. Hemicrania continua: 7 new cases and a literature review. Headache 1993;32:237-238 )
Heftiges, unerträgliches Druckgefühl mit Erbrechen und Fieber akute entzündliche ZNS-Erkrankungen wie bakterielle Meningitis, Virus-Meningitis und -Enzephalitis, akut exazerbierende Autoimmunkrankheiten Immer sofort zur Klärung zum Arzt.
ständiges Druckgefühl, oft pulsierend, zumeist nicht lokalisierbar, evtl. Benommenheit chronisch-entzündliche ZNS-Erkrankungen, z.B. Neurosyphilis, Neuroborreliose, ZNS-Tuberkulose, metastatische Herdenzephalitis, chronische Virusenzephalitiden, zerebrale Immunvaskulitis (Arteriitis cranialis u.a.) sollte abgeklärt werden, wenn Sie die in der ersten Spalte genannten unspezifischen Symptome haben, allerdings meist eine harmlosere Ursache.
Anfallsweiser stechenden Schmerz mit Gefühlsstörung und Mißempfindungen sowie einer Berührungsüberempfindlichkeit im Versorgungsgebiet des N. occipitlais major oder minor, der durch eine lokale Infiltrationsanästhesie vorübergehend zu durchbrechen ist. Okzipitalisneuralgie Okzipitalisneuralgien können entzündlich, postherpetisch oder traumatisch bedingt sein.

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plötzliche einseitige Kopfschmerzen im und ums Auge, in der Stirn-, Hals- oder Nackenregion. Häufig findet sich auf der betroffenen Seite ein hängendes Augenlid und eine enge Pupille (Horner-Syndrom.) Carotisdissektion Notfall, neurologische Ausfälle können aufgrund einer Minderdurchblutung des nachgeschalteten Gefäßgebietes auftreten
plötzlicher neuer Halbseitenkopfschmerz mit Betonung der Nacken- und Hinterhauptregion Vertebralisdissektion Notfall, neurologische Ausfälle aufgrund einer Minderperfusion des nachgeschalteten Gefäßgebietes auftreten
Heftige Schmerzen beim Orgasmus: Mehrere Subtypen werden diskutiert: · beidseitige, vom Nacken ausgehende, drückende Kopfschmerzen, die mit zunehmender sexueller Erregung ansteigen und vermutlich durch starke muskuläre Anspannung und hohen Blutdruckantieg verursacht werden. · Explosiver, schlagartig kurz vor dem Orgasmus auftretender Kopfschmerz (thunder clap headache), vermutlich durch hohen Blutdruckanstieg verursacht. Hier muß eine SAB ausgeschlossen werden. · ein lageabhängiger Kopfschmerz, ähnlich einem postpunktionellen Syndrom, der im Sitzen und Stehen zunimmt und im Liegen sistiert. Diskutiert wird ein während dem Orgasmus auftretendes Duraleck.
· In 5% der Betroffenen ist eine SAB, ein Hirnstamminfarkt oder eine Sinusthrombose Ursache der Kopfschmerzen.
Orgasmuskopfschmerzen Therapieempfehlungen: Ausführliche Aufklärung und Besprechung der zuatzdiagnostischen Befunde. Bei aufkommenden Kopfschmerzen langsame Steigerung der sexuellen Aktivitäten. Entspannungstechniken.
Bei regelmäßig bei sexueller Betätigung auftretenden Kopfschmerzen Versuch mit NSAID (z.B. Ibuprofen 400mg einmalig), in den meisten Fällen ist keine Therapie möglich. Calciumantagonist nicht sinnvoll. Betablocker (z.B. Propanolol (40-200mg/Tag) regelmässig werden von manchen Autoren empfohlen, NW: Potenzstörungen !

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cervikogener (von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz.

In seiner Intensität wechselnder Dauerschmerz und/oder Schmerzattacken variabler Dauer, streng einseitig, seitenkonstant , mittelschwerer, nicht pulsierender, nicht lanzinierender Schmerz ,Schmerzausstrahlung vom Hinterhaupt nach dem Auge, Stirn und Schläfe,Schmerzprovokation durch Kopfbewegung  oder Druck auf Triggerpunkte, eingeschränkte HWS-Beweglichkeit, nicht radikuläre Schmerzen in Arm und Schulter selten mäßig ausgeprägte Phänomene bei Attacken: Übelkeit, Licht und Lärmempfinslichkeit, Benommenheitsschwindel, auf der betroffenen Seite  "Verschwommensehen" und Schwellung ums Auge. Manualdiagnostik beschäftigt sich mit den muskulären, cutanen und subcutanen klinischen Zeichen und sogenannten Blockierungen bei Patienten mit Nacken-und Hinterkopfschmerzen. Bis heute ist ungeklärt und strittig, ob derartige Befunde bei bestimmten Kopfschmerzsyndromen eine "spezifische" diagnostische Bedeutung haben 

Der cervikogene Kopfschmerz gehört mit ca. 4-5% zu den eher selteneren Kopfschmerzformen und wird nur selten korrekt diagnostiziert,Die Erfahrung hat gezeigt, daß röntgenologische Auffälligkeiten in der Regel nicht nachweisbar oder unspezifischer Natur (z.B. Spondylose oder Osteochondrose) sind und fehlen daher auch in den Kriterien nach Sjaastad. Es besteht heute Übereinstimmung darin, daß radiologisch faßbare degenerative Veränderungen der Halswirbelsäule nicht obligat mit Schmerzen korreliert sind.  Auch aufwendigere Bildgebung hilft bei der Diagnostik nicht weiter.Es ist ein weitverbreitetes Mißverständnis, daß die Schmerzen in erster Linie auf pathologische Veränderungen der knöchernen Strukturen oder der Bandscheiben zurückzuführen sind. Dies ist der Grund, warum degenerativen Veränderungen der HWS im Röntgenbild ein viel zu hoher Stellenwert zugeschrieben wird. Die Ursachen scheinen vielfältig, vermutlich kein einheitliches Krankheitsbild(Sjaastad, O., Fredriksen, T.A., Pfaffenrath, V.: Cervicogenic headache: diagnostic criteria. Headache 38 (1998) 442-445.)

Bestätigung durch diagnostische anästhesiologische Blockade des N. occipitalis major, des medialen Astes des Ramus dorsalis der Wurzel C2,nur marginaler oder fehlender Effekt von Indometacin nur marginaler oder fehlender Effekt von Ergotamin und Sumatriptan, Frauen häufiger als Männer betroffen, nicht selten anamnestisch Schädel- oder HWS-Trauma

Die Bedeutung einer "Manualtherapie" beim cervikogener (von der Hals- Wirbel-Säule ausgehender) Kopfschmerz.(CEK) ist nicht schlüssig geklärt. Daß solche Therapien überschätzt werden, zeigt eine Studie, die in einem doppelblinden Design bei Patienten mit chronischen Nackenschmerzen keine signifikanten Unterschiede zwischen manualtherapeutisch Behandelten gegenüber einer Kontrollgruppe verifizieren konnte. Derzeit sollten Patienten mit einem CEK außerhalb kontrollierter Studien noch keiner operativen Intervention unterzogen werden, da allgemein anerkannte, wirksame und im Verlauf kontrollierte Verfahren fehlen. Bei "erfolgreichen" Eingriffen ist oft die Katamnese zu kurz, die nicht seltenen Rezidive entgehen der Beurteilung. Zu deutsch Operationen sind hier bisher allenfalls Experimente mit großen Risiken und ohne wirklich belegten Erfolg.(Kopfschmerzen und die Halswirbelsäule" von W. Pöllmann, M. Keidel und V. Pfaffenrath in der Zeitschrift NERVENARZT 67: 821-836, 1996)

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Trigeminusneuralgie, fast kein Kranheitsbild wird so häufig zu unrecht angenommen:

 

Die Trigeminusneuralgie ist dabei einfach zu diagnostizieren: Einschießende wiederholt anfallsweise Sekunden bis 2 Minuten dauernde heftigste Schmerzattacken sehr starker Intensität im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Trigeminusäste, auslösbar über Triggerzonen oder mechanisch bei Kauen, Sprechen, Essen, etc. mit Schmerzfreiheit zwischen den Attacken. Sie geht auf einen pathologischen Gefäß-Nervenkontakt zurück. Im Gegensatz zu dieser meist erst im höheren Lebensalter auftretenden Form kommt die symptomatische Trigeminusneuralgie bei Patienten unter 40 Jahren, am häufigsten im Rahmen einer Multiplen Sklerose vor. Dort meistens mit im betreffenden Bereich vorhandenen Gefühlsstörungen.
 
Am häufigsten wirksam und deshalb auch verwendet gegen die Trigeminusneuralgie Tagesdosis häufige Nebenwirkungen (unvollständig)
Carbamazepin 600-1200 mg Müdigkeit, Hautausschlag, Ataxie, Übelkeit, Kopfschmerz., Leukopenie, Erhöhung von Leberenzymen, Doppelbilder
Phenytoin 200-400 mg Blutbildveraänderungen, Zahnfleischwucherung,
Baclofen 30-80 mg Übelkeit, Müdigkeit, Schwindel, Gewöhnung
Manchmal ist auch eine Operation erfoderlich Überblick über operative Möglichkeiten in der Tabelle unten

 

 

Eingriffe bei idiopathischer Trigeminusneuralgie Vorteil Nachteile
Glycerolinjektion
  • 85% effektiv
  • Keine Kraniotomie
  • kleiner Eingriff
  • Masseterschwäche (Kaumuskulatur)
  • Sensible Störung im Gesicht
Rhizotomie
  • 90% effektiv
  • kleiner Eingriff
  • kurzer Aufenthalt
  • Masseterschwäche (Kaumuskulatur)
  • Sensible Störung im Gesicht
  • Corneale Hypesthesie (10% to 15%) (Ulzerationsrisiko)
Mikrovasculäre Decompression der Trigeminus- Wurzel nach Janetta
  • 90% effektiv
  • keine Sensiblitätsstörung
  • Großer Eingriff (Kraniotomie)
  • ± 4% kritische postoperative Komplicationen
  • 1% Mortalität
  • langer Krankenhausaufenthalt

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Arteriitis temporalis,

Wenn Kopfschmerzen blind machen können. Um schlimmes zu verhüten, muss bei Älteren an diese Krankheit immer gedacht werden.

Die Arteriitis temporalis tritt bevorzugt nach dem 60igsten Lebensjahr auf, sie ist bei Frauen 2x häufiger, mit 80 10x häufiger als mit 60 Jahren.  Es handelt sich dabei um einen chronisch entzüdlichen Prozess der großen Blutgefäße. Sie ist auch als Riesenzellarteriitis bekannt. Sie befällt bevorzugt die äußeren Gefäße am Kopf und verursacht dort ein lymphozytisches Infiltrat, wobei sich Riesenzellen um das Lumen einer durchbrochenen elastischen Gefäßschichtsammeln.

Ein schwerer, andauernder, pulsierender, über Wochen zunehmender Kopfschmerz, meist über einer oder beiden Schläfenarterien, ist das typischte Symptom. Das Betroffene Gefäß ist dabei meist druckempfindlich, knötchenförmig verdickt und oft pulslos. Hinterkopfschmerzen mit Druckempfindlichkeit können dabei sein.  Kieferschmerzen beim Reden, Kauen oder Schlucken entstehen dadurch, dass auch die Gefäße der Kaumuskeln, der Zunge und des Gaumens betroffen sein können. Es kann aber der ganze Körper betroffen sein. Schilddrüsenunterfunktion, Blut im Urin, Hörverlußt, Husten, Heiserkeit, können ebenso selten dabei auftreten, wie schwere Darmsymptome oder Gebährmutterentzündungen.
Bei typischem Schmerz bei älteren Patienten muss die Blutkörperchen-Senkungs- Geschwindkeit (BKS) kontrolliert werden. Ist sie deutlich erhöht, ist die Diagnose schon wahrscheinlich. Gesichert werden kann sie durch mikroskopische Untersuchung eines betroffenen Gefäßes.

Die Krankheit muss bereits bei Verdacht behandelt werden, da sonst erhebliche Komplikationen drohen. Am häufigsten ist eine Erblindung. Es kann aber auch die Zunge absterben.....

Riesenzellen histologisch Augenhintergrund bei Arteritis
Augenhintergrund bei Arteritis

 

Symptome der Arteriitis temporalis,

  • Schwere, pulsierende Kopfschmerzen
  • Sehstörungen, einschließlich Verschwommensehen und Doppeltsehen, Halluzinationen, und Augen- und Augenhöhlenschmerzen; Symptome die ohne Behandlung rasch in eine Erblindung übergehen können
  • Kieferschmerzen beim Reden, Kauen oder Schlucken
  • Fieber
  • Berührungsempfindlichkeit der Kopfes
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Morgensteifigkeit
  • Arthritische Schmerzen
  • Depression

 

2–4 Wochen Behandlung mit Prednisone 60 mg/Tag bringt die Beschwerden meist zum Verschwinden. Nach Normalisation der BKS wird das Kortisonpräparat reduziert, meist um 5 mg/Woche bis auf 40 mg/Tag, dann um2 mg/Woche bis auf  20 mg/Tag, dann um 1 mg/Woche, weiterhin unter Kontrolle des Ansprechens. Mit einer solchen Behandlung können die oft schlimmen Komplikationen meist verhindert werden. Behandelt werden muss meist 2-3 Jahre. Manchmal wird bei Unverträglichkeit für Kortison , Methotrexat, oder Azathioprin eingesetzt.

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Symptome der Arteriitis temporalis,

  • Schwere, pulsierende Kopfschmerzen
  • Sehstörungen, einschließlich Verschwommensehen und Doppeltsehen, Hallucinationen, und Augen- und Augenhöhlenschmerzen; Symptome die ohne Behandlung rasch in eine Erblindung übergehen können
  • Kieferschmerzen beim Reden, Kauen oder Schlucken
  • Fiber
  • Berührungsempfindlichkeit der Kopfes
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Morgensteifigkeit
  • Arthritische Schmerzen
  • Depression

 

 

 

Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft(sehr empfehlenswerte Adresse mit jeder Information die Sie zum Thema suchen, neuerdings kommt dort zunächst die Seite der Agentur die die Homapage gemacht hat nicht abschrecken lassen und weiter klicken dann kommen Sie ans Ziel )

Chronische Kopf- und Gesichtsschmerzen, . Auflage (EB) Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft im PDF-Format Jul.1999 (390 KB

Kopfschmerzen Ratgeber der TK

GEK-Patienteninfo pdf Format Stressbewältigung und Balancing

GEK-Patienteninfo pdf Format Kurzentspannung

Migraine   Aktuelle Artikel des Britisch Medical Journal zum Thema     www.bmj.com/cgi/collection/migraine

About Headaches Headache Definitions page 2 Headache Healthtouch - Headaches & Dizziness MHNI - Frequently Asked Questions about Head . Spannungskopfschmerz / Kopfschmerz vom Spannungstyp  Myoarthropathie des Kausystems / oromandibuläre Dysfunktion  Glossodynie Atypische Gesichtsschmerzen Medikamentös chronifizierte oder induzierte Kopfschmerzen

in  http://www.neuroscript.com/  Darstellung der Medikamente für Medizinstudenten (nicht immer ganz aktuell da nach Prüfungskatalog)Schmerz-Syndrome akuter Schmerz Kopfschmerz Migräne Clusterkopfschmerz chron. parox. Hemikranie Spannungskopfschmerz nicht vaskuläre Ursache psychogen Trigeminus-Neuralgie Symptomatischer Gesichtsschmerz Zosterneuralgie

 

Artikel der Ärztezeitung zu Kopfschmerzen

Artikel im BMJ zu Migraine

Consensus ameikanischer Fachgesellschaften:

Overview of Program Description and Methodology
Neuroimaging in Patients with Nonacute Headache
Pharmacological Management of Acute Attacks
Behavioral and Physical Treatments (Nonpharmacological)
c

Migraine - Doctor's Guide to the Internet   Migraine   update On Migraine Headaches - Halina Brukner The Migraine Pane Ronda's Migraine Page Migraine Information Center Treatment of Migraine Headache: Sumatriptan  M.A.G.N.U.M.: Migraine Awareness Group: A National Understanding for Migraineurs  American Academy of Neurology (AAN) American Academy of Pain Medicine American Pain Society British Association for the Study of Headache Trigeminal Neuralgia Association World Headache Alliance

 

Migraine - diagnosis and treatment .Migraine Foundation Migraine Resource Center (Glaxo) MigraineZine Resources for Migraine Information

American Association for the Study of Headache (AASH)  American Council for Headache Education (ACHE) Better Health Profiles: Headache Headache: Hope Through Research  JAMA Migraine Information Center  The Migraine Association of Tri-blue  The Migraine Information Site Migraine Education and Support 

National Headache Foundation   National Institute of Neurological Disorders and Stroke Migraine at Work   Migraine & Other Headaches  Basilar Artery Migraine  Serotonin's Role in Migraine Research Serotonin's Role in Migraine Research Migraine Headaches MigraineGlaxo Resource Center  

Migraine Headache   Migraine: Information for Patients  What are Migraine Headaches? What Causes Migraine Headache?   How Is Migraine Diagnosed? Migraine Management Migraines: Taking control of your pain  How is Migraine Headache Treated?  Children and Migraine   Are Migraine Sufferers at Risk of Stroke? Newsgroup: alt.support.chronic-pain Newsgroup: alt.support.headaches.migraine Headache Webforum   Support-Group.com: Migraine World Cervicogenic Headache Society .

Zur Behandlung siehe auch The Oxford Pain Internet Site

Acute Lignocaine Paracetamol, aspirin, caffeine combination Sumatriptan
Prophylaxis   Propranolol  
Paediatric headache Biofeedback and relaxation Migraine League Table

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Genes and Headache A Brief History of Headache How Doctors Diagnose HeadacheMild Head Injury Can Cause Major Problems "Is It My Neck?" Cervicogenic Headache Sinus, Allergy and Headache Analgesic Rebound Headache Tension-Type: The 'Other' Headache Diagnosing Cluster Headache Treating Cluster Headache Headache Following Injury The Jaw Bone's Connected to the Head Bone: TMD and Headaches Triptan Update "Our Drug's Better Than Theirs"--Understanding Comparative Claims
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Headache and Sleep: The Connection Realizing the Impact of Headache on Your Life Diet and Headache Headache and Exercise Travel and Headache. Family and Headache  Migraine and Menopause Controlling Headache During Pregnancy Migraine in Children Menstrual Migraine

Schmerzen Patientenratgeber der Gmünder Ersatzkasse im PDF-Format (840 KB

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Bücher für Patienten

DIENER, H. C.: Migräne - Informationen und Ratschläge Piper Verlag, München, 1993
GÖBEL, H.: Kopfschmerzen - Leiden, die man nicht hinnehmen muß. Springer-Verlag, Berlin 1994
PFAFFENRATH, V.: Migräne und Kopfschmerzen - 100 Fragen/100 Antworten. Wort und Bild Verlag, Baiersbrunn 1994
STIFTUNG WARENTEST: Kopfschmerzen. Migräne. Berlin, 1993
LOIBL, M.: Selbsthilfe bei Migräne - Aktiv dem Schmerz begegnen. Kösel Verlag, München, 1996
SCHOLZ, R.: Migräne - Gewitter im Gehirn, Kunstmann Verlag, München, 1992

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Bitte Berücksichtigen Sie bei Erfolgsmeldungen geschäftstüchtiger alternativmedizinischer Behandlungen: Besonders schwierig ist die Beuteilung was in der Schmerzbehandlung wirklich effektiv ist, weil hier besonders hohe Placebo- Ansprechraten zu finden sind. diese liegen je nach Metaanalyse der zur Verfügung stehenden Literatur zwischen 7% bis 86% und  4% bis 47%. Siehe z.B.:McQuay H, Carroll D, Jadad AR, Wiffen P, Moore A. Anticonvulsant drugs for management of pain: a systematic review. BMJ 1995;311:1047-52. [Abstract/Full Text]  und Mcquay, H., Moore, A. (1996). Placebo mania. BMJ313:1008-1008[Full text]

Studien zur Homöopathie weisen besipielsweise einen identischen Effekt bei chronischen Kopfschmerzen wie Placebo nach: H Walach, W Haeusler, T Lowes et al. Classical homeopathic treatment of chronic headaches. Cephalalgia 1997 17: 119-26. Eine Gengenteilige Metaanalyse brachte Hinweise auf mögliche geringe Effekte: K Linde, N Clausius, G Ramirez et al. Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials. Lancet 1997 350: 834-43. Die Studie von Linde weist allerdings nur geringe Effekte in manchen Studien nach und wird vielfach angezweifelt.Bandolier 46 Bandolier 45 Ähnliches gilt auch für andere alternative Therapien. Der Effekt alternativer Therapien ist in Studien umso größer je weiter der Studienort von West-Europa oder den USA (besonders groß in Osteuropa und in China) entfernt ist, hieraus kann bezüglich der qualität der Studien jeder seine Rückschlüsse ziehen.         Siehe: A Vickers, N Goyal, R Harland, R Rees. Do certain countries produce only positive results? A systematic review of controlled trials. Controlled Clinical Trials 1998 19: 159-166.

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Bitte bedenken Sie immer einen Arztbesuch oder die Stellung einer richtigen Diagnose kann das Internet nicht ersetzen. Entsprechend sind bisher auch keine "Arztbesuche" via Internet möglich. Hiergegen sprechen nicht nur ganz erhebliche juristische Bedenken, für eine ärztliche Behandlung ist immer noch ein persönlicher Kontakt entscheidend. Für die Diagnosenstellung benötigt ihr Arzt alle seine fünf Sinne. Apparative Befunde wie Röntgenbilder oder Laborwerte lassen sich inzwischen per Internet gut übermitteln, zur   Stellung einer Diagnose bleiben sie weiterhin nur Hilfsmittel, die ausschließlich in einem Gesamtzusammenhang eine Bedeutung haben. Die meisten Diagnosen werden im ärztlichen Untersuchungsgespräch (Anamnese) gestellt. Auch jede Behandlung muß auf das Individuum abgestimmt werden. 
Medikamente sollte man in der Regel nicht im Internet bestellen. Neben oft unzureichender Qualität, fehlt vorallem die Indikationsstellung und die korrekte Aufklärung, von Haftungsfragen bei gravierenden Nebenwirkungen abgesehen. 
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