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Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
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Depression Seite 12
Die allermeisten Menschen haben währende ihres Lebens ein
sehr geringes Suizidrisiko, wenn schwere psychische Störungen
auftreten oder gravierende
Lebensereignisse die vorhandenen
persönlichen Ressourcen gravierende überschreiten, kann
sich dies allerdings bei vielen Menschen schnell ändern. Alle 47
Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch durch Suizid, alle 40
Sekunden stirbt weltweit ein Mensch durch Suizid, alle 4 Minuten
macht ein Mensch in Deutschland einen Suizidversuch, mehr als 10.000
Menschen sterben in Deutschland jedes Jahr durch Suizid. Weltweit
geht man von 877 000 Menschenleben jährlich aus die durch Suizid
enden (Zahlen für 2002, JAMA 294(16), 26 October 2005, p
2064–2074, WHO 2005). Für Deutschland geht man von über 100 000
Suizidversuchen pro Jahr aus. (Fiedler
2007)Weltweit
sterben damit
mehr Menschen
durch Suizid
als durch
Gewalttaten
oder
kriegerische
Auseinandersetzungen. Die absichtliche und freiwillige
Beendigung des eigenen Lebens durch eine selbstschädigende Handlung bezeichnet man als Suizid oder auch als
Selbstmord. Als Suizidversuch wird eine solche selbstschädigende Handlung
unter Einsatz des eigenen Lebens mit (manchmal ambivalentem) Todeswunsch
bezeichnet, wenn sie überlebt wird. Im antiken Griechenland und den Anfängen Roms
verurteilte man Verbrecher dazu, sich das Leben zu nehmen. Japanische
Samurai besaßen bis 1873 das Privileg, sich durch Suizid für
ihr
Fehlverhaltenselbst bestrafen zu dürfen und so der
Demütigung durch Feinde zu entgehen. Suizide habe auch immer
Angst verbreitet, bei manchen ostafrikanischen Stämmen ist es
heute noch Brauch Bäume an denen sich jemand erhängt hat,
zu fällen und zu verbrennen. Witwenverbrennung im Hinduismus
sind erst in neuerer Zeit verboten worden. Alle monotheistischen
Religionen wie Islam, Judentum und Christentum verbieten
den Suizid, Alten Testament werden allerdings Suizide ohne Wertung
berichtet, auch Judas hat sich wegen seines Verrats erhängt. Die christliche Kirche verhängte im 5. Jahrhundert ein
Suizidverbot, als Strafe drohte die Exkommunikation und die
Verweigerung einer kirchlichen Bestattung. Man ging davon aus, dass
der Suizid eine Folge der Besessenheit durch den Teufel sei.
Suizid war eine Todsünde und sollte zu ewigen Höllenqualen
führen, ähnlich Mord. Seit dem Mittelalter wurde der Suizid
bzw. der Selbsttötungsversuch in Europa unter Strafe gestellt.
Erst nach 1820 begann man in Europa Suizide mehr unter medizinischen
Aspekten als Folge psychischer Störungen bzw. psychischer Folgen
hirnorganischer Erkrankungen zu sehen. Etwa 70 Jahre später
wurden auch soziologische Theorien zu den Ursachen von Suiziden
publiziert. Erst in Folge der Französischen Revolution
wurde der Straftatbestand des Suizidversuchs in europäischen
Gesellschaften nach und nach aufgegeben, zuletzt in Großbritannien
im Jahre 1961. Suizidalität meint alle Denk- und
Verhaltensweisen, die durch Gedanken, Handeln oder Unterlassen den
eigenen Tod anstreben oder als mögliche Konsequenz in Kauf
nehmen. Suizidalität ist bei allen Menschen möglich. Am
häufigsten ist sie in psychosozialen Krisensituationen und bei
schweren psychischen Störungen verschiedener Art (Depressionen,
bipolare Störungen, schizophrene Psychosen, Suchterkrankungen,
Persönlichkeitsstörungen). Besonders wenn mehrere
psychische Störungen zusammenkommen, ist das Risiko hoch. Die
meisten Suizidenten haben bei genauere Betrachtung eine psychische
Störung in der Vorgeschichte, maximal 1/3 befindet sich deshalb
aktuell in Behandlung. Die Motive für einen Suizidversuch sind
meist in Partner- oder Familienkonflikten zu finden, gesundheitliche
oder berufliche Probleme sind selten Anlass für einen Suizid.
Neben einer Aggression gegen sich selbst (Autoaggression) spielen
dabei häufig auch Fremdaggression, aber auch appellative und
manchmal auch altruistische Motive eine Rolle. Suizidalität ist
meist kein Ausdruck einer freien Wahlmöglichkeit sondern
einer
Einengung der Sichtweise in einer Art Tunnelblick. Dabei wird nur
noch die augenblickliche Not oder Befindensstörung gesehen.
Andere Möglichkeiten, die das Leben bietet sind aus dem
Blickfeld verschwunden. Als Suizidversuch
(Selbstbeschädigungsversuch) bezeichnet man ein Verhalten, das
in selbstmörderischer Absicht mit nichttödlichem Ausgang
erfolgt. Dazu zählen auch Handlungen, die unterbrochen wurden,
bevor eine tatsächliche Schädigung eintrat. Suizid-Gesten
sind Handlungen, die keine ernsthafte Lebensgefahr nach sich ziehen.
Suiziddrohungen umfassen alle verbalen Äußerungen oder
Handlungen, die selbstschädigendes Verhalten ankündigen.
Suizid-Ideen (Absichten) sind Gedanken an suizidale Handlungen.
Gemeinschaftliche Suizide kommen am häufigsten in Sekten vor,
Verabredungen zum Suizid kommen aber auch in Internetforen oder
psychiatrischen Kliniken vor. Immerhin jeder 50. Mann und jede 25.
Frau unternehmen im Laufe ihres Lebens einen Suizidversuch. Bronisch
T, Wittchen HU 1994. Laut
WHO sterben jährlich fast 1 Mio. Menschen durch Selbsttötung,
oder ein Suizidtoter alle 40 Sekunden.
, Die durchschnittliche Selbstmordrate
beträgt weltweit etwa 14,5-16 pro 100.000 Einwohner, wobei die
Zahlen in den Industrieländern niedriger und in
Entwicklungsländern höher liegen.
Mehr als 30% aller weltweiten Suizide passiert in China, dort vorzugsweise auf
dem Land (Lancet 2002; 359: 835–40).. 3·6% aller Todesfälle weltweit
werden durch Suizid verursacht. Suizid ist die 10. häufigste Todesursache
weltweit. Viele Suizide weltweit werden nicht berichtet und nicht gezählt, im
dörflichen Millieu Indiens gilt Suizid als Verbrechen, nach Schätzungen werden
dort weniger als 10% der Suizide korrekt diagnostiziert. Auch in den meisten
islamischen Ländern gilt Suizid als Verbrechen, was die Wahrscheinlichkeit einer
korrekten Diagnose auch dort massiv vermindert. Auch bei uns muss man damit
rechnen, dass es eine große Dunkelziffer gibt. Die Gründe sind vielfältig,
unklare Unfälle, Rücksicht des die Leichenschau ausführenden Arztes auf die
möglichen Nachteile für die Familie etc. spielen eine wesentliche Rolle. Während
bei uns erheblich mehr Männer als Frauen durch Suizid sterben, ist das
Verhältnis in Asien umgekehrt, dies gilt auch bei indischen Einwanderern in
Großbritannien. Ureinwohner in Amerika, oder Australien haben bedingt
durch die soziale Not und vermehrte Alkoholabhängigkeit eine höhere Suizidrate
als die dortige Weiße Bevölkerung. Schwarze und Spanisch sprachige
Amerikaner haben eine niedrigere Suizidrate als Weiße, hier spielen kulturelle
Faktoren eine Rolle. Die Ernsthaftigkeit
der Methode sagt nichts über die Tatsache aus, wie "gut
überlegt" der Suizidversuch gewesen ist. Bei 40% der Suizide finden
sich vorausgegangene Selbstverletzungen. Bei eine
Nachuntersuchung von Menschen die den Sprung vor die Londoner
Untergrundzüge
überlebt hatte, zeigte, dass nur etwa 10%
der Betroffenen sich später mit einer anderen Methode das Leben
nahmen. Ein verhinderter Suizid ist daher in den weitaus
meisten Fällen ein auch dauerhaft gerettetes Menschenleben. Im Jahr
2005 starben in Deutschland 10.260 Menschen durch Suizid, 7.523 Männer und 2.737
Frauen. In der Altersgruppe der 15- bis 35-Jährigen ist der Freitod nach
Verkehrsunfällen die zweithäufigste Todesursache. Das Suizidrisiko nimmt aber
mit steigendem Lebensalter zu und ist bei den über 85-Jährigen am höchsten. Da
im Alter andere Todesursachen zunehmen, steht hier der Suizid in der Rangfolge
der Todesfälle aber weiter hinten. Von den Männern über 90 Jahre sterben mehr
als 90 pro 100.000 durch Selbsttötung gegenüber knapp 20 pro 100.000 bei den
30-Jährigen Männern. Männer sind generell etwa zwei- bis dreimal so häufig
betroffen wie Frauen. In den östlichen Bundesländern sterben etwa 28 von 100.000
Männern am Suizid, in den westlichen Bundesländern sind es 18,6 von 100.000.
Man geht davon aus, dass eine adäquate Behandlung psychischer Störungen weltweit
die Suzidrate um mehr als 20% senken würde. Nach der Studienlage liegt bei
70–100% der Suizidenten eine psychische Störung vor, die ausschlaggebend für den
Suizid war. Der Umkehrschluss gilt allerdings nicht: Die meisten Menschen, die
an psychischen Störungen leiden, machen keinen Suizidversuch und suizidieren
sich nicht. (
Welttag-Suizidpraevention) Siehe
auch Statistisches Bundesamt (Hrsg.) Datenreport 2006 Zahlen und Fakten über die
Bundesrepublik Deutschland, Linda Ganzini et al., Prevalence of
depression and anxiety in patients requesting physicians’ aid in dying: cross
sectional survey,
BMJ 2008;337:a1682
Wenn Sie an Selbstmord denken:
Was der Arzt oder Therapeut im Gespräch klärt:
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Risiko-Kriterien für Suizidalität |
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Einsamkeit, soziale Isolation, |
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Suizide in der Familienanamnese, (Nachahmereffekt, Erblichkeit, Misshandlungen, Missbrauch, besonders bei Aggressionsproblemen und sonstigen Impulsdruchbrüchen) |
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hohes Alter (besonders bei Männern), Depression nach Partnerverlust |
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Schizophrenie, Bipolare Erkrankungen, schizoaffektive Störungen, und andere Psychosen, Dysmorphophobie |
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Persönlichkeitsstörungen insbesondere bei hoher narzisstische Kränkbarkeit |
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Zwänge, |
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Abusus (Alkohol, Drogen), zwischen 19 und 63 Prozent aller Suizidopfer litten nach Untersuchungen an Störungen durch den Konsum psychotroper Substanzen. |
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Akute Krisen und Verlusterlebnisse wie Scheidung, Inhaftierung, Verlusterlebnisse, Traumatisierung Arbeitslosigkeit, Schulden, |
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Das akute Suizidrisiko steigt |
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direkt nach einer (psychiatrischen) Klinikentlassung oder Entlassung aus dem Gefängnis. |
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am Beginn einer medikamentösen antidepressiven Behandlung besonders mit antriebssteigernden Medikamenten |
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Suizidversuche in der Anamnese, die volkstümliche Meinung, wer es ankündigt tut es nicht, oder viele Versuche würden deutlich machen, dass es nicht ernst sei ist nachweislich falsch, je mehr Versuche in der Vorgeschichte um so höher das Risiko. (statistisch Risiko 7-22% über die Jahre) Siehe auch Kirsi Suominen, et al. [Abstract] [Full Text] |
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bei Suiziddrohungen oder Suizidalität im Jugendalter ist das Risiko eines Suizids auch im jungen Erwachsenalter deutlich erhöht. Die soziale Prognose ist dann auch allgemein deutlich schlechter. American Journal of Psychiatry 2006 163: 1226-1232. [Abstract] [Full Text] [PDF] |
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akute, angekündigte Suizidalität, fehlende Distanzierung von Suizidideen im Gespräch oder nach einem Suizidversuch |
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nicht nachfühlbare Schenkungen, überraschende Beschäftigungen mit Erbschaftsangelegenheiten |
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wahnhafte Einengung, Wahnsymptomatik |
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ausgeprägte Agitiertheit, starke Schuldgefühle, |
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mangelndes Hilfesuchverhalten bei erkennbarer Hilflosigkeit, |
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plötzliche scheinbare Abgeklärtheit und Ruhe nach einer Depression |
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impulshafte Suizidgedanken oder Handlungsimpulse, Hyperimpulsivität, |
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körperliche Erkrankungen, |
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chronische Schmerzen, fast jeder 3. Schmerzpatient berichtet in Studien über Suizidgedanken. Dies hängt nicht von der Schwere der Schmerzen, sondern von der Depressivität und der Neigung zu katastrophisienden Gedanken und einem katastrophisienden Umgang mit der Schmerzkrankheit ab. Entsprechend sollten diese Elemente der Schmerzkrankheit auch medikamentös wie psychotherapeutisch behandelt werden. . Robert R Edwards, Michael T Smith, Ian Kudel, Jennifer Haythornthwaite :Pain-related catastrophizing as a risk factor for suicidal ideation in chronic pain Pain.2006 Dec 15;126(1-3):272-9. |
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akute schwere soziale Probleme (Schulden, Wohnung, Verlust Arbeitsplatz) |
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Ordnen der Papiere, Anfertigen eines Testaments, Verschenken von Wertgegenständen oft mit entsprechenden Andeutungen, bedeutungsvolle Verabschiedung von Menschen |
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Presseberichterstattung über Suizide (besonders bei "Idolen") |
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Vorhandensein von Waffen in der Wohnung |
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| Bei Jugendlichen begünstigen Aggressivität und Impulsivität Suizidversuche. Ein schlechter ausgeprägtes und zur Generalisierung neigendes biographisches Gedächtnis schränkt die Copingmöglichkeiten ein und begünstigt ebenfalls Suizide bei Jugendlichen. Current Opinion in Psychiatry 2008, 22:1–6 DOI:10.1097/YCO.0b013e3283155508 | |
| Häufige Umzüge der Eltern begünstigen bei Kindern und Jugendlichen Suizide. Arch Gen Psychiatry. 2009;66(6):628-632 ABSTRACT | |
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Zahlen zum Suizid in Deutschland 1996: |
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Gesamt |
12225 |
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Männer |
8728= 21,8/100 000 |
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Frauen |
3497= 8,3/100 000 |
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Anteil an allen Todesursachen |
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Männer |
2,1% |
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Frauen |
0,7% |
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Verhältnis Suizid zu Suizidversuch |
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Frauen |
1:15 |
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Männer |
1:5 |
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Wiederholer in ersten Jahr |
6% |
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Suizidversuche Arbeitslose |
348/100 000 |
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Suizidversuche Berufstätige |
83/100 000 |
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Suizidversuche Stadt zu Landbev. |
70:30 |
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Suizidversuche Männer |
122/100 000 |
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Suizidversuche Frauen |
147/100 00. |
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Schizophrenie Suizide |
13% |
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Depression Suizide |
je nach Schwere 4-15% |
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im Verlauf ihres Lebens suizidiert sich |
alte Bundesländer jeder 71. Mann jede 149. Frau |
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neue Bundesländer 51. Mann bzw. jede 117. Frau. |
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Vergleich der Suizidhäufigkeit 1951–1955 versus 1992–1996 |
bei Männern um 16 % und bei den Frauen um 33 % zurückgegangen |
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Rückgang in den alten Bundesländern zwischen 1978 und 1998 |
von 22,2 auf 13,6 Selbstmorde je 100 000 Einwohner |
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in den neuen Ländern zwischen 1990 und 1998 |
von 24,4 auf 16,6 Selbstmorde je 100 000 Einwohner |
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jeder zweite Suizid einer Frau wird von einer Frau über 60 Jahre begangen |
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Rauschmittelabhängige |
insgesamt 5- bis 50mal höheres Risiko |

Die Entwicklung der Zahlen ist eher rückläufig
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Todesursachen nach Statistisches
Bundesamt Deutschland 21. Juni 2002 |
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1997 |
1998 |
1999 |
2000 |
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Häufigste Todesursachen |
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Krankheiten des Kreislaufsystems |
415 892 |
411 404 |
406 122 |
395 043 |
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Krebs |
210 090 |
212 748 |
210 837 |
210 738 |
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Unfälle (alle) |
22 482 |
19 673 |
19 715 |
20 328 |
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Selbstbeschädigung (Suizid) |
12 265 |
11 644 |
11 157 |
11 065 |
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Nach den vorliegenden epidemiologischen Befunden gilt für folgende Gruppen ein besonders erhöhtes Suizidrisiko:
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Suizide gehen meist auf einsame Entscheidungen einsamer Menschen zurück, manchmal sind es aber auch Kurzschlusshandlungen. Auch Familienangehörige, Freunde und Kollegen Suizidaler sind oftmals sehr belastet. Ein Suizidversuch oder gar der Suizid eines Angehörigen können zu langfristigen und tief greifenden Beeinträchtigungen führen. Jeder Suizid betrifft im Durchschnitt fünf weitere nahe stehende Personen, die selbst häufig Beratung oder therapeutische Hilfe benötigen. Suizidale Menschen lösen im Gegenüber oft unangenehme Gefühle aus: Aggressionen, Hilflosigkeit, Genötigtsein, Schuldgefühle, Gefühle von Inkompetenz u.v.a.m. In diesen Gefühlen teilen die Patienten unbewusst etwas über ihr Innenleben mit. Für Suizidale ist die Aufnahme einer therapeutischen Beziehung meistens hochambivalent. Diese Ambivalenz erschwert gerade den Beginn der Behandlung. Sie drückt sich oft z.B. in aggressivem, anmaßendem Verhalten, in Entwertungen des Therapeuten oder in nicht eingehaltenen Terminen aus. Eine psychiatrische, psychotherapeutische und insbesondere eine stationäre Behandlung können als kaum aushaltbare Kränkung erlebt werden. Die innere Dynamik, die zur Suizidalität führt, widersetzt sich gleichsam ihrer Behandlung. Aus Informationsbroschüre: Psychotherapie der Suizidalität (444 KB, pdf) Uni Hamburg Beziehungen schützen vor Suiziden. Der Aufbau tragender (therapeutischer wie persönlicher) Beziehungen ist die wertvollste Suizidprophylaxe. |
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Suizide im Kindes- und Jugendalter werden aber nach den Unfällen als zweithäufigste Todesursache angesehen. Während Suizidhandlungen und Suizide bei Kindern unter zwölf Jahren wesentlich seltener vorkommen (etwa 1,5 Suizide auf 100 000) werden für Jugendliche bis zu 20 Jahren Häufigkeiten bis zu 18 Suizide auf 100 000 angegeben. Das Verhältnis von Suizidversuchen zu vollendetem Suizid beträgt etwa 40:1. Suizide werden von männlichen Jugendlichen doppelt so häufig wie von weiblichen begangen, während bei Suizidversuchen ein umgekehrtes Geschlechterverhältnis von etwa 1: 3 – 9 besteht. Das Pubertätsalter mit seinen immanenten Verunsicherungen, Identitäts- und Autoritätskonflikten im Spannungsfeld zwischen Abhängigkeit und Autonomiebestrebungen, seinen sexuellen Reifungsprozessen, seinen Problemen bei der Selbstfindung und -akzeptanz, der sozialen Anpassung und der Zukunftsplanung ist besonders prädisponiert für das Entstehen von Suizidgedanken, -impulsen und -handlungen. Während die Ursachen häufig eine längere Vorgeschichte aufweisen, ist der Auslöser oft geringfügig. |

Nach einer neueren Untersuchung haben fast drei Millionen amerikanische Jugendliche im Alter zwischen 12 und 17 Jahren im Jahr 2000an Selbstmord gedacht. Nur ein Drittel war in irgendeiner Behandlung. Mädchen waren doppelt so häufig betroffen.
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Warnhinweise für eine erhöhte Suizidgefährdung bei Jugendlichen nach den neuseeländischen Leitlinien |
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Veränderungen im Verhalten |
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Veränderungen der Stimmung |
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Veränderungen in Gewohnheiten |
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Beschäftigung mit dem Tod |
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Gespräche über Suizid |
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Stress |
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Scheinbare Ruhe und abrupte Besserung einer Depression |
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Suizidrisiko bei Jugendlichen nach Vorgeschichte der Eltern und eigener psychischer Erkrankung in Prozent des Suizidrisikos dieser Gruppe |
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Risikofaktor |
Attributable risk (95% CI) |
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Vater: |
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Suizid |
1.1 (0.0 to 2.0) |
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stationäre Behandlung wegen einer schweren psychischen Störung |
3.9 (1.3 to 6.4) |
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Mutter: |
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Suizid |
1.4 (0.0 to 2.4) |
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stationäre Behandlung wegen einer schweren psychischen Störung |
6.4 (3.5 to 9.3) |
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Eigene stationäre Behandlung wegen einer schweren psychischen Störung |
15 (12 to 17) |
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Nach
Familial, psychiatric, and socioeconomic risk factors for suicide
in young people: nested case-control study |
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Das Suzidrisiko von Kindern und Jugendlichen nimmt in den letzten 10 Jahren ab. Grund ist am ehesten die großzügigere Verordnung von Antidepressiva bei dieser Altersgruppe. Youth Suicide Risk and Preventive Interventions: A Review of the Past 10 Years M. S. GOULD et al 2003, Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry 2003; 42(4):386-405
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Suizidrisiko im Alter |
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| Suizid- Methoden | 1854-58 | 1904-08 | 1931 | 2004 |
| Erhängen | 64,9 | 57,6 | 40,1 | 62,1 |
| Ertrinken | 20,8 | 19,2 | 10,5 | 1,8 |
| Erschießen | 7,7 | 12,4 | 9,1 | 3,4 |
| Schnitt und Stichverletzung | 2,6 | 2,0 | 1,5 | 4,8 |
| Sturz aus der Höhe | 0,6 | 1,9 | 3,2 | 10,3 |
| Vergiftung | 1,4 | 4,4 | 4,0 | 14,0 |
| Gas | 0 | 0 | 26,7 | 0,4 |
| Überfahren lassen | 0,4 | 2,2 | 4,5 | 2,9 |
| andere | 1,6 | 0,3 | 0,4 | 0,3 |
| Prof. Dr. med. Erich Müller, Einblicke und Erklärungsansätze zum Suizid in Kriminaltechnik und -Wissenschaft März 2007 | ||||

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Fragen, die bei Suizidalität immer gestellt werden müssen |
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Gegenwärtig sind vielfältige Forschungsbemühungen im Gange um besser klären zu können, wie bei suizidalen Patienten und bei Patienten nach einem Suizidversuch das Risiko für einen erneuten Suizidversuch am besten zu quantifizieren ist. Neben der Art des Suizidversuchs und der erfragbaren Motivationslage spielen dabei die vorhandenen psychischen Störungen und dabei vor allem auch die Persönlichkeitsstörungen eine Rolle.


Medikamentöse Behandlung bei Suizidalität - die öffentliche Verunsicherung ist ein typisches Beispiel von Voreiligkeit gewesen, auch Entschuldigungen oder Richtigstellungen wird man lange warten. Eine Chronologie der Studien.
Zitat: "Eine Nichtbehandlung einer Depression ist der grösste Risikofaktor
für Suizid. Eine unsachlich und einseitig geführte Diskussion darf nicht dazu
führen, dass Depressiven die oftmals lebensrettende Behandlung mit
Antidepressiva vorenthalten wird". Menschen, die sich später suizidieren suchen häufig
ärztliche Hilfe, sie werden (zu) selten antidepressiv behandelt.
Isacsson
G, Boethius G, Bergman U. Mehr als die Hälfte der
Patienten in einer Studie hatten in den letzten 90 Tagen vor ihrem
Suizid einen Arzt aufgesucht, von diesen hatten nur die Hälfte
ein Antidepressivum verordnet bekommen. Isacsson
G, Bergman U, Rich CL. Besonders unter Jugendlichen ist
Suizid eine der häufigsten Todesursachen, zwar sterben pro Jahr
weniger als 1% der Jugendlichen an Suizid, aber 19% der Teenager
zwischen 15 und 19 Jahren denken an Selbstmord, und fast 9% machen
einen Suizidversuch. Logischerweise ist die Suizidrate unter
Jugendlichen, die sich wegen einer Depression in Behandlung befinden
höher als beim Durchschnitt der Jugendlichen. Nach Studien
machen etwa 35-50% der Jugendlichen, die sich wegen einer
Depression in Behandlung befinden irgendwann einen Suizidversuch. Im
Verlauf von 10 Jahren sterben 2-8% dieser Jugendlichen durch Suizid.
Die Auswertung der vorhandenen Daten zu Medikamenten und Suizid ist
schwierig, da Suizid,
Suizidversuch, Suizidgedanken, oder
Suizidabsicht in Medikamenten- Studien immer eine untergeordnete
Rolle spielt. Die meisten Studien sind darüber hinaus kurz (4-12
Wochen) und enden damit mit der einsetzende Wirkung der
Antidepressiva. Der mögliche Profit in der Langzeitbehandlung im
Hinblick auf Suizidalität ist damit per se nicht erkennbar. Die
unterschiedlichen Arten von Suizidversuchen, die unterschiedlichen Definitionen
von Suizidalität und die unterschiedliche Erhebung der Suizidalität (vom
Patienten spontan berichtet vs erfragt) macht es darüber
hinaus noch schwieriger zu guten Daten zu kommen. Die sehr
gefährlichen Suizidversuche werden meist von Männer
begangen, hier findet sich nachweislich ein Defizit im Serotonintransmitter- System des Gehirns. Suizidversuche mit geringem
Risiko zu sterben, werden eher von Frauen aus Beziehungskonflikten
heraus begangen, hier findet sich kein Defizit im
Serotonintransmitter- System des Gehirns. Menschlicher Kontakt
und eine stabile therapeutische Beziehung ist generell sicherlich bei
suizidalen Menschen zunächst eine der wichtigsten
Voraussetzungen, dass überhaupt eine Behandlung möglich
wird. Auch Psychopharmaka haben allerdings hier ebenfalls einen
wichtigen Stellenwert. Dass die Biochemie bei der Entstehung der
Suizidalität eine Rolle spielt zeigt sich auch umgekehrt, so
können beispielsweise bestimmte Antibiotika (Gyrasehemmer wie
Ciprofloxacin, Ofloxacin oder Norfloxacin) Suizidalität
auslösen. Ob bestimmte Antidepressiva schneller als andere
Suizidalität vermindern ist nicht sicher geklärt. Antriebssteigernde Antidepressiva sollen in der Anfangszeit der
Behandlung das Risiko erhöhen, da der antriebssteigernde Effekt
vor dem eigentlichen antidepressiven Effekt eintritt und der
Antriebsschub für die Ausführung einer Suizidhandlung
genutzt werden kann, die in der depressiven Antriebsarmut nicht
möglich gewesen wäre. Gesicherte Daten liegen dazu
allerdings nicht vor. Viele neuere Daten sprechen auch eher gegen
diese Annahme. Dennoch die Diskussion wird insbesondere seit
Einführung der Serotonin Reuptake Hemmer immer wieder neu
emotional (zu Lasten des Patientenvertrauens in die Behandlung) mit
großem Presseecho geführt. Der letzte Sternartikel mit
Verweis auf das Arzneitelegramm wurde mir in die Praxis insgesamt 6
mal von Patienten in Sorge mitgebracht. Eine jetzt im JAMA
veröffentlichte Studie (mit den Daten von 159 810 Patienten die
Antidepressiva einnehmen) bestätigt noch einmal, was Psychiater
schon immer wussten: Unabhängig von der Art des Antidepressivums
ist bei Menschen, die ein Antidepressivum verschrieben bekommen in
den ersten 9 Tagen der Behandlung das Suizidrisiko erhöht. Dies
liegt nach der Studie und dem in der Zeitschrift veröffentlichten
Kommentar weniger am Antidepressivum als an der Klientel, die es
verordnet bekommt. Beweist mit, dass diese Patienten eine Behandlung
benötigen. In den 90 Tagen danach ist keine erhöhte
Suizidalität nachweisbar. Dass Antidepressiva erst nach 10 Tagen
bis 3 Wochen wirken und gerade in der Zeit in der sie noch nicht
wirken häufig Nebenwirkungen haben ist schon seit Einführung
vor 50 Jahren bekannt, in dieser ersten Zeit bedarf es deshalb einer
besonderen Aufklärung und Betreuung der Patienten.
JAMA. 2004;292:338-343.
Ob auch diese Studie deutschen Zeitschriften eine Notiz wert
ist, bleibt abzuwarten. In einer Studie, die die
Auswirkungen der zunehmenden Verordnung von Antidepressiva auf
die Suizide von Jugendlichen untersuchte, zeigte sich, dass mit einer
Zunahme der Verordnung von AD in den USA um 1% die Suizidrate von
Jugendlichen um 0,23 Suizide/100 000 Jugendliche zurückging.
Diese inverse Beziehung bestand nicht für trizyklische
Antidepressiva. Im Gegensatz zu den positiven Ergebnissen der Studien
mit SSRI gibt es anscheinend für trizyklische Antidepressiva
weniger Nutzen in der Suizidprophylaxe. Die Autoren der Studie
vermuten, dass die bessere Behandlungscompliance wegen der geringeren
Nebenwirkungen hier ein wesentlicher Faktor ist. Darüber hinaus
sind SSRI ganz einfach weniger toxisch und damit weniger gefährlich,
wenn sie in einer Überdosis eingenommen werden. Mark
Olfson,et al 2003, Zu bedenken ist
dabei, dass die häufigste Suizidversuchsmethode, die
Vergiftung mit Medikamenten ist. Hegerl
et al 2003. Besonderer Aufmerksamkeit in der Behandlung von
Depressionen bedürfen Jugendliche, die bereits primär Suizidgedanken haben (muss
bereits beim Erstkontakt erfragt werden, die über Konflikte in der Familie
berichten und die einen Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch betreiben. Der
zusätzliche Einsatz von Benzodiazepinen zu Beginn der Behandlung scheint der Suizidaliät nicht entgegen zu wirken. (Am
J Psychiatry 2009; 166:418–426) Besonders junge Männer die sich im
Jungendlichen Alter oder als junge Erwachsenen suizidieren waren bereits
mit 8 Jahren oder im Grundschulalter psychisch auffällig. Hier sollte
nachgefragt werden. (Arch Gen Psychiatry. 2009;66(4):398-406) Nach der FDA-
Warnung vom Oktober 2003 gingen in den USA- und vermutlich auch bei uns nicht
nur bei Jugendlichen sondern auch bei Erwachsenen die Diagnosen depressiver
Störungen deutlich zurück. Diese nicht gewünschte Wirkung dieser Warnung dürfte
nicht nur bei Jugendlichen wie in den obigen Abbildungen dargestellt zu einer
erneuten Zunahme auch von Suiziden führen. (Arch Gen Psychiatry.
2009;66(6):633-639
ABSTRACT)

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Suizidversuche und Antidepressiva- eine große Studie an amerikanischen Veteranen |
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| Medikament | N | Suizidversuche | pro 100 000 | Odds-Ratio | 95% CI | p |
| kein Antidepressivum | 59432 | 199 | 335 | |||
| SSRI Montherapie | 82828 | 102 | 123 | 0,37 | 0,29-0,47 | <0,0001 |
| Non SSRI Monotherapie | 27548 | 76 | 276 | 0,83 | 0,64-1,08 | 0,16 |
| Trizyklika Monotherapie (TZA) | 4099 | 4 | 98 | 0,29 | 0,11-0,78 | 0,006 |
| Studie an 226866 amerikanischen Veteranen, die 2003 oder 2004 die Diagnose Depression erhielten, mit mindestens 6 Monate Nachbeobachtung. Keine Vorgeschichte einer Depression in den beiden vorausgehenden Jahren. SSRI haben nach dieser Studie eindrücklich das Risiko eines Suizidversuchs bei diesen Veteranen vermindert. Eine ähnliche Wirkung trat bei TZA auf. Am J Psychiatry 164:1044-1049, July 2007 | ||||||
Auch WHO 2003 Daten belegen einen allgemeinen
Rückgang der Suizide bei jungen Menschen seit Einführung
der SSRI vor 14 Jahren für den es keine andere Erklärung
gibt, als die Tatsache, dass durch diese besser verträglichen
Antidepressiva die Medikamentöse Behandlung der Depression
erheblich zugenommen hat, was auch eine Vielzahl anderer Daten
belegt. In der Presse weit verbreitete Warnungen vor der Verordnung von
SSRI-
Antidepressiva, die auch von manch alternativmedizinsicher Seite dankbar
aufgenommen wurden, haben ihre Wirkung gezeigt. Die Verordnung von SSRI an
Jugendliche ging deutlich zurück. Ein Studie belegt, dass die entsprechenden
Verschreibungen in den USA und Holland nach den Warnungen durch die FDA um 22%
zurück gingen. Mit dem Rückgang der Verordnungen von SSRI stieg in Holland die
Selbstmordrate unter Jugendlichen um 49% zwischen 2003 und 2005, umgekehrt
proportional zur Verordnung von SSRI. In den USA stieg die Selbstmordrate unter
Jugendlichen um 14% zwischen 2003 und 2004, was der höchste Anstieg in einem 2
Jahreszeitraum für die Selbstmordrate unter Jugendlichen ist, seit Beginn der
Datenerhebung durch die Centers for Disease Control 1979.
Robert D. Gibbons et al., Early Evidence on the
Effects of Regulators’ Suicidality Warnings on SSRI Prescriptions and Suicide in
Children and Adolescents ,Am
J Psychiatry 164:1356-1363, September 2007 doi:
10.1176/appi.ajp.2007.07030454 Im Gegensatz zu den SSRI fehlt auch für Trizyklika
der Nachweis eines Nutzens in der Behandlung jugendlicher
Depressionen. Ähnlich wie bei anderen medikamentösen
Behandlungen gibt es leider zur Behandlung von Kindern und
Jugendlichen mit Depressionen eine unzureichende Zahl qualitativ
guter Studien. Dies gilt auch für die Psychotherapie bei Kindern
und Jugendlichen. Vermehrte Forschungsanstrengungen, nach Möglichkeit
auch unabhängig von der Industrie sind hier dringlich
erforderlich. Hinzu kommt, dass nach neueren Veröffentlichungen
die Daten die veröffentlicht werden mehr als angenommen
selektiert werden. Insbesondere
für Paroxetin bestehen danach Bedenken bezüglich der
Behandlung von Jugendlichen. Nur für Fluoxetin lässt
die genauere Datenanalyse der unveröffentlichten Studien
vermuten, dass die Vorteile das Risiko einer SSRI-
Behandlung
Jugendlichen eindeutig überwiegen. Inzwischen hat sich nach
Warnungen im letzten Jahr auch das National Institute of Mental
Health (NIMH) der USA nach Analyse der Daten wieder positiv zur
Behandlung der Depression von Kindern und Jugendlichen mit SSRI
geäußert, rät aber zur Verlaufskontrolle unter
besonderer Berücksichtigung der zu Beginn der Behandlung
agitierten Kinder. Eine neue Untersuchung (Gregory E. Simon et al.,
2006) der Daten von 65103 Patienten mit 82285 Episoden
antidepressiver Behandlung zwischen dem 1.1.1992, und 30.6.2003 aus
amerikanischen Krankenversicherungsdaten erbrachte in den ersten 6
Monaten nach Verschreibung der Antidepressiva 31 Suizidtote (40 pro
100000 Behandlungsepisoden) und 76 schwere Suizidversuche (93
pro100000), das Risiko der Suizidversuche war 314 pro 100000 bei
Kindern und Jugendlichen, verglichen mit 78 pro 100000 bei
Erwachsene. Das Suizidrisiko war nicht signifikant höher im
Monat nach Beginn der Medikation, als in den Monaten danach. Das
Suizidrisiko war aber am höchsten in den Monaten vor die
Antidepressive Behandlung begonnen wurde und nahm nach Verordnung
stetig ab. Nur die alten Antidepressiva hatten im Vergleich mit
den 10 neueren Antidepressiva ein erhöhtes Suizidrisiko direkt
nach Beginn der Behandlung. Das Risiko des Suizids am Beginn einer
antidepressiven Behandlung wurde von den Untersuchern mit 1/3000
berechnet, das Risiko des Suizidversuchs mit 1/1000.
Diese Daten
deuten also darauf hin, dass Antidepressiva das Suizidrisiko
vermindern, insbesondere die neueren und die SSRI. Es darf
abgewartet werden, ob diese Entwarnung auch die deutsche Presse
ebenso erreicht, wie zuvor die Warnungen im letzten Jahr.
Auch
eine andere
Metaanalyse
amerikanischer
Daten bei
Kindern und
Jugendlichen
sieht im
Ergebnis, dass
die Verordnung
von SSRI die
Suizidhäufigkeit
bei den 5-14
Jahre alten
Kindern um 81%
reduziert hat.
Die Daten von
38 812 743
Kindern
zwischen 5–14
Jahren wurden
dabei für den
Zeitraum
zwischen
1996–1998
ausgewertet. In
diesem 3
Jahreszeitraum
gab es 933
Suzide (0.8/
100,000/ Jahr).
Dort in den USA
wo am wenigsten
SSRI verordnet
wurden
(niedrigste
Dezile =
Zehntel), war
die
Suizidhäufigkeit
bis zu 1,7 pro
100000, im
obersten Dezil
der SSRI
Verordnung war
die Suizidrate
0,7/100000.
Bei
depressiven
Kindern und
Jugendlichen
auf die
Verordnung von
SSRI aus Angst
vor Suziden zu
verzichten wäre
also vermutlich
kontraproduktiv
und würde die
Suizidrate
erheblich
erhöhen. Die
bedeutet
selbstverständlich
nicht, dass
nicht in jedem
Einzelfall auch
bei Verordnung
eines SSRI wie
auch bei
Depressionen im
Allgemeinen auf
Suizidalität zu
achten ist. Antidepressiva machen Menschen in der Regel ausgeglichener,
kontaktfreundlicher und friedlicher. In sehr seltenen Fällen kann aber besonders
bei den antriebssteigernden Antidepressiva auch das Gegenteil eintreten. Es kann
zu Unruhe, Reizbarkeit, Abstumpfung und Aggressivität kommen. Eine Übersicht
bietet Healy D, Herxheimer A, Menkes DB (2006) Antidepressants and Violence:
Problems at the Interface of Medicine and Law. PLoS Med 3(9): e372
doi:10.1371/journal.pmed.0030372 Suizidalität kann bei vielen anderen
Medikamenten auch ein Problem sein. Untersucht ist es bei den wenigsten
Medikamenten. Eine Warnung der FDA macht auf das Risiko bei Medikamenten bei
Epilepsie aufmerksam, die nicht psychiatrische Patienten, die solche Medikamente
bekommen überwiegend betrifft, sondern Patienten mit Epilepsie. Unter den 11
angeschuldigten Medikamenten befinden sich: Carbamazepin, Felbamat, Gabapentin,
Lamotrigin, Levetiracetam, Oxcarbazepin, Pregabalin, Tiagabin, Topiramat,
Valproat und Zonisamid. Nach einer neuen Studie ist davon auszugehen, dass
Beruhigungsmittel wie Benzodiazepine oder Schlafmittel bei älteren
Menschen das Suizidrisiko deutlich auf das 4-fache erhöhen.
BMC Geriatrics 2009, 9:20 Auch die schwedischen Autoren dieser großen
Fallkontrollstudie (N= 210 703 über 65 jährige) gehen im Übrigen davon aus, dass
Antidepressiva bei Erwachsenen das Suizidrisiko vermindern und auch
Antipsychotika nicht mit einem Suizidrisiko vergesellschaftet sind.
|
Medikament/Studie |
Suizidgedanken, |
Suizidversuche |
||||
|
|
Medikament |
Placebo |
Risiko-Verhältnis |
Medikament |
Placebo |
Risiko-Verhältnis |
|
Paroxetin/329 |
6/93 |
1/88 |
5,9 |
5/93 |
0/88 |
- |
|
Paroxetin/377 |
7/181 |
4/95 |
0.9 |
1/181 |
4/95 |
0.9 |
|
Paroxetin/701 |
1/104 |
1/102 |
1,0 |
1/104 |
1/102 |
1,0 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Fluoxetin/HCCJ |
0/21 |
1/19 |
- |
0/21 |
1/19 |
- |
|
Fluoxetin/HCJE |
3/109 |
4/110 |
0,8 |
0/109 |
2/110 |
- |
|
Fluoxetin/X065 |
2/48 |
2/48 |
1,0 |
2/48 |
0/48 |
- |
|
FDA Daten zu Suizidalität und SSRI bei Kindern und Jugendlichen |
||||||
|
Bei den FDA Daten wurden die Pharmafirmen gebeten, alle möglicherweise suizidalen Verhaltensweisen oder Gedanken aus den Studien zu berichten. Es handelte sich um eine sehr weite Definition von Suizidalität. Durchgeführte Suizide gab es in den Studien nicht. Das Risiko-Verhältnis vergleicht dabei den Prozentsatz der Patienten, die das Medikament nehmen und das abgefragte "Ereignis" haben mit dem Prozentsatz der Patienten, die Placebo nehmen und das abgefragte "Ereignis" haben. Ein erhöhtes Risiko ergab sich dabei hauptsächlich in einer Paroxetinstudie, wobei die anderen Studien mit Paroxetin ein solches Risiko nicht fanden. Alle Fluoxetin Studien fanden keinen Unterschied in Suizid assoziiertem Verhalten zwischen Fluoxetin und Placebo.
|
||||||
Generell
werden für suizidale Menschen sedierende Antidepressiva in
kleinen Packungsgrößen bevorzugt, auch um die Patienten
häufiger zu sehen. Allerdings ist mit zu berücksichtigen,
dass gerade die meisten sedierenden Antidepressiva ein besonders
hohes Risiko bei Überdosierung in suizidaler Absicht haben.
Nicht selten werden bei Suizidalität auch Medikamente gesammelt.
Es ist also zweifelhaft, ob nicht beispielsweise SSRI gerade für
diese Patienten besser geeignet sind. Es
ist eindeutig, dass TZA – Vergiftungen ein sehr vielfach
höheres Risiko haben tödlich zu sein, und auch
hauptsächlich verantwortlich sind für die Todesfälle
durch Antidepressiva. Dies beweisen auch forensisch- pathologische
Studien mit sehr eindrücklichen Zahlen (bis zu 100fach erhöhtes
Risiko der TZA als Ursache einer tödlichen Vergiftung gegenüber
SSRI, trotz inzwischen seltenerem Gebrauch. (Daten aus Wien im
Nervenarzt veröffentlich und Daten aus GB im BMJ veröffentlicht)
Zum Suizidrisiko von trizyklischen Antidepressiva (TZA)
muss allerdings einschränkend gesagt werden, dass manche
freiverkäuflichen Mischanalgetika, die bei Suiziden auch
tatsächlich häufig eingesetzt werden, ein höheres
Risiko haben als TZA. Generell scheint nach neueren Daten eindeutig,
dass der Rückgang von Suiziden mit der häufigeren
Verordnung von Antidepressiva zusammenhängt. Insbesondere
scheint die Einführung der SSRI mit besserer Verträglichkeit
und Steuerbarkeit dazu geführt zu haben, dass Hausärzte
häufiger Antidepressiva verordnen. Diese häufigere
Behandlung von depressiven Störungen scheint wesentlich Absinken
der Suizidraten zu bedingen. Rihmer
Z. , Wayne D Hall,[Full
text] Die Mehrzahl aller Autoren ist sich einig, dass
generell das Risiko mit wenig toxischen Antidepressiva geringer ist.
Molcho
A, Stanley M.Kasper
S, Schindler S, Neumeister A., Auch eine Sedierung
mit Benzodiazepinen kann möglicherweise Suizidalität
verstärken. Besonders bei Borderline-Patienten sollen sie
häufiger eine paradoxe Wirkung mit Aggressivität und
Suizidalität haben. Auch Psychotherapien können manchmal
suizidale Patienten überfordern und dadurch das Risiko erhöhen.
Suizidversuche sind am häufigsten im Monat vor Beginn der
antidepressiven Behandlung, die Wahrscheinlichkeit eines
Suizidversuchs geht erst langsam mit Besserung der Depression zurück.
Im ersten Monat der Behandlung ist möglicherweise das
Suizidrisiko durch antriebssteigernde Antidepressiva - zu denen auch
die SSRI gehören erhöht- dies gilt vermutlich für alle
Altersgruppen im selben Maße. Im Zweifel muss bei Beginn der
Behandlung der Patient öfters einbestellt werden, ggf müssen
antriebssteigernde Medikamente im ersten Monat mit sedierenden
Medikamenten kombiniert werden.
Zitat: "Wird
durch
unsensible
Berichterstattung
mit
Verunsicherung
der Patienten
und Ärzte eine
Verschiebung
der
Verschreibungen
hin zu den TZA
bewirkt, so
dürfte dies
insgesamt das
suizidalitätsbezogene
Risiko für die
Patienten
erhöhen."
(Nervenarzt
2007 · 78:7–14)


Trotz seiner eher geringen therapeutischen Breite ist Lithium bisher das Medikament, für das am besten eine vorbeugende Wirkung bei suizidalem Verhalten gesichert ist. Es wird dabei sogar von einer spezifisch antisuizidalen Wirkung ausgegangen, die die Suizidversuche auf bis zu einem Zehntel und die Suizide auf ein Drittel reduzieren soll. Nach einer Übersicht gehen Suizidversuche bei manisch depressiven Erkrankungen unter Lithium um den Faktor 6-15 zurück, vollendete Suizide um den Faktor 3-17. Es handelt sich dabei um sehr eindrückliche Zahlen, die dafür sprechen, wenn keine Kontraindikationen vorliegen Lithium den Vorzug zu geben. Valproat ist bei dieser Indikation deutlich unterlegen. Neuere Daten lassen vermuten, dass Lithium auch bei majoren Depressionen prophylaktisch wirksam ist, bei wiederkehrender Suizidalität wäre es hier eine gute Alternative zur Prophylaxe mit Antidepressiva. Da Lithium auch eine Wirkung in der Augmentation (Wirksteigerung der Antidepressiva) der antidepressiven Behandlung hat, sollte gerade wenn besonders an ein Suizidrisiko zu denken ist, Lithium auch in der Depressionsbehandlung einen Stellenwert haben. Die Behandlung mit Lithium hat allerdings nicht unerhebliche andere Risiken und bedarf sorgfältiger Aufklärung des Patienten und der Überwachung durch den Facharzt. Zumindest für Clozapin gilt nach Studien, dass es ebenfalls die Suizidalität von an einer Schizophrenie erkrankten vermindern soll, ob dies auch für andere atypische Neuroleptika zutrifft ist nicht bekannt. (
Psychotherapie bei Suizidalität als Alternative zu Antidepressiva.
Bei der Diskussion um die mögliche Auslösung von
Suizidalität durch Antidepressiva wird häufig die
Psychotherapie als Alternative eben wegen dieses Risikos genannt.
Häufig übersehen wird dabei, dass Suizidalität als
Nebenwirkung der Psychotherapie ebenfalls denkbar ist. Bisher fehlen
hierzu ausreichend aussagekräftige Studien mit einer genügenden
Anzahl von Probanden. Eine neuere Studie untersuchte aber den
Therapieverlauf von 88 Jugendlichen mit Depressionen, die bei
Aufnahme der Behandlung nicht suizidal waren über den Verlauf
einer 12-16 wöchigen Psychotherapie auf Suizidalität.
Bei 12.5% (11 von 88 Patienten) trat im Behandlungsverlauf
Suizidalität auf. Daten ob es hier Unterschiede zwischen den
psychotherapeutischen Verfahren gibt liegen nicht vor. Insgesamt ist
das Problem der unter Behandlung auftretenden Suizidalität bei
Psychotherapie bisher schlecht untersucht.
Eine britische
Studie verglich
bei 208
Jugendlichen
zwischen 11 und
17 Jahren mit
mittelschwerer
bis schwerer
Depression die
nicht auf eine
Kurzintervention
angesprochen
haben die
Behandlung mit
SSRI
gegenüber
einer
Kombination von
SSRI und
kognitiver
Verhaltenstherapie.
103 Jugendliche
erhielten einen
SSRI und
psychiatrische
Routinebehandlung;
105 erhielten
einen SSRI und
psychiatrische
Routinebehandlung
und kognitive
Verhaltenstherapie.
Nach 12 und 28
Wochen ergab
sich kein
Unterschied in
der
Ansprechrate
der Depression
oder der
Suizidalität ob
nun nur
psychiatrisch
mit dem
Schwerpunkt
medikamentöser
Behandlung oder
auch
psychotherapeutisch
behandelt
wurde. Auch die
Suizidalität
und die
Selbstverletzungen
nahmen in
beiden Gruppen
ähnlich ab. Die
zusätzliche
Psychotherapie
hatte in dieser
Studie keinen
nachweisbaren
zusätzlichen
Nutzen
erbracht.
(Jeffrey
A. Bridge, et al.; Emergent Suicidality in a Clinical
Psychotherapy Trial for Adolescent Depression Am J Psychiatry 2005;
162:2173–2175), A. Levin
Suicidality Self-Reports May
Be Key Component of Depression Evaluation Psychiatr News,
November 18, 2005; 40(22): 13 - 13. siehe auch
Herbert Hendin, Ann Pollinger Haas, John T. Maltsberger, Bethany
Koestner, and Katalin Szanto, Problems in Psychotherapy With Suicidal
Patients ,Am J Psychiatry 2006 163: 67-72,
Ian Goodyer,
Bernadka
Dubicka, Paul
Wilkinson,
Raphael Kelvin,
Chris Roberts,
Sarah Byford,
Siobhan Breen,
Claire Ford,
Barbara Barrett,
Alison Leech,
Justine
Rothwell, Lydia
White, and
Richard
Harrington
Selective
serotonin
reuptake
inhibitors (SSRIs)
and routine
specialist care
with and
without
cognitive
behaviour
therapy in
adolescents
with major
depression:
randomised
controlled
trial BMJ, Jun
2007;
doi:10.1136/bmj.39224.494340.55
Abstract
Full text
PDF
Hilfe statt Sensation ist gefragt
Dass Suizid ansteckend ist, ist seit Jahrhunderten bekannt.
Experten versuchen durch Regeln für die Medien Lehren daraus zu
ziehen.
Zwar sind Suizide in den letzten 10 Jahren
rückläufig, jeder einzelne ist aber einer zuviel. Mit über
12000 Toten gibt es fast doppelt so viele Opfer durch Suizid wie im
Straßenverkehr. Das Verhältnis von Suizidversuchen zu
vollendetem Suizid beträgt etwa 40:1. Nicht selten sind
bleibende Behinderungen die Folge. Die Dunkelziffer dürfte
erheblich sein. Nicht jeder Suizid kann verhindert werden, vielen der
Betroffenen kann aber auch dauerhaft durch eine psychiatrische
Behandlung geholfen werden. Eine wesentliche Rolle in der Entstehung
wird den Medien zugeschrieben. Goethes Liebesdrama Werther war damals
in Europa so "In" wie es manche Werbekampange heute noch
sein möchte. Kleidung "à la Werther" - blauer
Rock mit gelber Weste -, wurde bei den jugendlichen Elegants jener
Zeit ein Zeichen der Identifikation mit Werther. Schon kurz nach der
Veröffentlichung von Goethes Liebesdrama gab es eine Welle von
Suizidversuchen und auch Suiziden. Schon damals wurde über die
Verantwortung Goethes für die Wirkung seines Romans diskutiert:
Zu dem schwerwiegendere Vorwurf - für die Welle von Selbstmorden
verantwortlich zu sein, soll der Schriftsteller geschwiegen haben.
Der Nachahmereffekt nach Pressemitteilungen über Selbstmörder
wurde fortan Werther- Effekt benannt. Nach Suiziden in der
personellen Umgebung wie auch nach Suiziden berühmter Stars sind
nicht selten solche Nachahmer berichtet. Es sind aber nicht nur die
Suizide der Stars die ansteckend sind. Sensationsberichterstattung
kann aus jedem Suizidenten einen solchen Star zu Nachahmung machen.
Goethes Niveau ist dabei weder gefragt noch erforderlich. Die hohe
publizistische Ausschlachtung von dramatischen Suiziden besonders bei
Jugendlichen ist immer wieder Ursache für kurzfristiges
epidemisches Auftreten. Die Presse macht damit Selbstmord zur
ansteckenden Krankheit. Nachdem beispielsweise 1998 ein Lokalsender
in Hongkong über einen ungewöhnlichen Suizid einer 35
jährigen berichtet hatte, fand die bis dahin wenig bekannte und
selten angewendete Methode rasche Verbreitung. Seither wird die
genannte Methode bei jedem 5. Suizid in Hongkong angewendet und hat
sich bereits auf die Nachbarländer Macao und Taiwan
ausgebreitet. Umgekehrt zeigt Zurückhaltung in den Medien
nachweislich Erfolge. Eine vom Österreichischen Verein für
Suizidprävention initiierte zurückhaltende
Berichterstattung in den Medien ab 1987 reduzierte die Zahl einer
bestimmten Suizidmethode um mehr als 70 % und diese blieb seitdem auf
niedrigem Niveau.
Auch das Internet kann einen solchen Werther- Effekt haben.
Internetforen in denen Suizidmethoden und Tipps ausgetauscht werden
sind gut besucht, werden allerdings meist nicht zur überwiegend
zur Vorbereitung eines Suizids,
sondern zur Kommunikation der
Betroffenen genutzt. Da die meisten Nutzer von sich aus sonst keine
professionelle Hilfe suchen, überwiegt vermutlich der Nutzen der
Foren den Schaden. Viele Suizid- Foren bieten gerade denen die
Möglichkeit gegenseitiger Hilfe und Stützung, die sonst
nicht in der Lage oder gewillt sind Hilfe zu suchen. Der
Austausch vermindert das Einsamkeitsgefühl und erleichtert
möglicherweise auch im realen Leben das dem Suizidgedanken
zugrunde liegende Problem und die Suizidgedanken an sich im nahe
stehenden Menschen anzusprechen. Menschen, denen in Internetforen
geholfen wird, sind vermutlich um ein Vielfaches zahlreicher als
diejenigen, denen womöglich geschadet wurde - verhinderte
Selbstmorde lassen sich weniger gut zählen und machen keine
Schlagzeilen. Laienauffassungen in solchen Foren können
aber insbesondere für labile Pubertierende ein großes
Risiko darstellen. Verabredungen zum Suizid sind aus solchen
Foren berichtet, spielen aber vermutlich nur eine geringe Rolle.
Verbote dürften für die Presse und das Internet wenig
nützen. Ein Bewusstsein dafür, dass wer die unten genannten
Spielregeln bricht mit dem Leben anderer Menschen spielt, sollte aber
zu Veränderungen führen. Spielregeln helfen hier auch
seriöse Berichterstattung von einer Berichterstattung zu
unterscheiden, die billigend in Kauf nimmt für weitere
Selbsttötungen verantwortlich zu sein. Am Beispiel der Wiener U-Bahn
Suizide ist eindeutig belegt, dass verantwortliche Berichterstattung das Risiko
der Suizide eindeutig vermindert.
Social science & medicine ISSN 0277-9536 1994, vol. 38, no 3 (23 ref.), pp.
453-457
Pub med
Leitlinien für die Medienberichterstattung in Österreich haben dort die
Suizidrate um 33-40% vermindert.
Pub med
Man kann den Zugang zu Suizidmitteln erschweren, indem Abgase im
Haushalt und am Kfz entgiftet werden, Waffengesetze verschärft
werden, Brücken mit Schutzvorrichtungen versehen werden, und
weniger toxische Medikamente verschrieben werden. Die Auswirkungen
sind jedoch meist zeitlich begrenzt und reduzieren die Suizidraten
nur solange, bis die Betroffenen zu neuen Methoden übergehen.
Nach überwiegender Meinung besteht die beste sekundäre
Suizidprävention darin, suizidale Tendenzen zu erkennen und
psychiatrische Grunderkrankungen zu behandeln. Vor allem im Alter
sollte zunächst der Hausarzt im Zentrum suizidpräventiver
Maßnahmen stehen (Wächtler [1984]). Er kann am ehesten in
Krisen suizidpräventiv eingreifen, da er einen engen Bezug zur
sozialen Umwelt des Patienten hat. Untersuchungen zeigen jedoch, dass
Allgemeinärzte suizidale Tendenzen bisher nur unzureichend
erkennen. Nach einem Suizidversuch benötigen Patienten eine
spezielle Motivation und Führung. Der Kontakt mit dem Patienten
sollte möglichst früh aufgenommen werden, auch wenn er noch
nicht voll ansprechbar ist; er darf nicht abreißen und muss
auch vom Therapeuten initiiert werden. Die meisten Studien zu
therapeutischen Maßnahmen zeigen, dass die Aktivität des
Therapeuten einen großen Einfluss auf den Therapieerfolg hat.
Wird eine strukturierte Nachsorge von einem Therapeuten erbracht,
dann ist sie effektiver als bei einem Therapeutenwechsel, selbst wenn
die Behandlung weniger lang andauert (Möller u.a. [1994]).Aus
Kapitel 5.16 Suizid [Gesundheitsbericht für Deutschland 1998]
www.gbe-bund.de).
Baume P, Cantor CH, Rolfe A. Cybersuicide: the role of interactive suicide notes on the internet. Crisis 1997; 18: 73-79[Medline].
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Raj Persaud, Press: How "suicide" coverage went off the rails. BMJ 2004;329:1243, doi:10.1136/bmj.329.7476.1243Extract] [Full text]
Fragen die helfen, das Suizidrisiko einzuschätzen
Was für Gedanken geht Ihnen durch den Kopf, wenn sie sich so bedrückt fühlen?
Manche Menschen, die in einer vergleichbaren Verfassung sind, wie sie jetzt, verlieren die Hoffung dass es weiter geht. Sind Sie auch hoffnungslos?
Wollen Sie am liebsten Ihre Ruhe haben, nichts mehr sehen und hören?
Haben Sie je daran gedacht, sich selbst zu verletzen, sich etwas anzutun?
Wie würden Sie das anstellen? Was für eine Methode würden Sie wählen? Haben Sie bereits Tabletten gesammelt,....?
Zu wem haben Sie Vertrauen? Sprechen Sie offen über Ihre Gedanken mit Ihren Angehörigen?
Wer ist zur Zeit zuhause?
Was würde aus Ihrer Familie und Ihren Freunden?
Was hat Sie bisher davon abgehalten sich etwas anzutun?
Nach J. Stovall, F.J. Domino. Approaching the Suicidal Patient, Am Fam Physician 2003;68:1814-8. www.aafp.org/afp.
Ernstnehmen, sich nicht überschätzen, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Suiziddrohungen sollten nie als reine Versuche Aufmerksamkeit zu erhalten abgetan werden.
Frühere Suizidversuche zeigen ein hohes Risiko an.
Bekannte Suizide in der Familie oder bei Freunden erhöhen das Risiko erheblich
Beschäftigung mit Kunst, Literatur, Filmen über Tod, Suizid, Beschäftigung mit Suizid verherrlichender Musik, morbiden Themen oder Gespräche über Suizid als eine akzeptable Möglichkeit deuten auf ein hohes Risiko besonders bei Jugendlichen hin.
Alle ernsthaften psychischen oder schweren organischen Erkrankungen erhöhen das Risiko.
"Stimmen" drängen bei an Schizophrenie leidenden Patienten oft zu suizidalen Handlungen, nach diesen Stimmen muss gefragt werden.
Suizidgedanken wechseln oft rasch, wenn sie immer wieder vorhanden sind, fällt die Entscheidung manchmal in Minuten .
Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Kollege, Nachbar, Freund oder Angehöriger suizidal ist, nehmen Sie das sehr ernst. Überschätzen sie dabei Ihre Möglichkeiten nicht und suchen Sie umgehend fachmännische Hilfe. Fragen Sie nach ob solche Hilfe bereits in Anspruch genommen wurde.
Isolation und Sucht gehören zu den größten Risikofaktoren.
Der Arzt sollte entscheiden ob eine stationäre Aufnahme notwendig ist, diese kann hier oft Leben retten.
Besonders auch direkt nach einer Entlassung aus dem psychiatrischen Krankenhaus, kann eine erhöhte Gefahr weiter bestehen. Hier ist eine sofortige Aufnahme einer ambulanten Weiterbetreuung immer dringlich.
Niemand kann die volle Verantwortung für jemand anderen übernehmen. Schalten Sie immer einen Fachmann ein.
Wenn die Praxen der Fachärzte geschlossen haben, bietet
auch die Telefonseelsorge www.telefonseelsorge.de
oder der diensthabende Arzt der nächsten psychiatrischen Klinik
rund um die Uhr Hilfe an.
Häufige Reaktionen von nahen Angehörigen auf einen Suizid
Weigerung zu akzeptieren, dass Suizid die Todesursache war.
Ärger und Wut gegenüber den Freunden des Toten, anderen Familienmitgliedern, Ärzten, oder sogar gegen die verstorbene Person
Schuldgefühle
Scham
ständige Suche nach einer Erklärung, nach dem "warum"
Angst um die anderen Angehörigen, besonders wenn es um Jugendliche geht, überfürsorgliches, überbehütendes Verhalten
Schwierigkeiten in der Partnerbeziehung
Stigmatisierung in der Gemeinde
eigene Depression oder Suizidgedanken
Alkoholmissbrauch
bei Suizidalität brauchen Angehörige auch Unterstützung, dies gilt besonders auch nach einem vollendeten Suizid.
In der Behandlung wird in der Regel die Beziehung zum Verstorbenen bearbeitet. Der Schmerz muss als vorübergehender Begleiter akzeptiert werden. Der Verlust muss ebenso thematisiert werden wie Ärger und Wut gegenüber dem Verstorbenen wie auch dessen Freunden oder anderen Familienmitgliedern, Ärzten.. Eigene Schuldgefühle müssen in der Behandlung angesprochen werden um zu einer neuen Formulierung für die zukünftige Beziehung zu dem Verstorbenen zu gelangen.
Deutsche Empfehlungen
der Deutschen
Gesellschaft für Suizidprävention e.V. (DGS)
-an die Presse
Suizide sind keine „TOP-News“ für die Titelseite, besondere Suizidmethoden sind keine Schlagzeile
ein Fotos der betreffenden Person und Abschiedsbriefe, detaillierte Ortsschilderungen zu veröffentlichen, ist allenfalls pietätlos.
Suizid sollte nicht als nachvollziehbare, oder unausweichliche Reaktion aus einer ausweglosen Situation dargestellt werden
Suizid sollte in den Medien nicht romantisierend oder idealisierend dargestellt werden.
Keine Hinweise auf „Suizidforen“ im Internet oder Webseiten, die den Suizid propagieren, geben.
Kompetente Adressen zum Thema Suizid
Liste der AGS aller Kriseninterventions- und Notfallseelsorgedienste in Deutschland
Arbeitsgemeinschaft Seelsorge AGS -viele Infos und Links zum Thema Krisenintervention
Crisis – The Journal of Crisis Intervention and Suicide Prevention
Hilferufe
– oder: Wie gehe ich als Pflegepersonal mit Suizidäußerungen
von Patienten um?“
AFSPAmerican
foundation for Suicide Prvention
Verwaiste Eltern" Deutschland e.V. zum Thema: Leben mit dem Tod eines Kindes www.veid.de
Infos zu Drogenproblemen bei der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin
Mitnahmesuizid oder erweiterten Suizid .Prof. Dr. med. Volker Faust).
Wo ist der nächste Arzt in Nordbaden Suchfunktion für alle Ärzte in Nordbaden
WHO Statistiken
Distribution of suicide rates (per 100,000), by gender and age, 1995 (graph)
Evolution 1950-1995 of global suicide rates (per 100,000) (graph)
Changes in the age distribution of suicide cases between 1950 and 1995 (graph)
Suicide Rates (per 100,000) (Table)
Statistisches Bundesamt: Todesursachen in Deutschland (Jahr 2000)
Click here for articles on suicide prevention appearing inthe WHO Mental Health Bulletin
Click for information on the WHO Suicide Prevention ProjectSUPRE
Suicide Prevention and Intervention: Summary of a Workshop Committee on Pathophysiology and Prevention of Adoloscent and Adult Suicide, Board on Neuroscience and Behavioral Health, Institute of Medicine, 8 1/2 x 11, 36 pages, 2001. Via National Academies Press
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Polizei |
110 (Österreich 133, Schweiz 17/117) |
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Feuerwehr |
112 |
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Rettungsdienst/Krankentransport |
1 92 22 |
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Deutsche Rettungsflugwacht |
0711 - 70 10 70 |
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Rettungsdienst Heidelberg |
06221/19222 |
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Ärztlicher Bereitschaftsdienst in Heidelberg- wenn die Praxen geschlossen haben |
06221/19292 |
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Vergiftungen
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0551 / 19 240 oder Giftnotruf Berlin Tel. 030 / 30686 - 711 Fax 030 / 30686 - 721 |
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Reiseruf |
ADAC: 0180 - 5 10 11 12 |
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Telefonseelsorge |
0800 - 111 01 11 0800 - 111 02 22 |
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Telefonseelsorge Rhein-Neckar, Postfach 102732, 69068 Heidelberg |
06221/184040, Fax 181683 |
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Was Sie bei einem Notfall immer sagen Sollten
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Lindner, Dr. med. Reinhard; Fiedler, Georg; Götze, Paul, Diagnostik der SuizidalitätDtsch Arztebl 2003; 100: A 1004–1007 [Heft 15]Hegerl, Prof. Dr. med. Ulrich; Althaus, Dipl.-Psych. David; Niklewski, Dr. med. Dr. phil. Günter; Schmidtke, Prof. Dr. med. Dr. phil. Armin, Optimierte Versorgung depressiver Patienten und Suizidprävention: Ergebnisse des „Nürnberger Bündnisses gegen Depression“Dtsch Arztebl 2003; 100: A 2732- 2737 [Heft 42]
Mark Olfson; David Shaffer; Steven C. Marcus; Ted Greenberg Relationship Between Antidepressant Medication Treatment and Suicide in Adolescents, Arch Gen Psychiatry. 2003;60:978-982.ABSTRACT | FULL TEXT | PDF
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Bitte bedenken Sie immer einen Arztbesuch oder die Stellung einer richtigen Diagnose kann das Internet nicht ersetzen. Entsprechend sind bisher auch keine "Arztbesuche" via Internet möglich. Hiergegen sprechen nicht nur ganz erhebliche juristische Bedenken, für eine ärztliche Behandlung ist immer noch ein persönlicher Kontakt entscheidend. Für die Diagnosenstellung benötigt ihr Arzt alle seine fünf Sinne. Apparative Befunde wie Röntgenbilder oder Laborwerte lassen sich inzwischen per Internet gut übermitteln, zur Stellung einer Diagnose bleiben sie weiterhin nur Hilfsmittel, die ausschließlich in einem Gesamtzusammenhang eine Bedeutung haben. Die meisten Diagnosen werden im ärztlichen Untersuchungsgespräch (Anamnese) gestellt. Auch jede Behandlung muß auf das Individuum abgestimmt werden. |
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Medikamente sollte man in der Regel nicht im Internet bestellen. Neben oft unzureichender Qualität, fehlt vorallem die Indikationsstellung und die korrekte Aufklärung, von Haftungsfragen bei gravierenden Nebenwirkungen abgesehen. |
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Es ist auch nicht möglich, dass ein Arzt immer auf dem aktuellsten Stand der medizinischen Forschung in allen Bereichen seines Faches ist. Es ist immer möglich, dass die medizinische Forschung hier noch als wirksam und ungefährlich dargestellte Behandlungsmaßnahmen inzwischen als gefährlich oder unwirksam erwiesen hat. Lesen Sie bei Medikamenten immer den Beipackzettel und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren behandelnden Arzt. Medikamentöse Behandlungen auch mit freiverkäuflichen Medikamenten bedürfen ärztlicher Aufsicht und Anleitung. Dies gilt auch für alle anderen Behandlungsverfahren. Die hier angebotenen Informationen können nicht immer für jeden verständlich sein. Um Mitteilung wo dies nicht der Fall ist bin ich dankbar. Fragen Sie hierzu immer Ihren behandelnden Arzt. Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten).. Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig. Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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