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Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie |
Arbeitslosigkeit
Arbeitslos ist, wer keine Arbeit hat, der Arbeitsvermittlung zur Verfügung steht und sich beim Arbeitsamt gemeldet hat. Personen, die während dieser Zeit Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe beziehen, sind versicherungspflichtig. Für sie sind Pflichtbeiträge von der Bundesanstalt für Arbeit zu zahlen. Die fehlende Zeit-/Tagesstrukturierung führt bei
vielen Betroffenen dazu, dass sie sich beispielweise auch weniger um ihre Kinder
kümmern, obwohl per se mehr Zeit dafür vorhanden wäre. Finanzielle Probleme,
Verschuldung schlechtes Wohnumfeld fördern die soziale Isolierung. Primär
schon vorhandene psychische Störungen und familiäre Konflikte verstärken sich,
es kommt häufiger zu häuslicher Gewalt, Partnerschafts-und Sexualitätsproblemen.
Kranke Menschen werden häufiger arbeitslos, Arbeitslose sind häufiger krank.
Die Wechselwirkungen sind vielfältig und Ursache und Wirkung lassen sich im
Einzelfall nicht immer unterscheiden. Dennoch gibt es spezifische
Krankmachende Faktoren bei Arbeitslosigkeit. Alleine die Selbsteinschätzung der
eigenen Situation ist sehr bedeutsam. Je mehr Hoffnung Menschen haben, umso
besser ist ihre subjektive Selbsteinschätzung. So schätzen auch Arbeitslose in
Zeiten hoher Arbeitslosigkeit ihre gesundheitliche Situation schlechter ein, als
in Zeiten niedriger Arbeitslosigkeit (Eur J Public Health. 2006
Jun;16(3):295-305. Epub 2005 Oct 31). Männer und Menschen mit niedrigem sozialem
und beruflichem Status leiden stärker unter den Folgen von Arbeitslosigkeit.
Langzeitarbeitslose sind stärker belastet als Menschen mit kurzer Dauer der
Arbeitslosigkeit. Wesentlich ist auch das Empfinden des Betroffenen, wie seine
Arbeitslosigkeit begründet ist. Je mehr sich der Betroffene als Opfer sieht und
andere (meist den letzten Arbeitgeber) als ungerechte Verursacher sieht,
unabhängig davon wie sehr dies zutrifft, umso negativer wirkt sich diese
Opferhaltung auf die Gesundheit aus. Mangelnde körperliche Betätigung in
Kombination mit fehlender Tagesstrukturierung und vermehrtem Suchtmittelkonsum
vergrößern das Risiko körperlicher Erkrankungen. Untersuchungen bestätigen, dass
Arbeitslosigkeit zu einer Erhöhung des Blutdrucks, gesteigerter Alkohol- und
Nikotinkonsum sowie Fettleibigkeit mit Folgekrankheiten wie periphere arterielle
Verschlusskrankheit, Bronchialkarzinom die Zunahme von Herzinfarkten und
Schlaganfällen, metabolisches Syndrom, Fettleber, Leberzirrhose, Diabetes
mellitus Typ II, arterielle Hypertonie. Es kommt es zu einer Steigerung
von Medikamentendosen, die Zunahme von Arztbesuchen, häufigeren und längeren
Krankenhausaufenthalten, erhöhter Mortalität. Vor allem gastrointestinale
(häufig psychosomatische) und psychische Beschwerden nehmen deutlich zu.
Besonders die subjektive Beeinträchtigung der Lebensqualität steht im
Vordergrund wird bereits bei drohendem Arbeitsplatzverlust deutlich. Auch
die Kinder von Langzeitarbeitslosen Erwachsenen haben unabhängig von den
finanziellen Mitteln zumindest subjektiv eine schlechte Gesundheit. (J
Adolesc Health. 2006 May;38(5):527-35). Das Selbstvertrauen von
In einer spanischen Studie wurde bei arbeitslosen
Männer eine etwa 3-fach höhere bei Frauen eine 1,5fach erhöhte Morbidität an
psychischen Störungen angegeben. (Am J Public Health. 2004 Jan;94(1):82-8).
Arbeit strukturiert den Tagesablauf, führt zu sozialen Kontakten außerhalb der
Familie, versorgt den Menschen mit Zielen, die über seine individuellen Ziele
hinausgehen. Arbeit definiert den Status und die Identität des Menschen und
zwingt zu Aktivität. Diese Defizite lassen sich oft von Frauen besser
kompensieren. Frauen haben es meist einfacher mit der Arbeitslosigkeit zurecht
zu kommen, dies liegt nicht überwiegend an der Rollenerwartung, sondern an der
besseren Akzeptanz andere strukturierende Beschäftigungen wie Hausarbeit etc.
intensiver zu betreiben. In
Zeiten des Mangels, in denen die soziale Umverteilung der Ressourcen an Grenzen
stößt, ist die Frage der Arbeitsfähigkeit und Arbeitswilligkeit der Arbeitlosen
besonders häufig der Gegenstand gerade psychiatrischer Gutachten. Psychiater
haben hierbei oft eine Funktion, der sie nicht gerecht werden können. Die Bedeutung der medizinischen Versorgung für die sozialen Unterschiede in der Langlebigkeit und Gesundheit wird für deutsche Verhältnisse in der Regel völlig überschätzt. Erwerbstätigkeit hilft bei der persönlichen Selbstentfaltung. Entscheidungs- und Gestaltungsspielräume am Arbeitsplatz machen auch aktiver in der Gestaltung des persönlichen Umfelds. Zur Vorbeugung von negativen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit gilt es vor allem den Gefühlen der Nutzlosigkeit und Resignation entgegen zu wirken. Dabei sollte sich die Arbeitslose nicht nur auf die Unterstützung der Behörden verlassen, sondern vor allem selbst aktiv bleiben. Ein regelmäßiger Tagesrhythmus, körperliches Training, regelmäßige Kontakte, sinnvolle tägliche körperliche und geistige Aktivität helfen gerade Arbeitslosen körperlich und geistig gesund zu bleiben. Ehrenamtliche Tätigkeiten können das Selbstwertgefühl stärken. Untätigkeit führt besonders bei längerer Arbeitslosigkeit zur Resignation und zum Glauben an die Unkontrollierbarkeit der eigenen Lebensumstände. Ein normaler Tagesrhythmus bessert/erhält auch die Beziehungen in der Familie. Fernsehen oder im Internet surfen bis in die frühen Morgenstunden, während der arbeitende Partner zeitig zu Bett geht, schadet jeder Partnerschaft. Nicht selten ist der Medienkonsum von schädlichem Suchtmittelgebrauch begleitet, der die Autorität in der Familie mindert. Nicht zuletzt leidet die Sexualität in der Partnerschaft auch durch die neuen unterschiedlichen Zeiten. Übermäßiger Medienkonsum macht auch tagsüber passiv, die Zeit wird totgeschlagen, bei allem Gefühl der Wichtigkeit von Dokumentationssendungen, Serien etc. gefördert wird dadurch überwiegend die Passivität. Die Autorität auch von Männern in der Familie wird eher gestärkt, wenn am Rhythmus der Familie teilhaben und in der freien Zeit andere z.B. durch Übernahme von Hausarbeit, Besorgungen etc. entlasten. Die meisten Menschen wissen, dass Arbeitslosigkeit alle treffen kann. Die Vorurteile der Mitmenschen sind deshalb meist geringer als erwartet, und rechtfertigen keinen Rückzug. Die Arbeitslosigkeit vor Freunden oder gar der Familie zu verheimlichen verschlimmert das Problem. Es ist sinnvoll von Anfang an zu der Situation zu stehen, Freunde können nicht selten auch Tipps geben, wo es neue Stellen gibt. Menschen, die ein ähnliches Schicksal haben, wie z.B. ehemalige Arbeitskollegen können bei den Behördenwegen helfen. Weiterbildungsmaßnahmen verbessern nicht nur die Chance auf eine neue Stelle, sie strukturieren den Tag und helfen Kontakte zu knüpfen. Bei vorhandenem Substanzmissbrauch kann der Besuch von Selbsthilfegruppen helfen der Ausweitung entgegen zu wirken, und die Zeit sinnvoll zu nutzen. Arbeitslose, die gezielt daran arbeiten, ihre psychische Verfassung zu bessern, finden eher wieder eine Stelle. Mit Schwarzarbeit sollen 2007 in Deutschland (laut FAZ) 348 Milliarden Euro erwirtschaftet worden sein. Man geht beispielsweise von mindestens 60.000 osteuropäischen Pflegekräften in deutschen Privathaushalten aus. Schwarzarbeit gibt es überall dort, wo personalintensive Arbeiten anfallen. Nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln auf Basis einer TNS Emnid Umfrage 2007 haben Wähler der Grünen zu 33,3%, der FDP zu 26,7%, der SPD zu 22 % der Linken zu 17,9% und der CDU/CSU zu 13,6% im vergangen Jahr schwarz gearbeitet. 38,1 % der Wähler der SPD, 37,5% der Wähler der Grünen, 34,7% der FPD-Wähler, 29,2% der der CDU/CSU Wähler und 25,6% Wähler der Linken haben Schwarzarbeit im letzten Jahr in Auftrag gegeben. (Wirtschaftswoche Die Ausgaben für Arbeitslosengeld sollen 2003 25,2 Milliarden Euro betragen haben, für Arbeitslosenhilfe 14,9 Milliarden Euro, Mindereinnahmen der Sozialversicherungen, des Fiskus und Sozialhilfe mitgerechnet, kommt das Institut für Arbeits- und Berufsforschung auf Kosten von 82,7 Milliarden Euro für 2003, bzw. 85,7 Milliarden Euro 2004. Für 2004 werden dabei die Kosten pro Arbeitslosem mit 19.600 Euro angegeben. Damit kostet die Arbeitslosigkeit insgesamt rund ein Viertel des Umsatzes der Schattenwirtschaft pro Jahr. Die Gesamtausgaben der Bundesagentur für Arbeit und des Bundes für Arbeitsmarktpolitik werden 2006 mit 75 Milliarden Euro angegeben. Sozialpolitik-Tabellen_Arbeitsmarkt Arbeit ist also in unserem Land durchaus vorhanden , dabei auch in einem Volumen, das ausreichen würde, alle die es wollen, zu beschäftigen. Geld diese Arbeit zu bezahlen scheint ebenfalls vorhanden zu sein. Ökonomen rechnen jeweils vor, wieviel Veränderung des Volumens an Schwarzarbeit eine bestimmte Verteuerung der Lohnarbeit auslöst. Dass die Politik es nicht schafft, hier zu einer sinnvolleren und gerechteren Verteilung von Arbeit zu finden kann man als Steuerzahlender Laie manchmal schwer verstehen. Die Abwanderung von Arbeitsplätzen ins billige Ausland, scheint jedenfalls nicht der einzige Auslöser für Arbeitslosigkeit in Zeiten der Globalisierung zu sein.Quellen / Literatur:
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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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Dieser weiß in der Regel über die hier dargestellten Sachverhalte gut Bescheid und kann Ihren individuellen Fall und Ihre Beschwerden besser einordnen- was für einen bestimmten Patienten nützlich ist, kann einem anderen schaden. Selbstverständlich gibt es zu den meisten Themen unterschiedliche Auffassungen. Soweit möglich wird hier dargestellt, woher die Informationen stammen. In den meisten Fällen mit einem entsprechenden Link (da diese oft ohne Ankündigung geändert werden, sind diese leider nicht immer aktuell zu halten). Leider ist die zitierte Literatur nicht immer kostenfrei zugänglich. Die Beschränkung auf kostenfrei zugängliche Literatur würde manches sehr oberflächlich lassen. In der Regel versuche ich mich in der Darstellung an deutschen oder internationalen Leitlinien der Fachgesellschaften und Metaanalysen der Literatur zu orientieren. Auch dies ist nicht überall möglich. Zum einen gibt es nicht überall solche Leitlinien, zum anderen werden diese mir nicht immer sofort bekannt. Manche Leitlinien sind lange nicht aktualisiert worden und von neuerer Literatur überholt, bzw, ergänzungsbedürftig. Wenn möglich sind im Text Links zu solchen Leitlinien eingebaut. Auch Leitlinien sind nur Orientierungen, sie schließen nicht aus, dass generell oder im Einzelfall Fehler enthalten sind oder diese im Einzelfall nicht anwendbar sind. Ziel der Darstellung ist hier definitiv nicht, mich als Experten für irgendeines der in der Homepage dargestellten Krankheitsbilder auszuweisen. Ich gehe davon aus, dass alle vergleichbaren Fachärzte für Neurologie, Psychotherapeutische Medizin und Psychiatrie ihre Patienten sorgfältig und genau so gut wie ich behandeln. Sollten Sie über eine Suchmaschine direkt auf diese Seite gekommen sein, werden Sie gebeten auch die Hauptseite aufzusuchen. Dort finden Sie einen Link zu den zuständigen Ärztekammern. 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