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Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse |
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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie |
Crohn, Morbus
Chronische entzündliche
Erkrankung bevorzugt des unteren Dünndarms, aber auch des gesamten
Gastrointestinaltraktes. Die Inzidenz beträtgt etwa 6,7 (1,6-14,6)
Neuerkrankungsfälle pro 100 000/Jahr und die Prävalenz liegt bei 140 (10-199)
Erkrankte pro 100 000 in westlichen Ländern, insgesamt gibt es in Europa etwa
690 000 Erkrankte. Die Erkrankung kann in jedem Alter beginnen, fängt am
häufigsten im Alter von 16-30 Jahren an. Neuerkrankungen sind damit relativ
selten, so dass ein einzelner Arzt nur selten eine Neuerkrankung diagnostiziert.
Symptome zu Beginn sind meist häufige Durchfälle, Bauchschmerzen,
Gewichtsabnahme und Müdigkeit. Neben einer Vorgeschichte mit diesen Symptomen
erfolgt die Diagnose dann durch eine endoskopische Untersuchung,
histopathologische Gewebsuntersuchungen, und Röntgenuntersuchungen.
Differentialdiagnose des M Crohn: Infektiöse Darmerkrankungen: Yersinien,
Tuberkulose, atypische Mycobacterien. Andere Entzündungen: Diverticulitis,
Colitis ulcerosa (mit oft blutigen Durchfällen), Mikroskopische Colitis mit bei
Schmerzmitteleinnahme mit wässrigen Durchfällen,
Behçet’sche Erkrankung.
Sarkoidose,
Zöliakie, Abführmittelmissbrauch, selten Krebserkrankungen,
Reizdarmsyndrom , Pankreatitis. Für den Morbus Crohn sind einige neurologische Begleiterkrankungen wie die funikuläre Spinalerkrankung, Sehnervenschädigungen, Polyneuropathien, zerebrale Blutungen und Ischämien mit zerebraler Vaskulitis als Ursache zerebraler Ischämien beschrieben worden. Die zerebrale Angiographie bei den Ischämien ergab in allen Fällen jeweils multiple Kalibersprünge der mittleren und großen intrakraniellen Gefäße im Sinne einer zerebralen Vaskulitis bei negativer Vaskulitisserologie. Die jeweilige Symptomatik bildete sich unter einer Immunsuppression zurück. Operative Eingriffe sind dank
moderner Therapiemethoden wesentlich seltener als früher erforderlich. Üblicherweise wird die akute
Darmerkrankung bisher mit Kortison behandelt. Die Langzeitbehandlung mit
Kortison hat die bekannten erheblichen Nebenwirkungen und die Wirksamkeit lässt
bei manchen Patienten im Verlauf nach, die Wirksamkeit im akuten Schub ist
gesichert, in der Vorbeugung zweifelhaft. Anitibiotika sind nur gegen die
septischen Komplikationen wirksam. Immunsuppressive Behandlungen senken den
Kortisonbedarf und bedingen soweit bisher beurteilbar einen besseren Verlauf. Azathioprin,
Mercaptopurin, oder Methotrexat werden daher seit längerem eingesetzt um
Kortison einzusparen oder bei fehlendem Ansprechen auf Kortison den Verlauf zu
verbessern. Eine Metaanalyse schätzt, dass Azathioprin die Wahrscheinlichkeit in
Remission zu bleiben gegenüber Plazebo verdoppelt. (Aliment Pharmacol Ther
2008;27(1):11-8). Etwa 3/4 der Patienten vertragen Azathioprin,
Nebenwirkungen sind Myelosuppression, Hepatitis, und Pancreatitis; Übelkeit,
Erbrechen, und grippeartige Symptome. Despite these side effects, thiopurines
are tolerated by 75% of patients. Die Entzündung beim M Crohn wird durch
den das Zytokin Tumour necrosis factor {alpha} (TNF{alpha}) vermittelt, die
therapeutischen Antikörper Infliximab, Adalimumab, Natalizumab, Certolizumab
blockieren diese Entzündungsreaktion. Eine frühzeitige Behandlung mit Infliximab (5 mg/kg Körpergewicht)
in Kombination mit Azathioprin ist möglicherweise effektiver. (Lancet 2008; 371:
660–67). Ähnlich wie unter Kortison steigt unter den Behandlungen mit
biologischen Antikörpern das Infektionsrisiko bis zur Sepsis auf etwa das
Doppelte an. Ob durch die biologischen Therapieformen wie Infliximab der natürliche
Verlauf chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen langfristig günstiger
beeinflusst werden kann, ist noch nicht bewiesen. In Studien werden auch andere
Antikörper wie Natalizumab, Adalimumab und Certolizumab eingesetzt. Wer von
diesen teueren neuen Medikamenten, die auch bei Rheuma und MS eingesetzt werden,
profitiert ist noch nicht sicher beurteilbar. Sepsis, TBC, Optikusneuritis,
Infusionsreaktionen und Krebserkrankungen gelten als Kontraindikationen für die
biologischen Antikörperbehandlungen. Man geht aber davon aus, dass die
biologischen Antikörperbehandlungen die Prognose dieser Erkrankung wesentlich
verbessern.
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Insbesondere dem ICD 10, dem DSM IV, AMDP- Manual, Leitlinien der Fachgesellschaften, Lehrbuch VT von J.Mragraf, Lehrbuch der analytischen Therapie von Thomä und Kächele, Lexika wie dem Pschyrembel, verschiedene Neurologie- und Psychiatrielehrbücher, Literatur aus dem Web, außerdem einer Vielzahl von Fachartikeln aktueller Zeitschriften der letzten 10 Jahre.Möglicherweise sind nicht alle (insbesondere kleinere) Zitate kenntlich gemacht. Durch Verwendung verschiedener Quellen konnte eine Mischung aus den unterschiedlichen Zitate nicht immer vermieden werden. Soweit möglich wird dies angezeigt. Falls sich jemand falsch oder in zu großem Umfang zitiert findet- bitte eine E-Mail schicken. Bitte beachten Sie: Diese Webseite ersetzt keine medizinische Diagnosestellung oder Behandlung. Es wird hier versucht einen Überblick über den derzeitigen Stand der medizinischen Forschung auch für interessierte Laien zu geben, dies ist nicht immer aktuell möglich. 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