Karl C. Mayer, Facharzt für Neurologie, Psychiatrie und Facharzt für Psychotherapeutische Medizin, Psychoanalyse

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Glossar Psychiatrie / Psychosomatik / Psychotherapie / Neurologie / Neuropsychologie
 

Amok

Amok bedeutet Wut. Amok wurde zunächst in Südostasien beschrieben, weshalb auch ein malaisches Wort in den universellen Sprachgebrauch übernommen wurde. In den Hindustaaten Indiens wurde das Wort als Synonym für eine Kriegstaktik mit plötzlicher unvorhersehbarer Gewalt und Massenmord verwendet, (Kon Y.) vergleichbar in etwa mit den derzeitigen palästinensischen oder El Kaida Terroristen. Inzwischen hat sich aber ein allgemeinerer Sprachgebrauch eingebürgert. Wesentliche Unterschiede zwischen asiatischen und amerikanischen Amokläufern ließen sich in einer Studie nicht feststellen. Hempel AG, Levine RE, Meloy JR, Westermeyer J. Amok-Zustände scheinen aber öfter aufzutreten, wo extreme Aggressionen oder selbstzerstörerische Angriffe (z. B. im Rahmen von Kriegshandlungen) eine traditionell hohe Wertschätzung erfahren. Eine niedrige Schwelle Tabugrenzen zu überschreiten und Herr über Leben und Tod zu sein. Soziale Isolation, Verlusterlebnissen, Die große Mehrheit der Amokläufer ist wie auch bei den anderen Gewalttaten männlich. Depression, Ärger, Wut, krankhafter Narzißmus und Paranoia (isolierter Wahn) oft in psychotischem Ausmaß fanden sich in beiden Populationen gleichhäufig. Rache nach empfundener Demütigung ist ist nicht selten ein Motiv. Das Syndrom ist nicht wesentlich kulturabhängig. Es gibt Auffassungen, die den Begriff sehr eng fassen und als Amokläufer nur Personen bezeichnen, die wahllos auf ihre Opfer schießen. Eine eindeutige Trennung zu Tätern, die auch gezielt Personen, die sie kennen, wie Kollegen, Mitschüler, Vorgesetzte oder Verwandte lässt sich aber nicht ziehen, so dass eine weiter gefasste Definition sinnvoller erscheint.

Ob eine Phaseneinteilung sinnvoll und allgemein zutreffend ist, ist fraglich. In Phaseneinteilungen wird davon ausgegangen, dass in einer ersten Phase ein unbestimmtes " depressives Brüten" besteht. In einer zweiten Phase komme es zu einer Entdifferenzierung der Wahrnehmung, alles wird Schwarzgesehen der Betroffen fängt an Rotzusehen. Es folgt die dritte Phase mit der Tat im Blutrausch. Für die vierte Phase wird eine Amnesie nach der Tat, angegeben, sofern der Amokläufer überlebt. Zumindest diese Amnesie darf bezweifelt werden. Viele moderne Amokläufer haben ihre Taten durch Abschiedsbriefe, Videos oder eigene Homepages vorangekündigt und offensichtlich länger geplant und dafür geübt. Der aktuelle finische Amokläufer Auvinnen soll nicht nur filmisch im Netz seine Tat angekündigt haben, über das Internet hatte er auch regen Kontakt zu Gleichgesinnten, darunter einen 18 jährigen Amerikaner, der vor Ausführung seiner angekündigten Tat in Philadelphia inhaftiert werden konnte. Selbst die Idee in die Geschichte einzugehen wird oft direkt formuliert. Es ist möglich, dass durch das Extrem der Tat an sich die Betroffenen sich in einem Zustand der Dissoziation während der Tat befinden und diese eher Traumähnlich erleben, dass dies dann nicht erinnert wird, dürfte aber meist eher eine Schutzbehauptung sein. Amnesien und "black outs" spielen bekanntlich in Strafprozessen als Möglichkeit eine Strafmilderung zu erreichen eine große Rolle, bei genauer Begutachtung sind sie dann sehr selten. Zitat S.B. Schule Emsdetten: "Dann bin ich wach geworden. Mir wurde bewusst das ich mein Leben lang der Dumme für andere war, und man sich über mich lustig machte. Und ich habe mir Rache geschworen! Diese Rache wird so brutal und rücksichtslos ausgeführt werden, dass euch das Blut in den Adern gefriert. Bevor ich gehe, werde ich euch einen Denkzettel verpassen, damit mich nie wieder ein Mensch vergisst!"

Mit weniger als einer Person pro Million Einwohner und Jahr, die Amok läuft handelt es sich um ein seltenes Phänomen eine Studie von 108 Tätern ermittelte durchschnittlich 1,3 Tote und 1,7 Verletzte pro Fall. Die Täter waren zu 95% Männer, 40% waren arbeitslos, im Gegensatz zu anderen Verbrechern waren sie in der Regel beruflich gut qualifiziert. Amokläufer sind nicht per se gesellschaftlich benachteiligt, sie entstammen auch nicht gehäuft benachteiligten Minderheiten. In dieser Studie hatten immerhin 10 eine Wahnerkrankung, 2 wurden als Psychopathen eingestuft, 30 hatten eine paranoid- halluzinatorische Psychose. 28 waren intoxikiert (Alkohol oder Drogen), 25 hatten in der Familie eine Häufung von Suiziden. Die Beziehungen zwischen Täter und Opfern waren wesentlich relevant für die Taten. Adler L, Lehmann K, Rader K, Schunemann KF. Seit 1966,gab es 42 Schulmassaker mit zahllosen Opfern weltweit. Die Zunahme des Phänomens dürfte mit der ad hoc Medienberichterstattung zusammenhängen.

Amok ist fast immer ein verzweifelter Akt, durch den ein von der Sinn- und Bedeutungslosigkeit seiner Existenz überzeugtes Individuum mit einer scheinbar plötzlichen Gewaltattacke in blinder Wut und ohne die normalen Hemmungen mit mörderischem oder zumindest erheblich zerstörerischem Verhalten massive Zerstörung und oft am Ende einen Selbstmord inszeniert. Mit dem Wort Amok wird nur der äußere Ablauf beschrieben. Es folgt manchmal wie bei anderen dissoziativen Phänomenen einen Amnesie und Erschöpfung, häufig auch Umschlag in selbstzerstörerische Reaktionen mit Verstümmelung oder Selbsttötung. Die meisten Amok-Ereignisse treten ohne erkennbare Vorwarnung auf. In einigen Fällen finden sich ausgeprägte Angstzustände oder feindselige Reaktionen.

Über die psychologischen Hintergründe besteht keine Einigkeit. Vorbilder für den Versuch über Selbstmord eine postmortale Prominenz zu erlangen und in die Annalen der Geschichte einzugehen können eine Rolle spielen. Geringe Frustrationstoleranz in Verbindung mit Waffenfanatismus oder einfach der Verfügbarkeit von Waffen kann schnell bei manchen Menschen eine explosive Mischung hervorrufen. Durch Gewaltvideos und Gewaltcomputerspiele könnte eventuell eine Umformung der Wertvorstellungen auch bei uns eine Rolle spielen. Die Akzeptanz von Töten und Gewalt als Problemlösestrategie spielt bereits im Vorfeld eine Rolle, Glorifizierung von Gewalt als Mittel der Konfliktlösung, durch Geringschätzung des Lebens, durch den Versuch, die Verantwortung für unbeherrschte Reaktionen auf andere oder bestimmte Umstände abzuwälzen kann solche Vorfälle begünstigen. Eigenverantwortlichkeit, Selbstbewusstsein, Konfliktfähigkeit und Anbindung bzw. Einbindung in eine Gruppe mit sozialen Zielsetzungen schützen eher. Relativ sicher ist, dass narzisstische Persönlichkeitsstörungen oder wegen der zeitlichen Wechsel der Symptomatik seltener Borderline-Persönlichkeitsstörungen eine höhere Gefährdung haben Amokläufer zu werden. Manche der (wenigen) lebend gefassten Amoktäter hatten das was man passiv-aggressive Neigungen nennt. Impulskontrollstörungen und dissoziativen Störungen scheinen bei den Tätern häufiger zu sein. Manchmal kann auch eine paranoide Schizophrenie oder eine Paranoia auslösend sein. Historisch gut belegtes Beispiel ist der Fall des Hauptlehrers Wagner. Wagner ermordet am 4. September 1913 seine Familie, legt Feuer und erschießt 8 Menschen und verletzt viele andere. Der bis dahin unauffällige Lehrer hatte schon länger Pläne geschmiedet für seinen Rachefeldzug der in dem Wahn begründet war, dass andere über seine vergangenen sexuellen Handlungen mit Tieren redeten. Wagner wurde damals in eine Psychiatrische Klinik eingewiesen, wo er von 1914- bis zu seinem Tode 1938 verblieb. Der Psychiater Gaupp basierte seine Lehre von der Pararioia wesentlich auf dem Fall Wagner, der sich nie von seiner Tat distanzierte. Umgekehrt ist es sicher so, dass es sehr viele Menschen gibt, die vom Persönlichkeitsprofil her in der Lage wären einen Amoklauf durchzuführen. Nur die Allerwenigsten von diesen Menschen werden tatsächlich zu Amokläufern, die Persönlichkeitscharakteristika tragen also nur sehr begrenzt zur Vorbeugung bei. Immerhin etwa jeder 2. Amokläufer ist psychisch krank. Die meisten psychisch Kranken sind aber keine Amokläufer.

Vorausgehend ist meist eine innere Isolation mit Grübeln in der sich die aggressiven Vorstellungen, Angst, Eifersucht, Scham und Demütigung aufschaukeln. Amok laufende Massenmörder haben bei hoher Kränkbarkeit oft auch hohe Moralvorstellungen. Aus ihrer inneren Isolation heraus, können sie über ihre gekränkten Gefühle schlecht sprechen. Es ist sinnvoll, davon auszugehen, dass prinzipiell in jedem Menschen ein Massenmörder steckt. Situationen in Kriegen, KZs usw. lassen darauf schließen, dass wenn in der Gruppe und von der anerkannten Autorität legitimiert die Hemmungen fallen, sehr viele Menschen zu scheinbar undenkbarem fähig sind. Bei den meisten Menschen gibt es aber in gesunder Umgebung Mechanismen der Hemmung, die solche Handlungen unmöglich machen. Wenn solche Gedanken dann aufkommen verursachen sie bei den meisten Menschen auch Schuldgefühle, ein Erschrecken über sich selbst, so dass der Gedanke als solcher korrekt als Alarmzeichen bezüglich der eigenen Psyche verstanden wird und meist nicht ausschließlich von den Demütigern verursacht angesehen und nach außen projiziert wird. Bei den Tätern besteht nicht selten eine zeitweise oder andauernde Kontaktstörung, so dass Relativierungen im Kontakt und Gespräch mit anderen nicht stattfinden oder wegen eines Wahns nicht stattfinden können. Auslösend können Verlusterlebnisse und vor allem Kränkungen (bei erhöhter Kränkbarkeit bei narzisstischen Persönlichkeitsstörungen) sein, letztere sind der Umgebung in ihrem Ausmaß oft nicht nachvollziehbar.

Oft spielt eine paranoide (wahnhafte) Umdeutung der Umwelt eine Rolle, ein eigentlicher Wahn- oder Rauschzustand kann, muss aber nicht vorliegen. Die meisten Amokläufer sind auch in der Durchführung der Tat zu sehr zielgerichtetem geplantem Handeln in der Lage, sie scheinen eher überwach oder hypervigil. Die Taten werden offensichtlich häufig auch geplant. Es entsteht ein Gefühl der existenziellen Bedrohung und der Machtlosigkeit. Die Verfügbarkeit von Waffen und die Fähigkeit, damit umzugehen spielt eine wesentliche Rolle. Nach außen sind Amokläufer meist unauffällig, sie zeigen ihre Gefühle eher nicht und neigen zu Selbstüberschätzung. An sich aggressionsgehemmte Menschen mit mangelndem Selbstwertgefühl und Durchsetzungsvermögen sind ebenso gefährdet wie besonders geltungsbedürftige, narzisstische oder abnorm erregbare Menschen mit mangelnder Fähigkeit zur Impulskontrolle. Ein Amokläufer handelt zwar abnorm, er ist deshalb aber nicht automatisch als ein psychisch Kranker anzusehen.

Wie die oben genannten Daten zeigen, sind allerdings viele Amokläufer psychisch krank, allerdings ist ihnen oder der Umgebung dies nicht unbedingt bewusst. Ein einzelner Amoklauf kann dabei meist nicht verhindert werden, Möglichkeiten, präventiv dagegen vorzugehen ergeben sich dennoch, dies allerdings mehr im Vorfeld. Presse und Fernsehberichte über einzelne Täter spielen möglicherweise aber eine deutlich wichtigere Rolle als virtuelle Geschichten. Das Geschäft mit der Faszination die von solchen Taten ausgeht kann Nachfolgetaten begünstigen, dies gilt umso mehr dann, wenn die Berichte eine Identifikation mit dem Täter erlauben- ähnlich wie bei Suiziden. Amok und Suizid haben vieles gemeinsam, manche der Fälle sind sicherlich auch erweiterte Selbsttötungen, wie sie auch sonst in der Familie nicht selten vorkommen. Es wäre möglicherweise sinnvoll hier eine freiwillige Pressevereinbarung über die Art und Intensität der Berichterstattung zum Täter zu finden. Amokläufe, die Furore machen, lösen Nachahmereffekte aus, hat eine deutsch-amerikanische Studie ergeben: 143 nachuntersuchte Amokläufe aus aller Welt, über die in den Medien zwischen 1993 und 2001 berichtet wurde, verteilen sich nicht zufällig über das Jahr, sondern ereigneten sich in Clustern. 44 Prozent von ihnen folgten innerhalb von zehn Tagen auf eine Tat, die zuvor durch die Medien gegangen war. Auch die Ausführung und die Personengruppen, die zu Amokläufern werden, ähnelten sich häufig frappierend." Die Imitation von Amoktaten geht über Länder und Kontinente hinweg". An den 143 Taten hatten sich 144 Männer und eine Frau beteiligt. Das Durchschnittsalter war 35 Jahre, und die Anzahl der Opfer betrug im Mittel drei Personen. Ein erheblicher Teil der Täter hatte beruflichen Kontakt zu Waffen: 28 Prozent waren Soldaten, sieben Prozent Polizisten, viele weitere Waffennarren.

Wie sehr sich Amoktaten gleichen können, macht ein Beispiel vom September 1995 deutlich: Ein 16jähriger Franzose tötet mit dem Hammer oder dem Baseballschläger seine Familie und schießt am nächsten Morgen auf Menschen, die den Marktplatz überqueren. Elf Tage später versucht ein Schüler aus München, mit dem Hammer seine Mutter zu töten, und verletzt dabei auch seine Schwester. Der Jugendliche aus Frankreich sei sein Vorbild gewesen, sagt er später. Ebenfalls Mitte der Neunziger Jahre feuert ein junger Australier, Mitglied eines Schießklubs, in Clifton Hill, in Armeekleidung wahllos auf Fußgänger, zehn Tage später macht ein junger Mann aus Hungerford in Großbritannien im Kampfanzug dasselbe. Er besaß ein Waffengeschäft. "Eine aufsehenerregende und detaillierte Berichterstattung in den Medien fördert solche Imitationen und sollte unterbleiben" Bestimmte Webseiten, Horrorfilme etc. können durchaus eine Amoktat fördern. Das Internet ermöglicht Tätern sich zu verewigen. Was wäre wenn, sie immer anonym bleiben müssten, und eine Viktimisierung der Täter unterbleiben würde, was für eine Ermöglichung der Glorifizierung der Täter sinnvoll macht ist unbekannt. Als Psychiater würde man sich einen anonymen Grabstein für Täter und ein Verbot einer Namensnennung der Täter wünschen. Die selbsternannten narzisstischen Täter sollten schon vorher wissen, dass sich die Öffentlichkeit nur für die Opfer interessiert. Amokläufe sind in der Regel geplant. Die Täter sind Verbrecher, ob sie nun zuvor "gemobbt" oder zu sehr verwöhnt wurden, ist für die Opfer dieser Verbrecher vergleichsweise irrelevant. Ob negative Erfahrungen mit den Opfern späterer Gewalttaten tatsächlich eine Ursache oder gar Entschuldigung sind, ist zweifelhaft. Die Gewalt an Schulen nimmt eher ab, auch wenn das öffentliche Interesse zunimmt. Die Verurteilung der Gewalt an Schulen, wie allgemein an der Gesellschaft nimmt zu, Amoktaten nehmen trotzdem zu. Der Nachahmereffeklt scheint wichtiger zu sein, als das Mobbing an sich. Die Öffentlichkeit interessiert dennoch mehr das Motiv der Täter als das Leiden der Opfer. Zuviel Verständnis für die Täter mindert möglicherweise deren Hemmschwelle. Die natürliche Wut und Empörung über die Taten und die Empathie für die Opfer der Amokläufer erhöht möglicherweise eher die Schwelle für die Durchführung einer Gewalttat. Ob jemand gemobbt wird oder selbst provoziert, dass er nicht von allen gemocht wird, ist oft schwierig zu entscheiden. Wichtig ist, dass menschliches Zusammenleben ohne die eigene Übernahme von Verantwortung für Taten und Einschätzungen nicht möglich ist.

Amokläufer sind zunächst Verbrecher, mancher Amokläufer mag ein Opfer oder ein psychisch Kranker sein. Auch wenn die Täter häufig eine psychische Störung - wohl meistens eine Persönlichkeitsstörung- haben, erklärt dies fast nie für sich alleine die Tat. Die Tat wird selten nur von der psychischen Störung bestimmt. Das Risiko durch die Gewalt eines psychisch Kranken zu sterben ist für den Durchschnittsmenschen absolut minimal in unserer Gesellschaft. Die meisten - oder fast alle- Täter sind junge Männer, sie haben meist Faktoren die sie psychisch destabilisieren, die sie allerdings mit vielen anderen jungen Männern teilen. Ein junger Mann zu sein, ist damit das hervorstechendste Risiko zum Amokläufer zu werden.  Manche von ihnen haben eine schwere psychische  Störung, die in der Regel unzureichend behandelt ist. Auch dies ist leider keine Seltenheit, sehr viele Menschen mit psychischen Störungen gehen erst spät oder gar nicht zum Arzt, häufig wird die psychische Störung zudem auch nicht ausreichend beim Arztbesuch diagnostiziert. Sucht  und der Gebrauch von Rauschmitteln spielt bei Amokläufern eine geringe oder gar keine Rolle. Es gibt also sehr viele Menschen, die ein ganz ähnliches Risikoprofil haben, wie Amokläufer.  Eine Entschuldigung ist die psychische Störung bei der Schwere der Taten in keinem Fall, nur die wenigsten wären, wenn sie überleben würden voll schuldunfähig. Als Psychiater würde man sich ein totschweigen der Identität der Täter und ein Verhindern der Heldenmythen der Täter auf jeden Fall wünschen. Videos der Täter, Fotos der Täter, sollten ein Tabu auch für die Presse sein um Nachahmer nicht zu ermutigen. Gerade für die häufigen Narzissten unter den Tätern, ist das postmortale Verschwiegenwerden möglicherweise die einzig wirksame Abschreckung. Dies gilt analog zur Berichterstattung über Suizide. Seit Goethes Liebesdrama Werther ist dort der Nachahmereffekt gut bekannt. Befolgte Leitlinien für die Medienberichterstattung haben die Suizidraten nachweislich gesenkt und viele Leben gerettet. Am Beispiel der Wiener U-Bahn Suizide ist eindeutig belegt, dass verantwortliche Berichterstattung das Risiko der Suizide eindeutig vermindert. Social science & medicine ISSN 0277-9536 1994, vol. 38, no 3 (23 ref.), pp. 453-457 Pub med Leitlinien für die Medienberichterstattung in Österreich haben dort die Suizidrate um 33-40% vermindert. Pub med. Man kann mit gutem Recht davon ausgehen, dass dies auch bei Amokläufern zutreffen würde. Schulpsycholigen für die armen möglichern Täter lösen das Problem nicht. Wer den Schulpsychologen aufsucht ist vergleichsweise gering gefährdet ein Täter zu werden. Eine Sensibilisierung der Lehrer, Eltern und der Öffentlichkeit für die Verherrlichung von Gewalt ist sehr sinnvoll. Mögliche Täter, die potenzielle Schwerverbrecher sind sollten aber als Täter und nicht primär als Opfer gesehen werden. Letzteres ist eine Demütigung der Tatsächlichen Opfer. Counterstrike und andere Videospiele die Gewalt verherrlichen, Horrorfilme "kill bill" etc sollten nicht als Erwachsenenunterhaltung oder Desensiblisierung für potenzielle Soldaten sondern als perverse Freizeitbeschäftigung angesehen werden. Das "Herumliegen Lassen von Waffen" sollte als Beihilfe zu Mord angesehen werden. Nicht jeder der eine Waffe zu hause hat oder eine Lanpartie mit Counterstrike organisiert ist ein Verbrecher, er sollte sich aber im Klaren sein, dass er potenziell bei labilen Individuen Gewalttaten fördert.
 

Quellen / Literatur:

Siehe auch unter Gewaltbereitschaft, Aggression Abschreckung als Methode gegen Jugendgewalt, Mobbing, Jugendgewalt und psychische Krankheit, Bullying Hempel AG, Levine RE, Meloy JR, Westermeyer J. J Forensic Sci 2000 May;45(3):582-8 A cross-cultural review of sudden mass assault by a single individual in the oriental and occidental cultures. Pal S. Mental disorders in abnormal offenders in Papua New Guinea. Med Law. 1997;16(1):87-95 Hatta SM.A Malay crosscultural worldview and forensic review of amok. Aust N Z J Psychiatry. 1996 Aug;30(4):505-10. Review.

 

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